News aus aller Welt
Start
30.000 Urlauber sitzen auf Sizilien fest
Schlagzeilen · 11.08.2026 14:07

30.000 Urlauber sitzen auf Sizilien fest

Kurz: Der Ätna sorgt für Chaos auf Sizilien: Wegen massiver Aschewolken wurde der Flugverkehr in Catania bis Mittwoch ausgesetzt. Rund 30.000 Urlauber sind betroffen.

Stillstand am Flughafen Catania

Die aktuelle Eruption des Ätna hat den Flugverkehr auf Sizilien massiv beeinträchtigt. Am Flughafen Catania, dem wichtigsten Drehkreuz der Insel, wurde der Betrieb aufgrund der starken Aschebelastung bis Mittwochvormittag vollständig eingestellt. Die Behörden haben für das Areal die höchste Warnstufe „Rot“ verhängt, was bedeutet, dass Eruptionen mit signifikantem Ascheausstoß unmittelbar bevorstehen oder bereits stattfinden.

Nach Schätzungen sind rund 30.000 Reisende von den Flugausfällen betroffen. Da sich der Vorfall mitten in der touristischen Hochsaison ereignet, gestaltet sich die Unterbringung der gestrandeten Passagiere schwierig. Viele Unterkünfte auf der Insel sind bereits ausgebucht, was dazu führt, dass zahlreiche Urlauber gezwungen sind, die Nacht direkt im Flughafengebäude zu verbringen. Berichten zufolge kommt es dort zu chaotischen Szenen; Passagiere kritisieren eine Überforderung des Personals und fühlen sich in der Situation allein gelassen.

Geologische Hintergründe und aktuelle Aktivität

Der Ätna, der als aktivster Vulkan Europas gilt, zeigt seit vergangenem Freitag verstärkte Aktivität. Laut dem italienischen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) treten aus Schloten in Höhen von 2.360 und 2.750 Metern dicke Lavaströme aus. Zudem öffnete sich in der Nacht ein weiterer Schlot auf einer Höhe von etwa 1.900 Metern. Der Vulkan wird aufgrund seiner häufigen Ausbrüche kontinuierlich überwacht, um die Gefahren für die Umgebung einzuschätzen.

Die Aschewolken stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Luftfahrt dar. Um die Flugzeuge vor Schäden zu schützen, wurden die Maschinen auf dem Rollfeld mit speziellen Abdeckungen versehen, wobei insbesondere die Triebwerke geschützt werden müssen. Die Start- und Landebahnen erfordern zudem eine regelmäßige Reinigung von den Ascherückständen.

Herausforderungen bei der Abreise

Da der Flugverkehr bereits den fünften Tag in Folge gestört ist, versuchen viele Urlauber, auf alternative Reisemöglichkeiten auszuweichen. Die Ausweichflughäfen, wie etwa in der Inselhauptstadt Palermo, sind jedoch stark frequentiert. Auch die Fernzüge in Richtung des italienischen Festlands sind derzeit überfüllt.

In dieser angespannten Lage berichten Reisende zudem von dubiosen Geschäftspraktiken. Es gibt Berichte über Shuttle-Dienste, die für die rund 200 Kilometer lange Strecke von Catania nach Palermo horrende Summen von bis zu 700 Euro verlangen. Diese Ausnutzung der Notlage stößt auf scharfe Kritik.

Ausblick und behördliche Maßnahmen

Die Situation bleibt dynamisch. Die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Flugbetriebs wird von den Behörden kurzfristig getroffen und hängt maßgeblich von der Windrichtung sowie der aktuellen Aschekonzentration ab. Für Reisende bedeutet dies weiterhin eine hohe Unsicherheit bei der Planung ihrer Heimreise. Da der Flughafen Catania jährlich mehr als zwölf Millionen Passagiere abfertigt, hat der aktuelle Stillstand weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Logistik der Region.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/meer-natur-ferien-menschen-13105443/ · Foto: Ollie Craig
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/aetna-vulkanausbruch-sizilien-urlauber-100.html