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EM: Der Birmingham-Marathon mit deutschen Medaillenchancen wird wild
Sport · 15.08.2026 12:55

EM: Der Birmingham-Marathon mit deutschen Medaillenchancen wird wild

Kurz: Der EM-Marathon in Birmingham stellt Läufer vor eine extreme Herausforderung: Ein verwinkelter Kurs mit 700 Höhenmetern verlangt den Athleten alles ab.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Am kommenden Sonntag steht bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham ein Marathon der besonderen Art auf dem Programm. Die Athletinnen und Athleten erwartet kein klassischer Stadtlauf, sondern ein extrem anspruchsvoller Rundkurs, der mit den üblichen Bedingungen eines 42,195-Kilometer-Rennens kaum vergleichbar ist. Die Strecke in der zweitgrößten Stadt Englands ist in acht Runden zu absolvieren, wobei die Läuferinnen und Läufer mit insgesamt 174 Kurven und rund 700 Höhenmetern konfrontiert werden. Der Startschuss fällt am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr. Die Übertragung des Wettkampfs erfolgt live im Ersten sowie über das Online-Angebot der Sportschau. Deutsche Medaillenhoffnungen wie der Vize-Weltmeister Amanal Petros, der amtierende Europameister Richard Ringer und die ambitionierte Läuferin Fabienne Königstein bereiten sich intensiv auf diese ungewöhnliche Herausforderung vor. Das Rennen verspricht aufgrund der topografischen Schwierigkeiten und der taktischen Anforderungen, die der Kurs an die Sportler stellt, ein hochspannendes und unvorhersehbares Ereignis zu werden, bei dem die reine Laufzeit in den Hintergrund rückt und der Kampf um die Platzierungen in den Fokus rückt.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Der Kurs in Birmingham stellt die Läufer vor massive physische und mentale Hürden. Besonders die Lionel Street hat sich bereits im Vorfeld als neuralgischer Punkt herauskristallisiert, da sie eine gnadenlose Steigung aufweist, die sich über etwa hundert Meter erstreckt. Insgesamt müssen die Athleten den fünf Kilometer langen Rundkurs achtmal bewältigen. Zum Vergleich: Ein Standard-Marathon, wie etwa der in Berlin, weist lediglich 43 Kurven auf, während die Strecke in Birmingham mit 174 Kurven und 700 Höhenmetern ein völlig anderes Anforderungsprofil darstellt. Der 37-jährige Richard Ringer, Europameister von München 2022 und Dritter des Halbmarathons von Rom 2024, hat sich bereits vor zwei Monaten vor Ort ein Bild von der Strecke gemacht. Auch Fabienne Königstein, die bei der EM in Rom Silber mit dem Team im Halbmarathon gewann, stellt sich auf ein schwieriges Rennen ein. Prof. Dr. Kuno Hottenrott, Leiter des Bereichs Trainingswissenschaft und Sportmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, analysiert das Rennen kritisch. Er betont, dass pro Runde drei bis vier intensive Steigungen zu bewältigen sind. Zudem ist die logistische Herausforderung groß: Für die elf DLV-Athleten – fünf Frauen und sechs Männer – steht lediglich ein einziger Verpflegungsstand zur Verfügung, was den Wettkampf an den Versorgungsstationen zusätzlich erschwert.

Hintergrund – Der Weg zum EM-Kurs

Die Vorbereitung auf diesen speziellen Marathon verlief für die deutschen Athleten unter besonderen Vorzeichen. Richard Ringer, der nach eigenen Angaben seine Koffer packte, sobald er von den 700 Höhenmetern und dem Runden-Modus erfuhr, hat sein Training gezielt auf die topografischen Besonderheiten angepasst. Er berichtet von einem spezifischen Höhentraining, um den ständigen Wechsel zwischen Bergauf- und Bergabpassagen zu kompensieren. Auch der St. Paul's Square mit seinen engen Rechts-links-Kombinationen erfordert höchste Konzentration, die bereits im Besichtigungstempo deutlich wurde. Die Entscheidung, den Marathon als derart kurvigen Zick-Zack-Kurs anzulegen, bricht mit der Tradition flacher, langgezogener Stadtmarathons. Die Streckenführung, inklusive extrem spitzer Abbiegungen wie etwa von der Warstone Lane in die Caroline Street, zwingt die Läufer dazu, ihre Taktik komplett neu zu bewerten. Dass die Strecke zudem so unübersichtlich ist, dass man die Konkurrenz oft nicht einmal sehen kann, stellt eine zusätzliche psychologische Komponente dar, die in einem normalen Marathon so nicht existiert. Die Athleten müssen sich daher primär auf sich selbst konzentrieren, statt auf die Bewegungen der Mitstreiter zu reagieren.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer läuft

Im Zentrum des sportlichen Geschehens stehen die deutschen Spitzenläufer, darunter Amanal Petros, Richard Ringer und Fabienne Königstein. Sie alle streben nach Medaillen, wobei sie sich der Schwierigkeit des Kurses bewusst sind. Unterstützt und analysiert werden sie von Experten wie Frank Busemann, der als ARD-Leichtathletik-Experte die Chancen der DLV-Athleten einschätzt. Wissenschaftliche Unterstützung kommt von Prof. Dr. Kuno Hottenrott, der nicht nur als Experte fungiert, sondern auch als Trainer seiner Tochter Laura Hottenrott, die ebenfalls an den Start geht. Die mediale Begleitung des Events übernehmen unter anderem Ralf Scholt und Philipp Pflieger, die im Podcast „BESTZEIT“ die Details des Kurses und die taktischen Implikationen erörtern. Die Veranstalter des EM-Marathons in Birmingham tragen die Verantwortung für die Streckenführung und die logistischen Rahmenbedingungen, wie etwa die Planung der Verpflegungsstationen. Die Athletinnen und Athleten müssen sich in diesem komplexen Umfeld behaupten, wobei die Frauen 40 Minuten vor den Männern auf die Strecke geschickt werden, was zu einem dichten Gedränge auf dem Kurs führen kann.

Einordnung – Die Bedeutung des Kurses

Einzuordnen ist das Rennen in Birmingham als eine Abkehr vom klassischen Marathon-Sport. Den Berichten zufolge hat der Kurs mit einem normalen City-Lauf wenig gemein. Experten wie Prof. Dr. Kuno Hottenrott betonen, dass die Athleten taktisch äußerst sensibel vorgehen müssen. Ein entscheidender Punkt ist hierbei die Energieverwaltung: Wer an jedem Anstieg in den sogenannten roten Bereich geht, wird den Preis dafür auf den restlichen Kilometern zahlen. Die ständigen Richtungswechsel und die variierende Belastung durch die Steigungen führen zu einem permanenten Pulswechsel, der den Körper der Läufer massiv beansprucht. Einzuordnen ist zudem die logistische Hürde: Der Kampf um die Verpflegung an einem einzigen Tisch für elf Athleten könnte laut Fabienne Königstein zu einem „richtigen Kampf“ werden. Die Zeit spielt bei diesem Rennen eine untergeordnete Rolle; es geht rein um die Platzierung. Die Unvorhersehbarkeit des Rennverlaufs, gepaart mit der Unmöglichkeit, die Konkurrenz auf der Strecke stets im Blick zu behalten, macht das Rennen zu einer taktischen Schachpartie auf Asphalt.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Der Quelltext lässt einige Aspekte des Rennens offen, die für die Zuschauer und Fans von Bedeutung sein könnten. So bleibt beispielsweise unklar, wie genau die Wetterbedingungen am Sonntag in Birmingham aussehen werden, was bei einem derart anspruchsvollen Kurs einen erheblichen Einfluss auf die Leistung haben könnte. Auch wird nicht explizit benannt, welche anderen internationalen Konkurrenten neben den deutschen Athleten als Favoriten gelten oder wie die genaue Sicherheitsplanung an den vielen engen 90-Grad-Kurven aussieht, um Stürze zu vermeiden. Des Weiteren bleibt unklar, ob es seitens der Athleten oder Verbände offizielle Proteste gegen die Streckenführung gab, da diese so stark von den üblichen Standards abweicht. Auch die genaue Verteilung der Verpflegungspunkte und ob es Ausweichmöglichkeiten gibt, falls es zu einem zu großen Gedränge kommt, wird nicht detailliert erläutert. Die Frage, wie die Athleten mit der psychologischen Belastung der fehlenden Sicht auf die Konkurrenz umgehen, wird zwar als Problem benannt, aber nicht durch konkrete Bewältigungsstrategien der Läufer weiter ausgeführt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/beleuchtetes-fussballstadion-bei-nacht-28827841/ · Foto: Siarhei Nester
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/der-birmingham-marathon-mit-deutschen-medaillenchancen-wird-wild,la-em-2026-birmingham-marathon-100.html