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Windows 11: Wie die Wetter-App deinen Computer ausbremst
Technik · 10.08.2026 16:45

Windows 11: Wie die Wetter-App deinen Computer ausbremst

Kurz: Die Wetter-App unter Windows 11 sorgt für Ärger: Ein hoher Arbeitsspeicherverbrauch beeinträchtigt die Systemleistung. Erfahren Sie, warum das Programm bremst.

Ein unerwarteter Ressourcenfresser im System

Wer unter Windows 11 regelmäßig einen Blick auf die Wettervorhersage wirft, könnte seinem Computer ungewollt wertvolle Ressourcen entziehen. Aktuelle Beobachtungen deuten darauf hin, dass die vorinstallierte Wetter-App weit mehr Arbeitsspeicher beansprucht, als für eine einfache Anzeige von Wetterdaten notwendig wäre. Selbst im inaktiven Zustand, wenn die Anwendung lediglich im Hintergrund läuft, zeigt sich ein unverhältnismäßig hoher RAM-Verbrauch, der die Systemperformance spürbar beeinträchtigen kann.

Analyse des Speicherhungers

Untersuchungen haben ergeben, dass die Wetter-App unter bestimmten Bedingungen bis zu 1,2 Gigabyte Arbeitsspeicher für sich beansprucht. Ein Blick in den Taskmanager offenbart dabei eine komplexe Struktur: Die Anwendung läuft nicht als einzelner Prozess, sondern gliedert sich in neun verschiedene Unterprozesse. Dazu gehören unter anderem Renderer, GPU-Prozesse sowie diverse Utility-Anwendungen. In einem dokumentierten Testfall führte dies dazu, dass die App nicht nur über ein Gigabyte RAM belegte, sondern zusätzlich 16,5 Prozent der CPU-Leistung absorbierte.

Zum Vergleich: Die Wetter-App unter macOS zeigt sich deutlich genügsamer. Im Ruhezustand begnügt sich das Apple-Pendant mit rund 250 Megabyte Arbeitsspeicher. Zwar kann die CPU-Auslastung beim Start der Anwendung kurzzeitig ansteigen, doch sinkt sie nach dem Ladevorgang auf ein Minimum von etwa 1,3 Prozent ab.

Die technische Ursache: Webview 2

Der hohe Ressourcenbedarf ist kein Zufall, sondern ein Resultat der zugrunde liegenden Architektur. Bei der Wetter-App für Windows 11 handelt es sich nicht um eine native Anwendung, die direkt auf die Systemressourcen optimiert ist. Stattdessen basiert sie auf der sogenannten Webview-2-Technologie. Dies bedeutet, dass im Grunde lediglich die Webversion von MSN Wetter in eine App-Hülle verpackt wurde. Der Nutzer sieht zwar ein eigenständiges Programm, technisch gesehen wird jedoch ein Browserfenster im Hintergrund ausgeführt.

Dieses Vorgehen ist bei Microsoft kein Einzelfall, sorgt jedoch regelmäßig für Kritik. Auch andere Anwendungen, die auf Webview 2 umgestellt wurden, zeigten in der Vergangenheit ähnliche Symptome. So wurde beispielsweise bei der Web-Variante von Outlook eine längere Ladezeit im Vergleich zur nativen App beobachtet. Auch der Messenger WhatsApp verzeichnete nach der Umstellung auf Webview 2 einen deutlich gestiegenen Arbeitsspeicherbedarf.

Hintergrund und Ausblick

Die Wetter-App steht bereits seit einiger Zeit in der Kritik. Bereits im Sommer 2024 sorgte ein Update für Unmut, da Microsoft begann, Werbung direkt zwischen die Wetterinformationen zu schalten. Die aktuelle Problematik mit dem Arbeitsspeicher reiht sich nun in die Liste der technischen Herausforderungen ein, die Nutzer mit der Anwendung haben.

Ob Microsoft in absehbarer Zeit nachbessern wird, bleibt unklar. Zwar gibt es Versprechen seitens des Unternehmens, einige Web-Apps durch native Anwendungen zu ersetzen, doch ob die Wetter-App Teil dieser Strategie ist, wurde bisher nicht offiziell bestätigt. Nutzer, die unter Performance-Einbußen leiden und dennoch auf aktuelle Wetterdaten angewiesen sind, müssen sich vorerst mit der Situation arrangieren oder auf alternative Anwendungen ausweichen, die für mobile Betriebssysteme wie Android oder iOS verfügbar sind. Eine direkte Lösung für das Ressourcen-Problem innerhalb von Windows 11 steht aktuell noch aus.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/smartphone-laptop-technologie-tiefenscharfe-8171308/ · Foto: Firos nv
Quelle: https://t3n.de/news/windows-11-wetter-app-bremst-computer-aus-1757341/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed