Ein goldener Tag für Moritz Wesemann
Im Centre Aquatique Olympique von Paris unterstrich der deutsche Wasserspringer Moritz Wesemann seine derzeitige Ausnahmestellung. Nur vier Tage nach seinem Erfolg vom 1-Meter-Brett sicherte sich der 24-jährige Sportsoldat aus Halle/Saale auch den Europameistertitel vom 3-Meter-Brett. Mit einer Gesamtleistung von 506,80 Punkten setzte er sich gegen die internationale Konkurrenz durch und verwies den Franzosen Jules Boyer sowie den Briten Jordan Houlden auf die Plätze. Damit konnte Wesemann seinen EM-Erfolg aus dem Jahr 2023 erfolgreich verteidigen.
Der Weg zum Sieg war jedoch von einer Aufholjagd geprägt. Obwohl Wesemann als dominanter Vorkampfbester in das Finale eingezogen war, verlief der Auftakt nicht nach Wunsch. Ein durchwachsener erster Sprung kostete ihn zunächst fünf Zähler im Vergleich zu seiner Vorkampfleistung. Doch der Athlet bewies Nervenstärke: Bereits im zweiten Durchgang katapultierte er sich von Rang elf auf den dritten Platz. Zur Halbzeit hatte er sich bereits auf den zweiten Rang vorgearbeitet und lag deutlich besser im Rennen als noch am Vormittag. Ein Patzer des Briten Houlden im letzten Durchgang ebnete schließlich den Weg zum erneuten Goldgewinn.
Pauline Pfeif baut ihre Medaillensammlung aus
Neben Wesemann sorgte Pauline Pfeif für ein weiteres Highlight aus deutscher Sicht. Die Vizeweltmeisterin aus Berlin sicherte sich im gemischten Synchronfinale vom Turm ihre dritte Silbermedaille bei diesen Titelkämpfen. Gemeinsam mit dem Rostocker Ole Rösler erreichte sie 317,76 Punkte. Das Duo musste sich lediglich den Ukrainern Ksenija Bailo und Oleksij Sereda geschlagen geben, die mit 323,16 Punkten den Sieg davontrugen. Die Bronzemedaille ging an das spanische Paar Jorge Rodriguez Ledesma und Ana Carvajal San Miguel.
Der Wettkampf gestaltete sich äußerst eng. Laut Angaben der Athleten war das Leistungsniveau der teilnehmenden Teams sehr ausgeglichen, was für eine hohe Spannung sorgte. Für Pfeif und Rösler war der entscheidende Moment der dritte Durchgang, in dem sie sich auf den zweiten Rang vorschoben. Mit einem gehockten Dreieinhalb-Vorwärtssalto im vierten Durchgang festigten sie diese Position und ließen sich den Platz auf dem Podium bis zum Ende nicht mehr nehmen.
Erfolgreiche Bilanz des deutschen Teams
Die Erfolge von Wesemann und Pfeif unterstreichen die starke Form der deutschen Wasserspringer bei der Schwimm-EM in Paris. Mit diesen Medaillen wuchs die Gesamtausbeute des DSV-Teams in der französischen Hauptstadt auf sieben Edelmetalle an. Zu den weiteren Leistungsträgern in Paris zählen Lou Massenberg und Jonathan Schauer, die bereits überraschend Gold im Synchronspringen vom 3-Meter-Brett gewinnen konnten. Auch Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez trugen mit Bronze im Mixed-Synchron vom 3-Meter-Brett zum positiven Abschneiden bei.
Für den Berliner Lou Massenberg verlief das Finale vom 3-Meter-Brett, in dem Wesemann triumphierte, hingegen weniger erfolgreich: Er beendete den Wettkampf mit 434,20 Zählern auf dem fünften Platz. Die Leistungen in Paris zeigen jedoch, dass die deutsche Riege bei internationalen Großereignissen weiterhin eine feste Größe im Kampf um die Medaillen bleibt. Die Konstanz, mit der Athleten wie Wesemann und Pfeif ihre Erfolge erzielen, deutet auf eine gezielte Vorbereitung und eine hohe mentale Stabilität hin, die für die kommenden internationalen Aufgaben von großer Bedeutung sein dürfte.