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Stadt · Kreis Gießen: Auf Balkon geklettert · Falscher Handwerker macht Beute
Regional · 06.11.2026 14:13

Stadt · Kreis Gießen: Auf Balkon geklettert · Falscher Handwerker macht Beute

Kurz: Im Raum Gießen kam es zu zwei Delikten: Ein Einbrecher stieg in eine Wohnung ein, während ein falscher Handwerker einen Senior in Langgöns bestahl.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Das Polizeipräsidium Mittelhessen meldete am 6. November 2026 zwei Vorfälle, die sich im Stadtgebiet Gießen sowie im Kreis Gießen ereignet haben. In beiden Fällen verschafften sich Kriminelle unbefugt Zutritt zu Privatwohnungen, um dort Straftaten zu begehen. Der erste Vorfall ereignete sich in Gießen im Edlef-Köppen-Weg. Dort drang ein bislang unbekannter Täter am Mittwoch, den 4. November, in eine Wohnung ein, die sich im Hochparterre eines Mehrfamilienhauses befindet. Der Einbrecher kletterte dazu auf den Balkon und brach die Balkontür gewaltsam auf. Im Anschluss durchsuchte er die Räumlichkeiten und konnte unerkannt entkommen. Nur einen Tag später, am Donnerstag, den 5. November, kam es in Langgöns zu einem weiteren Delikt. Hierbei agierte ein Täter unter dem Vorwand, ein Handwerker zu sein. Er täuschte einen dringenden Notfall – einen Wasserrohrbruch – vor, um sich Zugang zur Wohnung eines 86-jährigen Bewohners zu verschaffen. Während der Täter das Opfer unter diesem Vorwand ablenkte, gelangte vermutlich ein Komplize unbemerkt in die Wohnung und entwendete Bargeld sowie Schmuck. In beiden Fällen ermittelt nun die Polizei und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Die Einzelheiten der Vorfälle

Die Tat im Edlef-Köppen-Weg in Gießen fand in einem engen Zeitfenster zwischen 18.45 Uhr und 19.18 Uhr statt. Der Täter wählte den Weg über den Balkon im Hochparterre, was darauf hindeutet, dass er das Gebäude gezielt ausgesucht haben könnte. Ob bei diesem Einbruch tatsächlich Wertgegenstände entwendet wurden, ist zum aktuellen Zeitpunkt der polizeilichen Ermittlungen noch nicht abschließend geklärt. Die Kriminalpolizei in Gießen hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die in diesem Zeitraum verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 0641/7006-6555 zu melden. Im Fall von Langgöns ist die Vorgehensweise deutlich komplexer. Der Täter nutzte das Vertrauen des 86-jährigen Geschädigten aus. Durch die Behauptung, wegen eines Wasserrohrbruchs sofort in die Wohnung zu müssen, setzte er den Senior unter Druck. Da der Täter vermutlich nicht allein handelte, konnte ein Komplize, den der Haupttäter unbemerkt in die Wohnung ließ, die Räume nach Wertsachen durchsuchen. Der Verlust von Bargeld und Schmuck wurde erst im Nachgang bemerkt, als die Täter bereits über alle Berge waren.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Die Ermittlungsbehörden in Mittelhessen sehen in den aktuellen Vorfällen eine Fortsetzung bekannter Kriminalitätsmuster. Während der Einbruch in Gießen ein klassisches Delikt darstellt, bei dem die physische Barriere einer Balkontür überwunden wurde, fällt der Fall in Langgöns in die Kategorie des Trickdiebstahls. Die Polizei weist darauf hin, dass solche Taten oft auf einer psychologischen Manipulation der Opfer basieren. Die Täter nutzen gezielt Notlagen oder offizielle Rollen aus, um Hemmschwellen abzubauen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, Verbindungen zwischen diesen oder ähnlichen Taten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen zu prüfen. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die Täter in Gießen und Langgöns identisch sind, doch die Häufung innerhalb kurzer Zeit alarmiert die Beamten. Die Polizei hat bereits umfangreiches Informationsmaterial zu den gängigen Maschen der Trickdiebe veröffentlicht, um die Bevölkerung für diese Gefahren zu sensibilisieren und künftige Taten zu verhindern.

Die Beteiligten und Institutionen

Betroffen sind in erster Linie die Bewohner der betroffenen Wohnungen, insbesondere der 86-jährige Senior aus Langgöns, der Opfer des Trickdiebstahls wurde. Die Ermittlungen werden durch das Polizeipräsidium Mittelhessen geführt, wobei die Pressestelle unter der Leitung von Pierre Gath die Öffentlichkeit über die Vorfälle informiert. Die zuständige Kriminalpolizei in Gießen ist für die Bearbeitung des Einbruchs im Edlef-Köppen-Weg verantwortlich. Die Polizei fungiert hierbei nicht nur als Ermittlungsbehörde, sondern auch als präventive Instanz, die Tipps zur Sicherheit gibt. Die Pressestelle mit Sitz in der Ferniestraße 8 in Gießen ist die zentrale Anlaufstelle für Rückfragen. Außerhalb der regulären Dienstzeiten ist der Polizeiführer vom Dienst (PvD) für die Koordination der polizeilichen Maßnahmen zuständig. Die Institutionen betonen, dass sie bei der Aufklärung auf die Mithilfe der Bürger angewiesen sind, sei es durch Zeugenaussagen oder durch die Einhaltung der polizeilichen Sicherheitsempfehlungen.

Einordnung der Geschehnisse

Einzuordnen ist das Geschehen als Teil einer anhaltenden Herausforderung für die Sicherheitsbehörden. Trickdiebstahl und Wohnungseinbrüche stellen für die Betroffenen eine erhebliche psychische Belastung dar, da der geschützte private Raum verletzt wurde. Den Berichten zufolge sind Trickdiebe oft schauspielerisch begabt und gehen sehr planvoll vor. Die Polizei unterteilt die Arbeitsweisen in drei Grundmuster: das Vortäuschen einer Notlage, das Vortäuschen einer offiziellen Funktion oder das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung. Der Fall in Langgöns lässt sich dabei eindeutig dem Muster der vorgetäuschten Notlage zuordnen, da der Täter einen angeblichen Wasserrohrbruch als Vorwand nutzte. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, dass diese Täter äußerst erfinderisch sind. Die Taktik, einen Komplizen unbemerkt in die Wohnung zu lassen, während das Opfer abgelenkt wird, ist eine bewährte Methode, die den Tätern Zeit verschafft, ungestört Beute zu machen. Die Bevölkerung wird daher dazu angehalten, bei unbekannten Besuchern grundsätzlich skeptisch zu bleiben.

Offene Fragen und Lücken

Der vorliegende Sachstand lässt einige zentrale Fragen unbeantwortet. Im Fall des Einbruchs im Edlef-Köppen-Weg bleibt unklar, ob der Täter tatsächlich Beute gemacht hat oder ob er bei der Durchsuchung der Wohnung leer ausging. Ebenso ist die Identität des Täters oder der Tätergruppe in beiden Fällen noch völlig unbekannt. Es liegen keine detaillierten Täterbeschreibungen vor, die eine öffentliche Fahndung konkretisieren könnten. Auch ist nicht geklärt, ob der Täter in Langgöns den 86-Jährigen gezielt ausgesucht hat, weil er wusste, dass dieser allein lebt, oder ob es sich um eine Zufallstat handelte. Zudem bleibt offen, ob der Einbruch in Gießen und der Trickdiebstahl in Langgöns in einem direkten Zusammenhang stehen oder ob es sich um zwei voneinander unabhängige Tätergruppen handelt. Die Ermittler müssen zudem noch klären, ob es weitere Geschädigte gibt, die den Tätern möglicherweise ebenfalls die Tür geöffnet haben, dies aber bisher nicht zur Anzeige gebracht haben.

Wie es weitergeht

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen auf Hochtouren. Zeugenaufrufe wurden geschaltet, um Licht ins Dunkel der Vorfälle zu bringen. Die Polizei empfiehlt den Bürgern dringend, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Dazu gehört die Nutzung von Türspionen, das Vorlegen von Sperrriegeln und die generelle Zurückhaltung gegenüber Fremden. Es wird empfohlen, unbekannte Handwerker nur dann in die Wohnung zu lassen, wenn diese selbst beauftragt wurden oder von der Hausverwaltung angekündigt sind. Bei Zweifeln sollen sich Bürger direkt an die Polizei wenden. Die Behörden planen, die Präventionsarbeit fortzusetzen, um weitere Fälle dieser Art zu verhindern. Ob und wann es zu einer Festnahme kommt, hängt maßgeblich davon ab, ob aus der Bevölkerung sachdienliche Hinweise eingehen, die die Ermittler auf die Spur der Täter führen. Die Polizei appelliert an die Nachbarschaftshilfe, um insbesondere ältere Menschen vor derartigen Trickbetrügern zu schützen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-gebaude-bau-industrie-18418237/ · Foto: Marcus Lenk
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/154582/6385769