News aus aller Welt
Start
11 Jahre und 3,5 Trillionen Passwortversuche später: Claude löst das Problem für 15 Dollar
Technik · 01.08.2026 15:25

11 Jahre und 3,5 Trillionen Passwortversuche später: Claude löst das Problem für 15 Dollar

Kurz: Nach elf Jahren des Wartens konnte ein Krypto-Nutzer seine Bitcoin-Wallet dank KI wiederherstellen. Der Prozess kostete lediglich 15 Dollar.

Ein Jahrzehnt des Verlusts endet durch KI

Der Verlust des Zugangs zu einer Krypto-Wallet stellt für viele Anleger ein existentielles Problem dar. Da der Zugriff ausschließlich über ein spezifisches Passwort möglich ist, führt ein Vergessen der Zugangsdaten in der Regel zum Totalverlust des digitalen Vermögens. Ein aktueller Fall zeigt jedoch, dass moderne Künstliche Intelligenz in komplexen Fällen den entscheidenden Unterschied machen kann. Ein Nutzer, der über elf Jahre keinen Zugriff auf seine Bitcoin-Bestände hatte, konnte sein Vermögen nun erfolgreich sichern.

Der betroffene Nutzer, auf der Plattform X unter dem Namen „cprkrn“ bekannt, hatte während seiner Studienzeit fünf Bitcoin erworben. Damals entsprach dies einem Gegenwert von etwa 250 US-Dollar. Durch die massive Wertsteigerung der Kryptowährung beläuft sich das Guthaben heute auf über 400.000 US-Dollar. Der Zugang ging verloren, nachdem der Nutzer das Passwort in einem berauschten Zustand geändert hatte und sich im Nachhinein nicht mehr an die neue Kombination erinnern konnte.

Grenzen klassischer Brute-Force-Methoden

In den vergangenen Jahren versuchte der Besitzer mehrfach, die Sperre mittels technischer Hilfsmittel zu umgehen. Dabei kam unter anderem die Open-Source-Software „btcrecover“ zum Einsatz. Diese Anwendung arbeitet mit Brute-Force-Algorithmen, die systematisch Millionen von Passwortkombinationen durchtesten. Trotz mehr als 3,5 Trillionen durchgeführter Versuche blieb der Erfolg aus. Die schiere Anzahl der Kombinationen und die Komplexität der Verschlüsselung machten eine manuelle oder rein algorithmische Lösung ohne präzisere Hinweise unmöglich.

Der Durchbruch durch Claude

In einer letzten Anstrengung wandte sich der Nutzer an den KI-Chatbot Claude von Anthropic. Er stellte der KI sämtliche Daten eines alten Laptops zur Verfügung, den er zum Zeitpunkt der Passwortänderung verwendet hatte. Zusätzlich lieferte er eine vage Eselsbrücke, die sich auf ein Passwort bezog, das vor der Änderung aktiv war.

Die KI analysierte die bereitgestellten Daten und identifizierte eine alte Wallet-Datei auf dem Laptop. Dabei nutzte Claude die bereitgestellte Eselsbrücke, um die Datei zu entschlüsseln. In der Analyse der KI wurde ein wesentlicher technischer Aspekt deutlich: Die Private-Keys von Wallets bleiben unverändert, während lediglich die Verschlüsselungshülle bei einer Passwortänderung angepasst wird. Claude erkannte, dass ein Fehler bei der Zuordnung der Kennwörter zum Private-Key vorlag. Nachdem die KI diesen logischen Fehler korrigiert hatte, konnte das Tool „btcrecover“ erneut eingesetzt werden – diesmal mit Erfolg.

Effizienz moderner KI-Lösungen

Die gesamte Wiederherstellung des Zugangs erforderte lediglich eine Investition von rund 15 US-Dollar für die benötigte Rechenleistung. Dieser Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung von KI bei der Analyse komplexer, unstrukturierter Datensätze. Während klassische Softwarelösungen an starren Algorithmen scheitern, konnte die KI durch die Verknüpfung von Dateianalysen und logischen Schlussfolgerungen den entscheidenden Hinweis liefern.

Für Betroffene, die ähnliche Probleme haben, zeigt dieses Beispiel, dass die Kombination aus technischer Expertise und KI-gestützter Analyse neue Wege eröffnet. Dennoch bleibt die Sicherheit von Krypto-Wallets ein hochsensibles Thema, bei dem die Verwahrung der Zugangsdaten weiterhin die wichtigste Schutzmaßnahme darstellt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-desktop-computer-mit-monitor-und-tastatur-37148217/ · Foto: Ruben Boekeloo
Quelle: https://t3n.de/news/bitcoin-wallet-passwort-claude-ki-15-dollar-1742871/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed