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ARD-Format "Was Deutschland verbindet" ausgezeichnet
Regional · 16.10.2026 21:00

ARD-Format "Was Deutschland verbindet" ausgezeichnet

Kurz: Das ARD-Dialogformat "Was Deutschland verbindet" unter Federführung des Hessischen Rundfunks wurde beim renommierten Prix Europa 2026 in Berlin ausgezeichnet.

Ein Erfolg für den gesellschaftlichen Dialog

Das ambitionierte ARD-Projekt mit dem Titel "Was Deutschland verbindet" hat eine bedeutende internationale Würdigung erfahren. Im Rahmen des Prix Europa 2026, der am vergangenen Freitagabend in Berlin verliehen wurde, erhielt das Dialogformat eine besondere Anerkennung in der Kategorie "Iris". Bei dieser Aktion stand der Austausch von Perspektiven sowie das gegenseitige Zuhören im Mittelpunkt. Die ARD hatte Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet dazu eingeladen, miteinander in einen direkten Dialog zu treten und ihre unterschiedlichen Meinungen offen zu diskutieren. Ziel war es, Brücken zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Positionen zu schlagen und aufzuzeigen, was die Bevölkerung trotz bestehender Differenzen im Kern zusammenhält. Die Auszeichnung unterstreicht die Relevanz solcher Formate in einer Zeit, in der der öffentliche Diskurs oft von Polarisierung geprägt ist. Der Preis wird von einem Bündnis aus 24 öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in ganz Europa vergeben, was den Stellenwert dieser Ehrung für das deutsche Medienprojekt unterstreicht.

Die Hintergründe und die Umsetzung des Projekts

Für die Konzeption und Durchführung des Formats zeichnete der Hessische Rundfunk (hr) als federführende Anstalt verantwortlich. Unterstützt wurde das Projekt durch eine enge Kooperation mit drei weiteren ARD-Sendern: dem Südwestrundfunk (SWR), dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Die technische und organisatorische Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma doity. Das Herzstück der Aktion bildeten 84 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die im Mai dieses Jahres zusammenkamen. Diese Gruppe wurde so zusammengestellt, dass sie einen statistisch fundierten Querschnitt der deutschen Bevölkerung repräsentiert. In moderierten Gesprächsrunden widmeten sich die Beteiligten komplexen und oft kontrovers diskutierten Themenfeldern. Dazu gehörten unter anderem die Bereiche Demokratie, Gleichberechtigung, Migration, gesellschaftlicher Wandel sowie das Phänomen der sogenannten Meckerkultur. Die gesamte Aktion wurde filmisch dokumentiert und ist für Interessierte weiterhin in der ARD Mediathek abrufbar.

Stimmen der Beteiligten zum Projekterfolg

Die Freude über die Auszeichnung ist bei den Verantwortlichen groß. Nina Pater, die als Projektleiterin für die ARD agierte, äußerte sich tief bewegt über die Anerkennung durch die Jury. Sie betonte, dass der Preis nicht nur das gesamte Projektteam und die beteiligten Rundfunkanstalten ehre, sondern vor allem den 84 Teilnehmern gelte. Diese hätten den notwendigen Mut bewiesen, ihre persönlichen Erfahrungen, ihre Zweifel und ihre festen Überzeugungen in einem öffentlichen Rahmen zu teilen. Laut Pater sei es durch dieses Engagement gelungen, das Verbindende in der Gesellschaft trotz aller offensichtlichen Unterschiede sichtbar zu machen. Die Auszeichnung wird als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg gewertet, den öffentlichen Diskurs durch echte Begegnungen zu bereichern. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen ARD-Sendern und dem Produktionspartner doity wird dabei als wesentlicher Faktor für das Gelingen des anspruchsvollen Vorhabens hervorgehoben.

Einordnung der Auszeichnung

Einzuordnen ist diese Auszeichnung als ein Signal für die Bedeutung öffentlich-rechtlicher Formate, die aktiv zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen wollen. Den Berichten zufolge stellt das Format "Was Deutschland verbindet" einen Versuch dar, die oft abstrakte Debatte über den Zustand der Demokratie durch konkrete menschliche Begegnungen zu ersetzen. Dass die Jury des Prix Europa, die sich aus Vertretern zahlreicher europäischer Rundfunkanstalten zusammensetzt, das Projekt würdigte, deutet darauf hin, dass die gewählte Methodik – die Zusammenstellung eines repräsentativen Querschnitts der Bevölkerung – auch international als vorbildlich wahrgenommen wird. Es ist ein bewusster Gegenentwurf zu rein digitalen Debatten, bei denen der direkte Austausch und das Zuhören oft zu kurz kommen. Die Anerkennung in der Kategorie "Iris" unterstreicht dabei den hohen qualitativen Anspruch, den die ARD an ihre Dialogformate stellt, um die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Obwohl das Projekt durch die Preisverleihung eine breite mediale Aufmerksamkeit erhalten hat, lässt der Quelltext einige Fragen unbeantwortet. So wird nicht detailliert erläutert, welche spezifischen Auswahlkriterien für die 84 Teilnehmer im Detail angewandt wurden, um den "bestmöglichen Querschnitt" zu erreichen. Auch bleibt offen, ob das Format "Was Deutschland verbindet" in Zukunft fortgesetzt oder durch ähnliche Dialogprojekte ergänzt werden soll. Ebenso fehlen Informationen darüber, wie die Teilnehmer selbst die langfristige Wirkung der Gespräche auf ihr eigenes Umfeld bewerten. Da das Projekt im Mai 2026 stattfand und die Auszeichnung im Oktober 2026 erfolgte, ist zudem unklar, ob es bereits eine wissenschaftliche Evaluation der Auswirkungen dieser Dialoge gibt. Die ARD hat bisher keine konkreten Folgetermine oder eine Ausweitung des Formats auf andere Themengebiete öffentlich angekündigt. Interessierte können sich jedoch weiterhin ein eigenes Bild machen, da die Aufzeichnungen der Gesprächsrunden dauerhaft in der ARD Mediathek zur Verfügung stehen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/quedlinburgs-historische-architektur-mit-strassenlaterne-32473921/ · Foto: Studio Friluma
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-ard-format-was-deutschland-verbindet-ausgezeichnet-100.html