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XXL-Umbruch bei Darmstadt 98: Ein Kader mit Qualität – und mit einer zentralen Frage
Regional · 27.07.2026 14:03

XXL-Umbruch bei Darmstadt 98: Ein Kader mit Qualität – und mit einer zentralen Frage

Kurz: Darmstadt 98 zeigt sich in der Saisonvorbereitung stark, doch die Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Besonders im Angriff suchen die Lilien nach Verstär

Ein gelungener Start mit Fragezeichen

Die Vorbereitung auf die kommende Zweitliga-Saison verläuft für den SV Darmstadt 98 äußerst positiv. Die Mannschaft präsentiert sich in guter physischer Verfassung, die Teamchemie stimmt und die Ergebnisse in den Testspielen waren durchweg erfolgreich. Auch das Trainingslager im Allgäu wurde von Verantwortlichen und Spielern als voller Erfolg gewertet. Dennoch herrscht bei den Lilien keine euphorische Sorglosigkeit. Die sportliche Leitung unter Geschäftsführer Paul Fernie und Trainer Florian Kohfeldt ist erfahren genug, um die Aussagekraft der Vorbereitungsphase realistisch einzuordnen.

Der große Umbruch im Kader

Die Südhessen befinden sich in einer Phase des massiven personellen Wandels. Mit elf Abgängen und neun Neuverpflichtungen hat sich das Gesicht der Mannschaft grundlegend verändert. Während das Team in der Defensive und im Mittelfeld auf bewährte Stützen wie Torhüter Marcel Schuhen, die Verteidiger Patric Pfeiffer und Matej Maglica sowie die Schaltzentrale mit Kai Klefisch und Hiroki Akiyama zählen kann, ist die Lage in der Offensive noch unklar.

Der Abgang etablierter Kräfte wie Isac Lidberg, Fraser Hornby und Killian Corredor hat eine Lücke hinterlassen. Zwar konnten Spieler wie Lance Duijvestijn, Noah Weißhaupt, Ibrahim El Kadiri und der aufstrebende Fynn Lakenmacher in den vergangenen Wochen positive Akzente setzen, doch die allgemeine Qualität in der Angriffsabteilung wird im Vergleich zur Vorsaison derzeit als schwächer eingeschätzt.

Die Suche nach dem fehlenden Puzzleteil

Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass der Kader noch nicht komplett ist. Präsident Markus Pfitzner betonte kürzlich, dass noch ein bis zwei wichtige Puzzleteile fehlen, um die Mannschaft für die Herausforderungen der zweiten Liga optimal aufzustellen. Im Fokus steht dabei seit Tagen der südkoreanische Stürmer Ho-jae Lee. Der 25-jährige Nationalspieler, der für die Pohang Steelers in 20 Einsätzen acht Treffer erzielte, gilt als Wunschkandidat für die Sturmspitze.

Ob der Transfer gelingt und ob Lee die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Die sportliche Leitung setzt hierbei auf die Expertise von Paul Fernie, der bereits in der Vergangenheit ein gutes Gespür für Transfers bewiesen hat. Dennoch bleibt die Frage, ob ein einzelner Neuzugang ausreicht oder ob weitere Verstärkungen für den Angriff notwendig sind, um die nötige Durchschlagskraft zu garantieren.

Philosophie und Ausblick

Trainer Florian Kohfeldt setzt in dieser Umbruchphase auf eine offene Kommunikation und ein gewisses Maß an individueller Freiheit für seine Spieler. Er vertritt die Ansicht, dass unterschiedliche Charaktere verschiedene Wege benötigen, um ihr Leistungsmaximum zu erreichen. Diese Haltung spiegelt sich auch in seinem Umgang mit dem aktuellen Kader wider.

Obwohl die Zeit bis zum Ligastart in zwei Wochen drängt und die Integration neuer Spieler in ein eingespieltes System Zeit benötigt, strahlt Kohfeldt Zuversicht aus. Er betont, ein sehr gutes Gefühl hinsichtlich der Stabilität des Teams zum Saisonauftakt zu haben. Die zweite Liga gilt traditionell als ausgeglichene Spielklasse, in der die richtigen Personalentscheidungen den Unterschied zwischen einem Aufwärtstrend und einer schwierigen Saison ausmachen können. Die Lilien setzen daher auf Geduld und Qualität statt auf überhastete Aktionen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-gebaude-uhr-stadtisch-18729105/ · Foto: Levent Simsek
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-xxl-umbruch-bei-darmstadt-98-ein-kader-mit-qualitaet--und-mit-einer-zentralen-frage-102.html