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Erdbeben erschüttert Kolumbien - mehr als 180 Tote
Schlagzeilen · 11.08.2026 19:03

Erdbeben erschüttert Kolumbien - mehr als 180 Tote

Kurz: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Kolumbien. Behörden melden über 180 Tote, tausende Vermisste und massive Zerstörungen im Westen des Landes.

Katastrophe im Westen Kolumbiens

Ein verheerendes Erdbeben hat den Westen Kolumbiens erschüttert und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Am Montagmorgen um 07:34 Uhr Ortszeit bebte die Erde mit einer Stärke von 7,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Das Epizentrum der Erschütterungen lag in der Nähe der Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer wirtschaftlich schwach entwickelten Region nahe der Pazifikküste.

Die Auswirkungen des Bebens sind gravierend. Nach aktuellen Angaben des kolumbianischen Städteverbands Asocapitales kamen mindestens 181 Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten wird auf 1.246 beziffert. Da die Rettungs- und Bergungsarbeiten in den betroffenen Gebieten noch in vollem Gange sind, gehen Behörden davon aus, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten. Zudem werden derzeit mehr als 3.000 Menschen vermisst.

Schwere Schäden in den Kaffee-Anbaugebieten

Besonders hart getroffen wurden die westlichen Provinzen des Landes, die für ihren Kaffeeanbau bekannt sind. In den Departamentos Risaralda, Valle del Cauca und Chocó sowie in der Region um Manizales kam es zu massiven Zerstörungen. In Städten wie Cali, Pereira und Manizales stürzten zahlreiche Gebäude ein. In Manizales wurde zudem der Turm der bekannten Kathedrale schwer beschädigt und knickte teilweise ein.

Kristin Wesemann, die Leiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bogotá, berichtete, dass es auch nach dem ersten Beben zu weiteren Gebäudeeinstürzen gekommen sei. Das genaue Ausmaß der Zerstörung ist derzeit noch nicht absehbar, da viele Gebiete noch auf eine vollständige Erfassung warten.

Landesweiter Notstand und Hilfsmaßnahmen

Der erst kurz zuvor ins Amt eingeführte Staatschef de la Espriella hat den landesweiten Katastrophenfall ausgerufen. Er sprach von tausenden Häusern, die durch die Erschütterungen entweder beschädigt oder vollständig zerstört wurden. Die Hauptstadt Bogotá hat bereits 100 Rettungskräfte in die besonders betroffene Stadt Cali entsandt, um die dortigen Einsatzkräfte bei der Suche nach Überlebenden zu unterstützen.

Beobachter vor Ort berichten von einer großen Solidarität innerhalb der Bevölkerung. Trotz der politischen Polarisierung der vergangenen Jahre stünden Kompetenzstreitigkeiten derzeit im Hintergrund. Freiwillige und Einsatzkräfte arbeiten gemeinsam daran, Verschüttete aus den Trümmern zu befreien.

Internationale Unterstützung läuft an

Die internationale Gemeinschaft hat ihre Hilfe für das betroffene Land zugesagt. Die USA haben nach Angaben ihres Außenministeriums Finanzhilfen in Höhe von 15,5 Millionen Dollar freigegeben. Auch die Europäische Union zeigt sich solidarisch: Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leien, kündigte die Unterstützung durch den Satellitendienst Copernicus an, um die Rettungsmaßnahmen aus der Luft zu koordinieren.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum sicherte Kolumbien ebenfalls jede notwendige Unterstützung zu. Die Region ist geologisch hochgradig gefährdet; erst im Juni dieses Jahres war das benachbarte Venezuela von zwei schweren Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 getroffen worden, die dort nach offiziellen Angaben über 6.300 Todesopfer forderten.

Die nächsten Schritte konzentrieren sich nun primär auf die Suche nach Vermissten in den Trümmerfeldern und die Versorgung der tausenden Obdachlosen. Die logistische Herausforderung, insbesondere in den ländlichen und schwer zugänglichen Gebieten des Departamentos Chocó, wird die Behörden in den kommenden Tagen und Wochen massiv fordern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarz-und-weiss-schwarzweiss-menschen-katastrophe-15809173/ · Foto: Baset Alhasan
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/erdbeben-kolumbien-cali-bogota-100.html