Ein Sommer voller Theater: Das Programm für 2027
Die Bad Hersfelder Festspiele stehen vor einer bedeutenden Spielzeit. Wie die Festspielleitung am Dienstag bekannt gab, wird die 76. Saison im Sommer 2027 vom 18. Juni bis zum 15. August stattfinden. Das Programm umfasst insgesamt sieben Produktionen, die sowohl bewährte Stoffe als auch innovative Neuinterpretationen in die historische Kulisse der Stiftsruine bringen. Die Ankündigung erfolgte nur wenige Tage nach dem Abschluss der vorangegangenen Saison und unterstreicht den Anspruch der Festspiele, als kultureller Ankerpunkt in der Region zu fungieren. Im Zentrum der Planungen steht die Absicht, das Publikum durch eine Mischung aus anspruchsvollem Sprechtheater, musikalischen Komödien und einem hochkarätig besetzten Rahmenprogramm zu begeistern. Dabei setzen die Verantwortlichen auf eine bewusste Auseinandersetzung mit zeitlosen Fragen der menschlichen Identität. Die Intendantin Elke Hesse betonte, dass die ausgewählten Stücke trotz ihrer teils jahrhundertealten Wurzeln eine unmittelbare Relevanz für die heutige Zeit besitzen. Die Festspiele verstehen sich dabei als eine Einladung an die Zuschauer, sich innerhalb der beeindruckenden Mauern der Stiftsruine mit sich selbst und den großen Themen des Lebens auseinanderzusetzen. Mit dieser strategischen Ausrichtung will man an den Erfolg der vergangenen Jahre anknüpfen und das Publikum erneut in den Bann der Theaterkunst ziehen.
Details zu den Inszenierungen und Spielorten
Das Herzstück der Festspiele 2027 bleibt die Stiftsruine, auf deren Bühne drei große Premieren gefeiert werden. Den Auftakt bildet am 18. Juni die Uraufführung von "Jedermann wird Jedermensch", einer Adaption des berühmten Werks von Hugo von Hofmannsthal. Michael Schachermaier, der als Oberspielleiter und Vize-Intendant fungiert, zeichnet sowohl für die Kreation dieser Fassung als auch für die Regie verantwortlich. Sein Ziel ist es, ein bildstarkes Theaterereignis zu schaffen, das den klassischen Stoff in die Gegenwart überführt. Nur einen Tag später, am 19. Juni, folgt die Premiere des Singspiels "Im weißen Rössl". Die Regie übernimmt Philipp M. Krenn, während Christoph Wohlleben die musikalische Leitung des Hersfelder Orchesters innehat. Das Stück von Ralph Benatzky, das seit 1930 Generationen begeistert, verspricht durch seine zahlreichen Ohrwürmer ein breites Publikum anzusprechen. Als dritte Premiere in der Stiftsruine ist William Shakespeares Komödie "Was ihr wollt" unter der Regie von Alexandra Liedtke vorgesehen. Die Festspielleitung beschreibt das Werk als eine "Urgewalt der Theaterkunst", die die Macht der Liebe thematisiert. Ergänzt wird das Programm durch die Übernahme der erfolgreichen Produktionen "Something Rotten!" und "Pippi Langstrumpf" aus der Saison 2026. Auf der Nebenbühne im Schloss Eichhof werden zudem die Fortsetzung "Achtsam Morden Teil II" sowie Loriots komödiantisches Meisterwerk "Ödipussi" gezeigt.
Der Weg zur 76. Saison: Kontinuität und Wandel
Die Entwicklung des Spielplans für 2027 ist das Ergebnis einer kontinuierlichen kuratorischen Arbeit. Elke Hesse, die im kommenden Jahr in die zweite Spielzeit ihrer zweiten Amtszeit startet, verfolgt eine klare Linie: Theater soll Geschichten erzählen, die das Publikum berühren und zum Nachdenken anregen. Die Entscheidung, "Something Rotten!" und "Pippi Langstrumpf" erneut in den Spielplan aufzunehmen, basiert auf dem überaus positiven Echo, das diese Stücke beim Publikum im Jahr 2026 fanden. Dies zeigt, dass die Festspiele nicht nur auf neue Impulse setzen, sondern auch bewährte Erfolge pflegen, um eine loyale Zuschauerschaft zu binden. Die Einbettung der Produktionen in die historisch bedeutsame Stiftsruine ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der Identität der Festspiele. Die architektonische Gegebenheit der Ruine dient als natürlicher Resonanzraum für die gewählten Stoffe. Die Vorbereitungen für das Jahr 2027 begannen unmittelbar nach dem Ende der vorangegangenen Spielzeit, was die hohe Schlagzahl und Professionalität der Organisation unterstreicht. Die Intendantin sieht in der kommenden Saison eine Fortsetzung des eingeschlagenen Weges, bei dem die künstlerische Qualität und der Gegenwartsbezug im Zentrum stehen, um die Relevanz des Theaters in einer sich wandelnden Gesellschaft zu behaupten.
Die Akteure hinter und auf der Bühne
Die Gestaltung der Festspiele 2027 liegt in den Händen eines erfahrenen Teams. Intendantin Elke Hesse koordiniert die künstlerische Ausrichtung und betont die Bedeutung der inhaltlichen Tiefe. Michael Schachermaier nimmt als Oberspielleiter und Vize-Intendant eine Schlüsselrolle bei der inhaltlichen Gestaltung ein, insbesondere durch seine Arbeit an der "Jedermann"-Adaption. Für die musikalische Qualität sorgt erneut Christoph Wohlleben, der als musikalischer Leiter des Hersfelder Orchesters fungiert. Neben den festen Ensembles und Regisseuren wie Philipp M. Krenn und Alexandra Liedtke setzen die Festspiele auf eine starke Präsenz prominenter Gäste im Rahmenprogramm. Lars Eidinger, bekannt als vielseitiger Schauspieler, wird mit seinem Brecht-Programm "Hauspostille" auftreten und zudem als DJ agieren. Ulrich Tukur, ein prominentes Gesicht aus dem "Tatort", bringt mit den "Rhythmus Boys" das Konzert "Tohuwabohu" auf die Bühne. Die Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann präsentiert Stücke ihres Albums "Circles". Abgerundet wird das prominente Aufgebot durch das Ehepaar Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer, die mit einer Mischung aus Schauspiel, Lesung und Konzert unter dem Titel "Chocolat" auftreten. Diese Zusammenstellung aus etablierten Theatermachern und bekannten Gesichtern aus Film und Fernsehen soll ein breites Publikum ansprechen.
Einordnung der künstlerischen Strategie
Einzuordnen ist das Programm 2027 als eine bewusste Balance zwischen populärem Unterhaltungstheater und anspruchsvoller Klassik-Adaption. Die Entscheidung, den "Jedermann" in einer Neufassung als "Jedermensch" zu präsentieren, deutet den Berichten zufolge auf eine Modernisierung hin, die den Fokus von einer individuellen Erlösungsgeschichte hin zu einer kollektiven, gesellschaftlichen Identitätsfrage verschieben könnte. Die Wahl des Singspiels "Im weißen Rössl" und der Shakespeare-Komödie "Was ihr wollt" unterstreicht den Wunsch, das Publikum durch emotionale und musikalische Stärke zu erreichen. Die Einbindung von "Achtsam Morden Teil II" auf der Nebenbühne zeigt zudem, dass die Festspiele moderne Literaturtrends aufgreifen und in ein theatrales Format übersetzen. Die prominente Besetzung des Rahmenprogramms dient dabei nicht nur der Unterhaltung, sondern fungiert auch als Zugpferd, um neue Besuchergruppen für die Festspiele zu gewinnen. Die künstlerische Handschrift der Intendantin Elke Hesse zeigt sich hierbei in der Verzahnung von traditioneller Spielstätte und zeitgenössischer Interpretation. Es ist ein Konzept, das darauf abzielt, die Festspiele als lebendigen Ort der Auseinandersetzung zu positionieren, statt sie als reines Museum für klassische Stücke zu führen.
Was noch ungeklärt bleibt
Trotz der detaillierten Vorstellung des Programms für 2027 bleiben einige Fragen offen, die der vorliegende Quelltext nicht beantwortet. So gibt es keine Informationen zur genauen Besetzung der Hauptrollen in den Stücken "Jedermann wird Jedermensch", "Im weißen Rössl" und "Was ihr wollt". Es bleibt unklar, welche Schauspielerinnen und Schauspieler die zentralen Charaktere verkörpern werden. Auch Details zum Ticketverkauf, wie etwa der offizielle Starttermin für den Vorverkauf oder die Preisgestaltung der Karten, werden im Quelltext nicht genannt. Ebenso fehlen Angaben zu den technischen Anforderungen oder möglichen baulichen Veränderungen an der Stiftsruine, die für die geplanten Inszenierungen notwendig sein könnten. Auch die genaue inhaltliche Ausgestaltung der "Jedermann"-Adaption, abgesehen von der Intention des Regisseurs, bleibt noch vage. Es wird zwar von einer "bildstarken" Inszenierung gesprochen, doch wie diese visuell umgesetzt wird, bleibt offen. Zudem gibt es keine Informationen darüber, ob weitere Produktionen für das Rahmenprogramm geplant sind oder ob die Liste der prominenten Gäste bereits final ist. Diese Lücken lassen Raum für weitere Ankündigungen in den kommenden Monaten, da die Festspiele ihre Planung sukzessive konkretisieren werden.
Der weitere Zeitplan bis zum Sommer 2027
Nach der offiziellen Bekanntgabe des Programms am 1. September 2026 beginnt nun die Phase der intensiven Vorbereitung. Die Festspielleitung hat mit der Präsentation des Programms den Startschuss für die organisatorische Planung der 76. Saison gegeben. Die Zeit bis zum 18. Juni 2027 wird von den Verantwortlichen genutzt, um die künstlerischen Teams zusammenzustellen, Proben zu planen und die logistischen Abläufe für den Spielbetrieb in der Stiftsruine sowie auf Schloss Eichhof zu koordinieren. Da die Festspiele eine feste Größe im hessischen Kulturkalender sind, ist davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten weitere Details zu den Besetzungen und zum Ticketverkauf bekannt gegeben werden. Die Festspielleitung wird ihre Strategie weiterverfolgen, das Publikum durch kontinuierliche Kommunikation über den Fortschritt der Proben und weitere Programmpunkte auf dem Laufenden zu halten. Mit dem festgesetzten Zeitraum bis zum 15. August 2027 steht der Rahmen für die Spielzeit fest. Alle weiteren Schritte, von der Auswahl der Kostüme bis hin zur technischen Einrichtung der Bühne, werden sich nun an diesem Zeitplan orientieren, um einen reibungslosen Ablauf der Premieren im Juni zu gewährleisten.