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Bis September: So kannst du über das Design der neuen Euro-Scheine abstimmen
Technik · 15.08.2026 07:20

Bis September: So kannst du über das Design der neuen Euro-Scheine abstimmen

Kurz: Die EZB sucht ein neues Design für Euro-Banknoten. Bürger können bis zum 21. September online über zehn Entwürfe abstimmen, die unsere gemeinsame Identität stär

Ein neues Gesicht für den Euro: Der Abstimmungsprozess

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Einführung des Euro als physische Währung steht eine grundlegende Neugestaltung der Banknoten bevor. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen Prozess initiiert, der die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Gestaltung einbezieht. Aktuell stehen zehn verschiedene Designentwürfe zur Auswahl, die aus einem umfangreichen Auswahlverfahren hervorgegangen sind. Interessierte haben noch bis zum 21. September Zeit, sich online durch diese Vorschläge zu klicken und ihre persönliche Bewertung abzugeben. Dabei geht es nicht nur um eine rein ästhetische Präferenz, sondern auch um die Begründung der Wahl. Die EZB möchte verstehen, wie die Gestaltung auf die Menschen wirkt. Dieses Votum der Öffentlichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Entscheidungsprozesses. Die Ergebnisse der Umfrage werden dem EZB-Rat vorgelegt, der voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2026 eine endgültige Entscheidung über das neue Aussehen der Währung treffen wird. Obwohl die Abstimmung bereits jetzt stattfindet, wird es noch einige Jahre dauern, bis die neuen Scheine tatsächlich in den Geldbeuteln der Bürger landen und die alten Motive im alltäglichen Zahlungsverkehr ablösen.

Die Details der Designvorschläge und der Wettbewerb

Die zehn Entwürfe, die nun zur Abstimmung stehen, sind das Ergebnis eines intensiven Auswahlprozesses. Insgesamt gab es europaweit mehr als 1.200 Bewerbungen von Grafikdesignern, die sich an dem Wettbewerb beteiligten. Die neuen Banknoten werden sich in ihrer grundlegenden Form und farblichen Gestaltung nicht drastisch von den bekannten Mustern unterscheiden, jedoch wird die grafische Umsetzung eine neue Qualität erreichen. Die Motive selbst wurden bereits in einem vorangegangenen Schritt festgelegt, an dem ebenfalls EU-Bürger beteiligt waren. Es haben sich zwei zentrale Themenwelten durchgesetzt. Die erste Reihe konzentriert sich auf Persönlichkeiten, die die europäische Kultur maßgeblich geprägt haben. Hierzu zählen unter anderem die Sängerin Maria Callas auf dem Fünf-Euro-Schein, Ludwig van Beethoven auf dem Zehn-Euro-Schein sowie Marie Curie auf dem Zwanzig-Euro-Schein. Auch literarische und künstlerische Größen wie Miguel de Cervantes, Leonardo da Vinci und Bertha von Suttner finden sich auf den höheren Stückelungen wieder. Die Rückseiten dieser Serie zeigen kulturelle Aspekte wie Kinderchöre oder Straßenkunst. Die zweite Motivreihe widmet sich der Natur unter dem Motto „Flüsse und Vögel“, wobei verschiedene Vogelarten wie der Mauerläufer oder der Eisvogel auf den Vorderseiten abgebildet sind, während die Rückseiten bedeutende europäische Institutionen wie die EZB oder das Europäische Parlament zeigen.

Hintergrund und die Entwicklung der Euro-Gestaltung

Bei der ursprünglichen Einführung des Euro im Jahr 2002 war es ein erklärtes Ziel, keine nationale Identität zu bevorzugen. Daher wurden damals eher abstrakte Darstellungen von Brücken und Toren gewählt, die als neutrale Symbole für Verbindung und Offenheit innerhalb Europas standen. Diese Entscheidung sollte die Akzeptanz der neuen Währung in allen Mitgliedsstaaten fördern, ohne dass sich ein Land durch die Motivwahl benachteiligt fühlte. Über zwei Jahrzehnte hinweg haben diese Scheine den Alltag der Menschen begleitet. Nun jedoch ist der Zeitpunkt für eine Modernisierung gekommen. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Banknoten als greifbare Ausdrucksform der europäischen Gemeinschaft. Die neuen Designs sollen bewusst konkreter gestaltet werden, um die Identität der EU-Staaten stärker zu betonen und eine engere Bindung zwischen den Bürgern und ihrer Währung zu fördern. Die Entscheidung, die Motivauswahl bereits vor einem Jahr durch eine Umfrage zu legitimieren, unterstreicht den demokratischen Anspruch der EZB bei diesem Vorhaben, das weit über eine bloße optische Auffrischung hinausgeht.

Die Akteure und die Zielsetzung der Neugestaltung

Die treibende Kraft hinter diesem Projekt ist die Europäische Zentralbank, die den gesamten Designwettbewerb koordiniert und die Kriterien für die Einreichungen festgelegt hat. Christine Lagarde fungiert hierbei als zentrale Stimme, die den Prozess als Ausdruck der europäischen Identität einordnet. Auf der Seite der Gestalter stehen die zehn ausgewählten Grafikdesigner, deren Entwürfe nun zur öffentlichen Bewertung stehen. Ebenso wichtig ist die Rolle der EU-Bürger, die durch ihre Teilnahme an den Umfragen sowohl die Motivwelten als auch das finale Design mitbestimmen. Zudem sind Institutionen wie das EHI, das Handelsforschungsinstitut in Köln, indirekt beteiligt, da ihre Studien zum Zahlungsverhalten die Debatte über den Stellenwert von Bargeld in der modernen Gesellschaft maßgeblich beeinflussen. Die EZB betont dabei stets die Inklusivität des neuen Designs: Die Scheine sollen nicht nur langlebiger und umweltfreundlicher werden, sondern auch Menschen mit Sehbeeinträchtigungen eine leichtere Unterscheidung der verschiedenen Nennwerte ermöglichen. Sicherheitsaspekte spielen ebenfalls eine zentrale Rolle, um die Fälschungssicherheit der neuen Serie auf ein zeitgemäßes technisches Niveau zu heben.

Einordnung der Bedeutung in Zeiten des digitalen Wandels

Einzuordnen ist das Vorhaben der EZB in einem Kontext, in dem die Zukunft des Bargelds regelmäßig Gegenstand gesellschaftlicher Debatten ist. Viele Menschen empfinden die Verfügbarkeit von physischem Geld als hochgradig emotionales Thema, da die Sorge besteht, dass digitale Bezahlmethoden das Bargeld langfristig verdrängen könnten. Den Berichten zufolge bezahlen die Menschen in Deutschland bereits einen Großteil ihrer Umsätze – etwa 65 Prozent – bargeldlos via Karte oder Smartphone, während nur noch 33 Prozent auf Scheine und Münzen setzen. Die EZB reagiert auf diesen Wandel mit dem Projekt des digitalen Euro, stellt jedoch klar, dass dieser das Bargeld lediglich ergänzen und keinesfalls ersetzen soll. Ein derzeit in Brüssel diskutiertes Gesetzespaket sieht sogar eine Annahmepflicht für beide Zahlungsformen vor. Die Neugestaltung der Banknoten kann daher als ein Bekenntnis zur Fortexistenz des Bargelds interpretiert werden. Indem die EZB die Scheine moderner und inklusiver gestaltet, unterstreicht sie deren fortwährende Relevanz als Zahlungsmittel und als Symbol für die europäische Einigung in einer zunehmend digitalisierten Welt.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, die für die Öffentlichkeit von Interesse sein könnten. So wird nicht explizit benannt, welche spezifischen Sicherheitsmerkmale in die neuen Scheine integriert werden sollen, außer dass diese die Fälschungssicherheit erhöhen sollen. Auch die genauen Produktionskosten für die Umstellung der gesamten Banknotenserie werden nicht thematisiert. Ebenso bleibt unklar, wie die Umstellung logistisch ablaufen wird, sobald die Designs endgültig feststehen, und ob es eine zeitliche Staffelung bei der Einführung der verschiedenen Nennwerte geben wird. Wie es weitergeht, ist hingegen klar definiert: Nach dem Abschluss der Online-Abstimmung am 21. September wird der EZB-Rat die Ergebnisse sichten und bewerten. Die finale Entscheidung über das Design ist für Ende 2026 terminiert. Danach schließt sich eine Phase der technischen Vorbereitung an, bevor die neuen Banknoten in den Umlauf gebracht werden. Die Bürger können also in den kommenden Monaten die Entwicklung aktiv verfolgen, während die EZB die Weichen für die nächste Generation des Euro-Bargelds stellt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/smartphone-geld-kasse-wahrung-10149294/ · Foto: Engin Akyurt
Quelle: https://t3n.de/news/neue-euro-banknoten-design-abstimmung-ezb-september-1754602/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed