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Amazon Leo will Smartphones direkt aus dem Weltraum vernetzen
Technik · 28.07.2026 05:15

Amazon Leo will Smartphones direkt aus dem Weltraum vernetzen

Kurz: Amazon plant mit dem Projekt Leo eine direkte Mobilfunkverbindung aus dem All. Bis 2028 sollen über 5.000 Satelliten Funklöcher weltweit schließen.

Ambitionierte Pläne für die globale Vernetzung

Amazon treibt den Ausbau seiner Satelliteninfrastruktur massiv voran. Unter dem Namen „Amazon Leo“ – ehemals bekannt als Project Kuiper – plant der Technologieriese, Mobilgeräte direkt aus dem Weltraum mit Sprach- und Datendiensten zu versorgen. Ziel ist es, eine flächendeckende Konnektivität zu schaffen, die auch in entlegenen Regionen ohne terrestrische Mobilfunkmasten funktioniert.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, hat Amazon bei der US-amerikanischen Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) einen offiziellen Antrag für den Betrieb eines sogenannten Direct-to-Device (D2D)-Systems eingereicht. Das System soll auf eine Konstellation von bis zu 5.105 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn setzen.

Strategische Partnerschaften und technologische Integration

Ein wesentlicher Baustein der Strategie ist die Zusammenarbeit mit dem Satellitenkommunikationsanbieter Globalstar. Amazon hat eine Fusionsvereinbarung mit dem Unternehmen getroffen, das bereits für seine D2D-Dienste bekannt ist – unter anderem durch die Unterstützung von Apple-Nutzern bei Notfallnachrichten und der Standortfreigabe außerhalb herkömmlicher Funknetze. Durch die Übernahme kann Amazon das Know-how und die bestehenden Kapazitäten von Globalstar in seine eigene Leo-Infrastruktur integrieren.

Das neue D2D-System soll parallel zu den bereits geplanten Breitband-Satelliten der ersten und zweiten Generation betrieben werden. Laut Amazon ist die Technologie so konzipiert, dass sie mit einer wachsenden Zahl von Smartphones kompatibel ist, die über entsprechende satellitenfähige Chipsätze verfügen. Damit soll das Angebot nicht nur Notfallfunktionen abdecken, sondern auch höhere Durchsatzraten für die alltägliche Datennutzung in Regionen bieten, in denen Mobiltelefone die primäre Internetquelle darstellen.

Ergänzung statt Konkurrenz zum Mobilfunk

Amazon betont, dass das Leo-D2D-System nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu bestehenden terrestrischen Mobilfunknetzen fungiert. Es soll gezielt dort zum Einsatz kommen, wo ein klassischer Netzausbau aufgrund hoher Kosten, schwieriger Topografie oder technischer Hürden unpraktikabel ist. Der Konzern setzt dabei auf eine enge Kooperation mit Mobilfunknetzbetreibern weltweit. Erste Partnerschaften mit Anbietern wie Vodafone, DirecTV, Herotel und dem australischen National Broadband Network wurden bereits kommuniziert.

Herausforderungen beim Aufbau der Konstellation

Der Zeitplan für das Projekt ist eng gesteckt. Amazon hat bereits 396 Satelliten erfolgreich in den Orbit gebracht, was für einen kontinuierlichen Betrieb der ersten Stufe ausreicht. Ursprüngliche Auflagen der FCC sahen vor, dass bis heute bereits die Hälfte der geplanten 3.236 Internet-Satelliten in Betrieb sein müsste. Die Behörde gewährte jedoch eine Ausnahmegenehmigung und verschob die Frist für die erste Hälfte der Konstellation auf Juli 2028, da dies im „öffentlichen Interesse“ liege. Die finale Deadline für das gesamte Netzwerk bleibt jedoch auf Juli 2029 datiert.

Die größte Hürde für den schnellen Aufbau bleibt die begrenzte Kapazität für Raketenstarts. Um den Zeitplan einzuhalten, hat Amazon die Frequenz seiner Starts deutlich erhöht. Verträge mit verschiedenen Partnern, darunter die ArianeGroup, ULA, das eigene Raumfahrtunternehmen Blue Origin und sogar der Konkurrent SpaceX, sollen die notwendigen Transportkapazitäten sichern. Aktuell sind nach Unternehmensangaben bereits mehr als 100 Raketenstarts vertraglich fixiert, um die Leo-Konstellation termingerecht in den Weltraum zu befördern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/online-shopping-mit-american-express-karte-29502366/ · Foto: Julio Lopez
Quelle: https://www.heise.de/news/Amazon-Leo-will-Smartphones-direkt-aus-dem-Weltraum-vernetzen-11379600.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag