Auftakt der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham
Die Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 wurden offiziell im Alexander Stadium in Birmingham eröffnet. In der britischen Metropole versammeln sich über 1600 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen, um in insgesamt 52 Wettbewerben um die Medaillen zu kämpfen. Das Turnier markiert für die europäische Elite den sportlichen Höhepunkt des Jahres und dient als wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.
Die Veranstaltung findet erstmals seit ihrer Premiere vor 92 Jahren auf britischem Boden statt. Das Alexander Stadium, das für die Commonwealth Games 2022 modernisiert wurde, bietet für die EM eine Kapazität von 18.000 Plätzen. Sportlich ist das Niveau hoch: Zehn Weltmeister von Tokio 2025 sowie sechs Olympiasieger von Paris 2024 sind angereist, darunter prominente Namen wie Armand Duplantis, Karsten Warholm und Jaroslawa Mahutschich.
Deutsche Medaillenhoffnungen im Fokus
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) geht mit hohen Ambitionen in die Titelkämpfe. Nach dem Erfolg in München vor vier Jahren und einem soliden Abschneiden in Rom 2024, setzt der Verband auf bewährte Kräfte und aufstrebende Talente. Zu den deutschen Goldhoffnungen zählen unter anderem Malaika Mihambo, Leo Neugebauer, Julian Weber sowie der aufstrebende Bereich der Langstreckenläufer um Amanal Petros.
Bereits am ersten Wettkampftag stehen wichtige Qualifikationsrunden an. Im Kugelstoßen der Frauen ruhen die Hoffnungen besonders auf Yemisi Mabry. Die Olympiasiegerin, die 2024 noch unter ihrem Mädchennamen Ogunleye triumphierte, gilt als eine der stärksten Anwärterinnen auf das Edelmetall. Neben ihr gehen Katharina Maisch und die U23-Europameisterin Nina Chioma Ndubuisi an den Start.
Hammerwurf und Laufwettbewerbe
Im Hammerwurf der Männer steht der Vize-Weltmeister Merlin Hummel im Blickpunkt. Hummel, der in Tokio 2025 mit einer persönlichen Bestleistung von 82,77 m auf sich aufmerksam machte, gehört zum erweiterten Favoritenkreis. Die Konkurrenz in Europa ist jedoch traditionell stark, mit Athleten wie Bence Halasz, Yann Chaussinaud und dem erfahrenen Pawel Fajdek. Auch der deutsche Werfer Sören Klose hofft nach einer Leistungssteigerung bei den nationalen Meisterschaften auf den Einzug in das Finale.
Auf der Laufbahn versprechen die 800-Meter-Vorläufe der Männer Spannung. Mit dem Iren Mark English und dem Briten Max Burgin treten die aktuell besten Europäer an. Auch der deutsche Youngster Alexander Stepanov nutzt die EM für seinen ersten Auftritt auf der großen Freiluft-Bühne.
Rahmenbedingungen und Wettbewerbsänderungen
Die EM 2026 setzt neue Maßstäbe bei der Anzahl der Entscheidungen. Erstmals ist die 4x100-m-Mixedstaffel Teil des Programms. Zudem wurden die Geher-Distanzen angepasst: Anstelle der klassischen 20- und 50-km-Strecken werden nun Marathon- und Halbmarathon-Distanzen absolviert.
Hinsichtlich der Teilnahmebedingungen bleibt der Kontinentalverband bei seiner Linie: Athleten aus Russland und Belarus sind aufgrund des Angriffs auf die Ukraine weiterhin von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Auch neutrale Athleten sind nicht zugelassen, was die strikte Haltung des Weltverbandes widerspiegelt.
Die ersten Medaillenentscheidungen werden bereits am heutigen Abend erwartet, unter anderem im Kugelstoßen der Frauen und Männer sowie über die 5000 Meter der Männer.