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Ausgezeichnet! Energiesparen lohnt sich
Regional · 22.09.2026 16:39

Ausgezeichnet! Energiesparen lohnt sich

Kurz: Die Stadt Kassel zeichnet Schulen und Kitas für herausragende Erfolge beim Energiesparen aus. Das Projekt „Clever fürs Klima“ zeigt, wie gemeinsames Handeln wir

Ein erfolgreicher Start für das Klimaschutz-Modell in Kassel

Die Stadt Kassel hat eine erste, äußerst positive Bilanz für ihr ambitioniertes Projekt „Clever fürs Klima“ gezogen. Seit Ende 2024 nehmen sämtliche rund 80 Kitas und Schulen in städtischer Trägerschaft an diesem Programm teil, das darauf abzielt, den Energie- und Wasserverbrauch in öffentlichen Bildungseinrichtungen nachhaltig zu senken. Nun wurden im September 2026 die ersten Auszeichnungen für herausragende Leistungen im Bereich des Energiesparens vergeben. Die Initiative verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz: Es geht nicht nur um technische Optimierungen, sondern vor allem um die aktive Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer. Durch die Verknüpfung von pädagogischer Bildungsarbeit mit finanziellen Anreizen in Form von Prämien soll das Bewusstsein für den Klimaschutz gestärkt werden. Die Ergebnisse des ersten ausgewerteten Jahres 2025 belegen eindrucksvoll, dass ein kooperativer Ansatz zwischen Verwaltung, Lehrkräften, Schülerschaft und technischem Personal zu signifikanten Einsparungen führt. Die Stadt Kassel setzt damit ein deutliches Zeichen für die lokale Umsetzung ihrer Klimaziele und zeigt, dass durch gezielte Maßnahmen und die Beteiligung aller Akteure ein spürbarer Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz geleistet werden kann.

Die prämierten Einrichtungen und ihre beeindruckenden Ergebnisse

Die Auswertung für das Jahr 2025 basierte auf einem Vergleich der Verbräuche von Strom, Wärme und Wasser mit dem Referenzzeitraum der Jahre 2022 bis 2024. In der Kategorie „Energiesparen“ sicherte sich die Kita Forstbachweg mit einer Gesamteinsparung von 17 Prozent den ersten Platz, gefolgt von der Kita Kirchditmold mit 16 Prozent und der Kita Philippinenhof mit 12 Prozent. Bei den Schulen führte die Herkulesschule das Feld mit 14 Prozent Einsparung an, dicht gefolgt von der Grundschule Wolfsanger mit 13 Prozent und dem Friedrichgymnasium mit 12 Prozent. Neben den reinen Verbrauchsdaten wurden auch Aktivitäten im Bereich Klima- und Ressourcenschutz bewertet. Hier erreichte die Kita Oberzwehren mit 41 von 47 möglichen Punkten den Spitzenplatz, gefolgt von den Kitas Philippinenhof und Eichwald mit jeweils 39 Punkten. Bei den Schulen setzte sich das Wilhelmsgymnasium mit 52 von 70 Punkten an die Spitze, gefolgt von der Jacob-Grimm-Schule mit 44 Punkten und der Georg-August-Zinn-Schule mit 43 Punkten. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme Bandbreite des Engagements, das von technischer Anpassung bis hin zu kreativen Bildungsangeboten reicht.

Der Weg zum Energiesparmodell: Ursprung und Zielsetzung

Der Ursprung des Projekts liegt im Jahr 2020, als der ehrenamtliche Klimaschutzrat der Stadt Kassel den Grundstein legte. Im Rahmen der Maßnahmenempfehlungen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2030 wurde in der Themenwerkstatt „Kommunikation, Teilhabe und Bildung“ die Einführung eines systematischen Energiesparmodells für städtische Einrichtungen beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung gab schließlich grünes Licht für die Umsetzung von „Clever fürs Klima“. Finanziell unterstützt wird das Vorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative. Mit einer Förderquote von 70 Prozent stellt der Bund insgesamt 1,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren bereit. Das Modell sieht vor, dass für jede Einrichtung eine detaillierte Energiebilanz erstellt wird, die auch die anfallenden Kosten berücksichtigt. Ein zentraler Anreizmechanismus wurde dabei fest verankert: Eingesparte Energiekosten werden zu 80 Prozent in Form von Prämien direkt an die jeweiligen Schulen und Kitas ausgeschüttet, was den Einrichtungen finanzielle Spielräume für eigene Projekte eröffnet und die Motivation zur weiteren Reduktion des Verbrauchs nachhaltig steigert.

Die Akteure: Wer das Projekt trägt und gestaltet

Das Projekt lebt von der Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure. Bürgermeisterin Nicole Maisch betont die pädagogische Bedeutung des Ansatzes, der die Handlungsfähigkeit der Nutzenden in den Mittelpunkt stellt. Auf technischer Ebene leistet das Amt für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung unter der Leitung von Dr. Carsten Schwarz einen wesentlichen Beitrag, indem es die notwendige Expertise für die Optimierung der Gebäudetechnik bereitstellt. Die operative Umsetzung vor Ort wird durch die Energieagentur „Energie 2000 e.V.“ begleitet, die als Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung und den Bildungseinrichtungen fungiert. Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Schülerschaft, wie das Beispiel der Georg-August-Zinn-Schule zeigt. Dort hat die Schülervertretung die Initiative ergriffen und steuert gemeinsam mit der Schulleitung die Energiesparmaßnahmen. Auch das Hausmeisterpersonal spielt eine Schlüsselrolle, da eine präzise Abstimmung der Heizungssteuerung auf die tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten, wie etwa das Lüftungsverhalten der Lehrkräfte, erst durch die enge Kommunikation zwischen allen Beteiligten möglich wird. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von der Kita-Leitung bis zum Schüler alle Ebenen einbezieht.

Einordnung: Warum dieses Modell als zukunftsweisend gilt

Einzuordnen ist das Projekt als ein Paradebeispiel für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Den Berichten zufolge ist der Erfolg nicht allein auf technische Sanierungen zurückzuführen, sondern auf eine Verhaltensänderung der Nutzenden. Die jährliche Bilanzierung fungiert dabei als direktes Feedback-Instrument, das den Erfolg des eigenen Handelns sofort sichtbar macht. Dass die Stadt Kassel 80 Prozent der eingesparten Kosten als Prämie ausschüttet, wird als ein entscheidender Motivationsfaktor gewertet, der über das rein ökologische Bewusstsein hinausgeht. Die Einsparung von rund 130.000 Kilowattstunden Strom und etwa 2,0 Millionen Kilowattstunden Wärme im ersten Jahr 2025 unterstreicht die Effektivität des Modells. Die eingesparte Wärmemenge entspricht dem jährlichen Bedarf von etwa 200 Haushalten, was die ökologische Relevanz des Projekts verdeutlicht. Es ist ein Lernprozess, bei dem technisches Wissen und alltägliche Gewohnheiten in Einklang gebracht werden. Die Stadt Kassel zeigt damit, dass Klimaschutz im kommunalen Bereich durch Transparenz, Partizipation und finanzielle Anreize messbare Erfolge erzielen kann, die weit über das bloße Einsparen von Energiekosten hinausgehen.

Offene Fragen: Was die Bilanz noch nicht beantwortet

Obwohl die erste Bilanz des Projekts „Clever fürs Klima“ detaillierte Erfolge bei den Einsparungen und den Bildungsaktivitäten vorlegt, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. Der Quelltext macht keine expliziten Angaben dazu, wie die Prämien in den einzelnen Einrichtungen konkret verwendet werden. Es bleibt offen, ob die Gelder primär in weitere Klimaschutzmaßnahmen fließen oder für andere pädagogische Zwecke genutzt werden. Zudem wird nicht detailliert aufgeschlüsselt, welche spezifischen technischen Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden parallel zum Projekt stattgefunden haben, die möglicherweise die Einsparungen beeinflusst haben könnten. Auch die Frage, wie mit Einrichtungen umgegangen wird, die trotz Bemühungen keine oder nur geringe Einsparungen erzielen konnten, bleibt unbeantwortet. Ebenso fehlen Informationen darüber, ob das Modell auf andere städtische Gebäude, wie etwa Verwaltungsgebäude oder Sportstätten, ausgeweitet werden soll. Die langfristige Stabilität der Einsparungen, insbesondere nach dem Auslaufen der Bundesförderung, wird im vorliegenden Bericht nicht thematisiert. Die langfristige Finanzierung des Prämiensystems nach 2028 ist somit ein Punkt, der in der zukünftigen Planung der Stadt Kassel noch adressiert werden muss.

Wie es weitergeht: Perspektiven bis 2028

Die Stadt Kassel plant, die Erfahrungen aus dem ersten Projektjahr konsequent zu nutzen, um die Einrichtungen auch in den kommenden Jahren bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Ein zentrales Ziel ist der Transfer von erfolgreichen Ideen und Strategien zwischen den verschiedenen Kitas und Schulen. Da das Projekt bis zum Jahr 2028 durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird, bleibt ein stabiler Rahmen für die weitere Umsetzung bestehen. Sabrina Schaub von der Energieagentur Energie 2000 e.V. betont, dass noch weiteres Potenzial vorhanden ist. Die kontinuierliche Arbeit an den technischen Stellschrauben und die weitere Sensibilisierung der Nutzerinnen und Nutzer stehen dabei im Vordergrund. Da Energiesparen sowohl detailliertes Wissen über die technischen Anlagen als auch eine langfristige Änderung von Gewohnheiten erfordert, ist das Projekt auf Kontinuität ausgelegt. Die jährliche Bilanzierung wird fortgesetzt, um den Einrichtungen weiterhin ein direktes Feedback zu geben und den Anreiz für weitere Einsparungen aufrechtzuerhalten. Die Stadt Kassel setzt darauf, dass durch diesen Prozess das Bewusstsein für den Klimaschutz fest in den Alltag der Bildungseinrichtungen integriert wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/quedlinburgs-historische-architektur-mit-strassenlaterne-32473921/ · Foto: Studio Friluma
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/september/clever-fuers-klima-praemienuebergabe.php