Neue Transparenzregeln für digitale Inhalte
Seit Anfang August 2026 greift eine neue EU-Verordnung, die den Umgang mit künstlicher Intelligenz im digitalen Raum neu regelt. Ein zentraler Bestandteil dieser Vorgaben ist die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte. Wer Bilder oder Videos veröffentlicht, die mithilfe von KI erstellt wurden, muss dies unter bestimmten Voraussetzungen transparent machen. Diese regulatorischen Anforderungen erreichen nun auch den Messenger-Dienst WhatsApp, der derzeit an einer technischen Lösung arbeitet, um Nutzerinnen und Nutzern die Einhaltung dieser Vorgaben zu erleichtern.
Funktionsweise der KI-Kennzeichnung in Kanälen
Erste Hinweise auf die Implementierung dieser Neuerung wurden laut Berichten von WABetaInfo im Code der Android-Beta-Version von WhatsApp entdeckt. Das Feature ist primär für Kanal-Administratorinnen und -Administratoren konzipiert. Ziel ist es, eine einfache Möglichkeit zu schaffen, KI-generierte Medien direkt als solche zu markieren.
Der Prozess der Kennzeichnung ist dabei intuitiv gestaltet und orientiert sich an bereits bestehenden Abläufen, wie sie etwa für bezahlte Werbe-Posts in Kanälen genutzt werden. Sobald ein Bild oder Video in einen Kanal hochgeladen wurde, können die Verantwortlichen den Beitrag durch langes Drücken auswählen. Über ein Kontextmenü lässt sich anschließend die Option „Kennzeichnung für KI-Inhalte hinzufügen“ aktivieren. Nach der Bestätigung erscheint ein entsprechender Hinweis direkt an der jeweiligen Chat-Blase, sodass alle Abonnentinnen und Abonnenten des Kanals sofort über die Herkunft des Inhalts informiert werden.
Plattformübergreifende Anwendung
Ein wesentlicher Aspekt der neuen Funktion ist ihre Offenheit gegenüber verschiedenen KI-Tools. Die Kennzeichnung ist keineswegs auf Inhalte beschränkt, die ausschließlich mit Metas eigener KI-Lösung erstellt wurden. Administratorinnen und Administratoren können das Label auch für Medien vergeben, die mit anderen bekannten Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Grok generiert wurden. Dies unterstreicht den Ansatz, eine einheitliche Kennzeichnungspraxis für alle KI-gestützten Medien innerhalb der Plattform zu etablieren.
Fokus auf visuelle Medien und zukünftige Entwicklungen
Aktuell konzentriert sich die Entwicklung bei WhatsApp primär auf visuelle Inhalte, also Bilder und Videos. Dies deckt einen großen Teil der Anforderungen ab, da gerade synthetische Medien ein hohes Potenzial für Täuschungen bieten.
Hinsichtlich KI-generierter Texte stellt sich die Situation differenzierter dar: Zwar unterliegen auch Texte einer Kennzeichnungspflicht, allerdings gilt dies primär für solche Inhalte, die nicht vorab von Menschen überprüft oder redaktionell verantwortet wurden. Ob Meta plant, das aktuelle Feature zur Kennzeichnung auch auf Textbeiträge auszuweiten, bleibt derzeit offen. Da sich das Feature noch in der Beta-Phase befindet und noch nicht für die breite Masse freigeschaltet wurde, bleibt abzuwarten, wie sich die Implementierung in den kommenden Monaten weiterentwickelt und ob weitere Anpassungen an die EU-Vorgaben vorgenommen werden.