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Behörden: "Sehr ernster Sicherheitsvorfall" am Flughafen Leipzig/Halle
Schlagzeilen · 05.08.2026 15:58

Behörden: "Sehr ernster Sicherheitsvorfall" am Flughafen Leipzig/Halle

Kurz: Am Flughafen Leipzig/Halle wurde eine mit Sprengstoff präparierte Drohne entschärft. Behörden stufen den Vorfall als sehr ernst ein und ermitteln auf Hochdruck.

Sicherheitslage am Flughafen Leipzig/Halle

Ein nächtlicher Zwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle hat die deutschen Sicherheitsbehörden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Spezialisten der Bundespolizei mussten eine Drohne unschädlich machen, die mit einer Sprengvorrichtung ausgestattet war. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht, als Mitarbeiter des Flughafens das präparierte Fluggerät entdeckten. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen konnte der Zünder der Vorrichtung erfolgreich entfernt werden.

Die Ermittlungen in diesem Fall liegen nun bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sowie dem Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des LKA. Aufgrund der Brisanz der Situation wird ein politischer Hintergrund der Tat derzeit ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Details zum Fund und Entschärfung

Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung zufolge war die Drohne mit den Sprengstoffen PETN und Semtex präpariert. Das Gerät wurde in unmittelbarer Nähe zu vier Transportflugzeugen der ukrainischen Airline "Antonov Airlines" aufgefunden. Ein Sprecher der NATO bestätigte zudem, dass die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs gesichtet wurde.

Ermittlungsunterlagen legen nahe, dass der Flughafen einer Katastrophe nur knapp entgangen sein könnte. Offenbar war der Zünder an dem Paket abgerissen, was eine Detonation verhinderte. Die Südpiste des Flughafens blieb nach dem Fund den gesamten Tag über für den Flugbetrieb gesperrt, während der restliche Verkehr über die Nordpiste abgewickelt wurde.

Reaktion der Bundes- und Landespolitik

Sachsens Innenminister Armin Schuster bezeichnete den Vorfall als "sehr ernsten Sicherheitsvorfall". Um den Sachverhalt aufzuklären, arbeiten Landes- und Bundessicherheitsbehörden eng zusammen. Unter anderem sind das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen sowie spezialisierte Einheiten der Bundespolizei zur Drohnenabwehr involviert.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterbrach aufgrund der Lage seinen Urlaub und reiste persönlich nach Leipzig, um an einer Lagebesprechung teilzunehmen. Zu dem Treffen wurden hochrangige Vertreter erwartet, darunter der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, sowie der Chef des Verfassungsschutzes, Sinan Selen. Der enge Austausch zwischen Landes- und Bundesebene unterstreicht die hohe Priorität, die den Ermittlungen beigemessen wird.

Zweiter Vorfall im Umfeld des Flughafens

Neben dem Fund der Drohne kam es zu einem weiteren sicherheitsrelevanten Ereignis. Eine Frachtmaschine, die aufgrund der Sperrung der Südpiste nicht in Leipzig landen konnte, kollidierte in der Luft mit einem bisher unbekannten Objekt. Die Maschine befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von einigen Hundert Metern. Trotz leichter Beschädigungen konnte das Flugzeug sicher in Hannover landen. Die Polizei Niedersachsen führt diesen Vorfall als mögliches Staatsschutzdelikt.

Kontext: Kritische Infrastruktur im Fokus

Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein zentraler Knotenpunkt für den Transport von Rüstungsgütern, insbesondere im Kontext des Ukraine-Krieges. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges verzeichnen deutsche Behörden verstärkt Drohnensichtungen sowie Aktivitäten, die auf eine gezielte Ausspähung von kritischer Infrastruktur und militärischen Einrichtungen hindeuten.

Die Einstufung des Flughafens als kritische Infrastruktur macht ihn zu einem sensiblen Ziel. Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie von sicherheitspolitischen Herausforderungen ein, denen Deutschland mit einer verstärkten Drohnenabwehr und erweiterten polizeilichen Befugnissen begegnen will. Die kommenden Schritte der Ermittlungsbehörden werden nun zeigen, ob sich die Hinweise auf einen gezielten Anschlag erhärten lassen und welche Akteure hinter der präparierten Drohne stehen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/zeitschriften-stapel-bokeh-papier-5505690/ · Foto: Mike van Schoonderwalt
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/sicherheit-flughafen-leipzig-drohne-100.html