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?Call Connect via Funk“: Telekom ersetzt klassisches Festnetz durch LTE
Technik · 13.08.2026 10:44

?Call Connect via Funk“: Telekom ersetzt klassisches Festnetz durch LTE

Kurz: Die Deutsche Telekom ersetzt veraltete Telefonanschlüsse durch die neue LTE-basierte Lösung „Call Connect via Funk“ für Gebiete ohne DSL oder Glasfaser.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Die Deutsche Telekom hat eine neue Strategie zur Modernisierung ihrer Infrastruktur vorgestellt, die insbesondere jene Haushalte betrifft, in denen weder DSL noch moderne Glasfaseranschlüsse zur Verfügung stehen. Unter der Bezeichnung „Call Connect via Funk“ bietet das Unternehmen eine technische Alternative an, um die klassische Festnetztelefonie aufrechtzuerhalten. Dabei wird die bisherige Telefonleitung durch eine Mobilfunkverbindung auf Basis des LTE-Standards (4G) ersetzt. Die Umstellung erfolgt im Zuge einer größeren Strategie des Konzerns, veraltete Anschlusstechniken schrittweise aus dem Netz zu entfernen. Betroffene Kunden können ihre gewohnte Festnetznummer behalten und auch ihr bisheriges Telefon weiterverwenden. Die Lösung richtet sich explizit an Nutzer, die ihren Anschluss primär für die reine Telefonie verwenden, da die neuen Tarife keinen Internetzugang vorsehen. Die Telekom reagiert damit auf die Notwendigkeit, rund 1,3 Millionen reine Telefonanschlüsse, die noch auf alter Technik basieren, in eine zukunftsfähige Infrastruktur zu überführen. Dabei setzt der Konzern auf eine Mischung aus Mobilfunk, FTTH-Glasfaser und DSL-Lösungen, wobei die Funk-Variante eine spezifische Lücke für unterversorgte Standorte schließt.

Die Einzelheiten der technischen Umsetzung

Die technische Umsetzung des „Call Connect via Funk“-Systems ist laut Angaben der Deutschen Telekom auf eine einfache Handhabung durch den Endkunden ausgelegt. Das Herzstück der Lösung ist eine spezielle Telefon-Box, die lediglich in eine haushaltsübliche Steckdose gesteckt werden muss. Im Gegensatz zu herkömmlichen Routern ist das Einsetzen einer separaten SIM-Karte durch den Nutzer nicht erforderlich. Das vorhandene Festnetztelefon wird dabei direkt in die mittlere Buchse der Box eingesteckt, ähnlich wie es Kunden bisher von der klassischen TAE-Dose gewohnt sind. Die gesamte Einrichtung sowie die Portierung der bestehenden Telefonnummer erfolgen laut Unternehmensangaben automatisch und sind in der Regel nach einer Zeitspanne von etwa 15 Minuten vollständig abgeschlossen. Die Telekom betont, dass dieser Prozess unkompliziert ist und problemlos vom Kunden selbst oder einer vertrauten Person durchgeführt werden kann. Die Telefonverbindung wird nach der Installation über das LTE-Mobilfunknetz hergestellt, wodurch die Abhängigkeit von der physischen Kupferleitung entfällt. Die Box fungiert somit als Schnittstelle zwischen dem Mobilfunknetz und dem analogen Endgerät, ohne dass der Nutzer tiefgreifende technische Kenntnisse für die Inbetriebnahme benötigt.

Hintergrund der Netzmodernisierung

Die Einführung von „Call Connect via Funk“ ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer umfassenden technologischen Umstellung innerhalb der Deutschen Telekom. Der Konzern verfolgt das Ziel, veraltete Anschlusstechnik, die noch auf älteren Standards basiert, schrittweise abzulösen. Insgesamt sind von dieser großflächigen Umstellung rund 1,3 Millionen reine Telefonanschlüsse betroffen. Diese Anschlüsse werden sukzessive auf modernere Übertragungswege migriert. Dabei stehen drei Hauptpfade zur Verfügung: die Anbindung über Glasfaser (FTTH), die Nutzung von DSL-Technik oder eben die Mobilfunk-Variante für Gebiete, in denen kabelgebundene Hochgeschwindigkeitslösungen derzeit nicht realisierbar sind. Die Telekom sieht sich hierbei mit der Herausforderung konfrontiert, eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, während gleichzeitig der Wartungsaufwand für die alten, ineffizienten Strukturen reduziert werden soll. Die Umstellung ist somit ein strategischer Schritt zur Effizienzsteigerung und zur Sicherung der telefonischen Erreichbarkeit in ländlichen oder technisch unterversorgten Regionen, in denen ein Ausbau mit Glasfaser oder DSL wirtschaftlich oder technisch derzeit keine Priorität genießt oder nicht zeitnah umsetzbar ist.

Die Beteiligten und die Rahmenbedingungen

Die Deutsche Telekom agiert als zentraler Anbieter und Entscheider bei dieser Umstellung. Sie definiert nicht nur die technischen Spezifikationen der Telefon-Box, sondern legt auch die neuen Tarifmodelle fest. Für Kunden, die auf diese Lösung angewiesen sind, gibt es zwei Tarifoptionen: Der Tarif „Call Basic via Funk“ ist für monatlich knapp 23 Euro erhältlich und beinhaltet ein Kontingent von 120 Minuten für Telefonate. Alternativ bietet der Konzern den Tarif „Call Comfort via Funk“ für 32,45 Euro im Monat an, der eine Flatrate in das deutsche Festnetz umfasst. Zusätzlich zu den monatlichen Gebühren für den Tarif müssen Kunden für die Hardware aufkommen: Entweder wird eine monatliche Mietgebühr von 3,95 Euro erhoben oder eine einmalige Zahlung von knapp 100 Euro fällig. Die Telekom weist darauf hin, dass vor einer Umstellung zwingend geprüft wird, ob die Funklösung am jeweiligen Standort überhaupt verfügbar ist. Zudem müssen die Gegebenheiten vor Ort geklärt werden, insbesondere wenn spezielle Geräte wie Hausnotrufe oder Alarmanlagen im Spiel sind. In diesen Fällen liegt die Verantwortung für die Prüfung der Kompatibilität bei den Kunden, die sich mit den jeweiligen Anbietern der Zusatzgeräte abstimmen müssen.

Einordnung der neuen Technologie

Einzuordnen ist das Vorgehen der Telekom als eine pragmatische Lösung für ein infrastrukturelles Problem. Während der Glasfaserausbau in Deutschland politisch und wirtschaftlich stark vorangetrieben wird, bleiben Gebiete zurück, in denen eine kabelgebundene Anbindung auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich erscheint. Die Nutzung des LTE-Netzes als Ersatz für das klassische Festnetz ist ein bewährter Weg, um die physische Kupferleitung, die oft wartungsintensiv ist, abzuschalten. Den Berichten zufolge ist die Lösung jedoch explizit auf Telefonie begrenzt; ein Internetzugang ist in den Tarifen nicht enthalten. Dies unterstreicht den Charakter der Lösung als reines Ersatzprodukt für die klassische Telefonie. Kritisch zu betrachten ist dabei die Abhängigkeit von der Mobilfunkabdeckung vor Ort. Sollte die LTE-Versorgung an einem spezifischen Standort schwanken oder gestört sein, könnte dies direkte Auswirkungen auf die Telefoniequalität haben. Zudem stellt die Notwendigkeit, Sonderdienste wie Alarmanlagen mit Drittanbietern abzustimmen, eine Hürde für weniger technikaffine Nutzer dar. Es handelt sich somit um eine technologische Übergangslösung, die zwar die Erreichbarkeit sichert, aber bei speziellen Anforderungen an die Infrastruktur zusätzliche Eigeninitiative der Kunden erfordert.

Offene Fragen und wie es weitergeht

Der Quelltext lässt einige Aspekte offen, die für betroffene Kunden von Bedeutung sein könnten. So wird nicht explizit beantwortet, wie die Telekom mit Kunden verfährt, bei denen am Standort weder DSL, Glasfaser noch eine ausreichende LTE-Abdeckung vorhanden ist. Auch bleibt unklar, welche konkreten Schritte bei einer Inkompatibilität von Hausnotrufen oder Alarmanlagen seitens der Telekom unterstützt werden, außer dem Verweis auf die Abstimmung mit den Drittanbietern. Es wird zudem nicht spezifiziert, ob die Telefon-Box bei einem Umzug des Kunden einfach an einem neuen Standort weiterverwendet werden kann oder ob eine erneute Prüfung der Verfügbarkeit erforderlich ist. Hinsichtlich des weiteren Vorgehens ist davon auszugehen, dass die Telekom die Umstellung der 1,3 Millionen Anschlüsse kontinuierlich fortsetzt. Kunden, die von der Ablösung ihrer alten Anschlusstechnik betroffen sind, werden voraussichtlich durch das Unternehmen über die notwendigen Schritte informiert. Die Verfügbarkeitsprüfung am jeweiligen Standort stellt dabei den entscheidenden ersten Schritt dar, bevor eine Umstellung auf das Funk-System überhaupt in Betracht gezogen werden kann. Ein konkreter Zeitplan für die vollständige Abschaltung der alten Technik an allen Standorten wird im Text nicht genannt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/himmel-silhouette-turm-antenne-10161577/ · Foto: MELIANI Driss
Quelle: https://www.heise.de/news/Call-Connect-via-Funk-Telekom-ersetzt-klassisches-Festnetz-durch-LTE-11412448.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag