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Telekom beendet klassisches Festnetz – doch die neuen Tarife sind überteuert
Technik · 28.08.2026 11:55

Telekom beendet klassisches Festnetz – doch die neuen Tarife sind überteuert

Kurz: Die Telekom stellt reine Telefonanschlüsse ein. Kunden müssen auf Mobilfunk-Lösungen umsteigen, was oft mit deutlich höheren monatlichen Kosten verbunden ist.

Das Ende einer Ära: Die Telekom stellt reine Telefonanschlüsse um

Die Deutsche Telekom vollzieht einen bedeutenden technologischen Wandel, der über 1,3 Millionen Kunden direkt betrifft. Bisher hielten diese Nutzer an einem klassischen Telefonanschluss fest, der ohne eine Internetoption auskommt oder bei dem der Netzzugang über alternative Wege realisiert wurde. Nun hat das Unternehmen beschlossen, diese verbliebenen Altverträge endgültig zu beenden. Für die betroffenen Haushalte bedeutet dies, dass sie ihr gewohntes Nutzungsverhalten anpassen müssen, da die bisherige Infrastruktur abgeschaltet wird. Die Umstellung zwingt Kunden dazu, sich mit neuen technischen Lösungen auseinanderzusetzen, die primär auf Mobilfunktechnologie basieren. Wer diesen Schritt nicht proaktiv gestaltet, läuft Gefahr, in teurere Tarifmodelle zu rutschen oder den Anschluss an das Telefonnetz zu verlieren. Die Telekom begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, veraltete Systeme durch moderne, funkbasierte Lösungen zu ersetzen, um den Betrieb langfristig effizient zu gestalten. Für viele Nutzer, die bisher bewusst auf Internetdienste verzichtet haben, stellt diese erzwungene Migration eine erhebliche Hürde dar, da sie nun Hardware nutzen müssen, die sie zuvor nicht benötigten.

Technische Details und die neue Kostenstruktur

Um die Umstellung zu ermöglichen, bietet die Telekom das System „Call Connect via Funk“ an. Kunden, die ihre Festnetznummer behalten und ihre gewohnten Telefone weiterverwenden möchten, müssen eine spezielle Box zwischen das Endgerät und die vorhandene Telefonbuchse schalten. In dieser Box befindet sich eine SIM-Karte, welche die Verbindung zum Mobilfunknetz herstellt. Diese Hardware ist jedoch nicht kostenlos: Kunden müssen entweder eine monatliche Gebühr von 3,95 Euro entrichten oder das Gerät einmalig für 100 Euro erwerben. Die eigentlichen Tarife sind dabei der größte Kostenfaktor. Der Tarif „Call Basic via Funk“ schlägt mit 22,95 Euro pro Monat zu Buche und beinhaltet lediglich 120 Freiminuten für Telefonate. Wer dieses Kontingent überschreitet, zahlt pro Minute 2,9 Cent für Gespräche ins deutsche Festnetz und 19 Cent für Anrufe in Mobilfunknetze. Wer eine Flatrate für unbegrenzte Telefonate ins deutsche Festnetz wünscht, muss zum Tarif „Call Comfort via Funk“ greifen, der monatlich 32,45 Euro kostet – zuzüglich der Kosten für die notwendige Box. Diese Preisgestaltung führt dazu, dass viele Kunden nach der Umstellung deutlich höhere monatliche Fixkosten tragen müssen als zuvor bei ihren reinen Telefonverträgen.

Hintergrund und bisheriger Verlauf der Umstellung

Der Prozess der Umstellung ist Teil einer langfristigen Strategie der Telekom, veraltete Anschlusstechniken durch modernere Standards zu ersetzen. Dass es heute noch über 1,3 Millionen Kunden mit reinen Telefonverträgen gibt, unterstreicht die Langlebigkeit dieser alten Infrastruktur. Die Telekom betont in ihrer Kommunikation, dass sie die Kunden bei diesem Prozess sorgfältig begleiten wolle. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, eine einfache Lösung anzubieten, die zuverlässig funktioniert und die vertraute Nutzung der Telefone erhält. Dennoch ist der Druck zur Umstellung real, da die klassische Technik nicht dauerhaft parallel betrieben werden soll. Die Berichterstattung, unter anderem durch Verivox, hat das Thema in den Fokus gerückt, da die finanziellen Auswirkungen für die betroffenen Haushalte erheblich sein können. Die Telekom sieht sich hierbei in der Pflicht, den Übergang so nahtlos wie möglich zu gestalten, während sie gleichzeitig die technologische Basis ihres Portfolios modernisiert. Die Vorgeschichte ist geprägt von einer schrittweisen Reduktion der alten Anschlusstypen, die nun in die finale Phase der Abschaltung übergeht, um die Ressourcen auf zukunftssichere Mobilfunk- und Breitbandtechnologien zu konzentrieren.

Die Akteure und ihre Rollen im Umstellungsprozess

Hauptakteur ist die Deutsche Telekom, die als Anbieter die Rahmenbedingungen für die Umstellung festlegt und die neuen Tarife sowie die notwendige Hardware bereitstellt. Das Unternehmen agiert hierbei sowohl als Infrastrukturbetreiber als auch als Dienstleister, der die betroffenen Kunden zur Migration auffordert. Auf der anderen Seite stehen die über 1,3 Millionen betroffenen Kunden, die vor der Entscheidung stehen, das Angebot der Telekom anzunehmen oder sich nach Alternativen umzusehen. Als beratende Instanz tritt das Vergleichsportal Verivox in Erscheinung, das die neuen Tarifmodelle kritisch beleuchtet und auf die teilweise hohen Kosten hinweist. Verivox fungiert dabei als Korrektiv, das den Kunden aufzeigt, dass die Telekom-Angebote nicht alternativlos sind. Die Kommunikation der Telekom zielt darauf ab, Vertrauen in die neue Technik zu schaffen, während Verbraucherschützer und Portale wie Verivox den Fokus auf die wirtschaftliche Belastung der Kunden legen. Es ist ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch des Anbieters nach technischer Konsolidierung und dem Bedürfnis der Kunden nach kostengünstigen, einfachen Kommunikationslösungen.

Einordnung der Marktsituation und Alternativen

Einzuordnen ist das Vorgehen der Telekom als Teil einer umfassenden Marktbereinigung. Während die Telekom ihre eigenen Mobilfunk-basierten Lösungen als komfortabel bewirbt, zeigen Analysen, dass Kunden durch einen Wechsel zu anderen Anbietern erheblich sparen können. Den Berichten zufolge sind am Markt Handytarife mit Allnet-Flat bereits für etwa fünf Euro im Monat erhältlich. Diese bieten oft ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die speziellen „Call“-Tarife der Telekom. Für Kunden, die kein Smartphone nutzen möchten, gibt es zudem die Möglichkeit, spezielle Tischtelefone mit SIM-Karten-Slot zu erwerben. Diese Geräte verbinden sich ebenfalls mit dem Mobilfunknetz, bieten aber die gewohnte Haptik eines klassischen Festnetztelefons. Solche Geräte sind laut Verivox meist für unter 100 Euro zu haben. Wer bei der Telekom bleiben möchte, kann laut den vorliegenden Informationen ebenfalls günstigere Tarife wählen, die bereits ab etwa zehn Euro im Monat beginnen. Die Einordnung ergibt, dass die von der Telekom beworbenen „Call“-Tarife zwar eine einfache, aber keineswegs die preiswerteste Lösung für die betroffenen Kunden darstellen.

Offene Fragen und verbleibende Unsicherheiten

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, die für die betroffenen Kunden von hoher Relevanz sein könnten. So wird nicht explizit geklärt, welche konkreten Fristen für die Umstellung gelten und ab wann die alten Anschlüsse endgültig abgeschaltet werden. Auch bleibt unklar, wie die Telekom mit Kunden umgeht, die in Gebieten mit schlechter Mobilfunkabdeckung leben, wo die „Call Connect via Funk“-Lösung möglicherweise nicht die gleiche Zuverlässigkeit bietet wie das bisherige Festnetz. Zudem fehlen detaillierte Informationen darüber, ob es spezielle Härtefallregelungen für besonders preissensible Kundengruppen gibt, die durch die monatlichen Mehrkosten überproportional belastet werden. Ebenso wird nicht ausgeführt, ob die Installation der Box für technisch weniger versierte Nutzer durch einen Vor-Ort-Service unterstützt wird oder ob der Kunde die Einrichtung zwingend selbst vornehmen muss. Die Lücke zwischen der Ankündigung der Umstellung und der praktischen Umsetzung vor Ort bleibt in vielen Punkten vage, was bei den betroffenen Kunden für Unsicherheit sorgen könnte. Auch die langfristige Preisstabilität der neuen Tarife wird nicht thematisiert, sodass unklar bleibt, ob mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-wahlscheibentelefon-auf-rustikalem-tisch-36650035/ · Foto: Optical Chemist
Quelle: https://t3n.de/news/telekom-festnetz-umstellung-neue-tarife-ueberteuert-1760063/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed