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Wegen Wucherpreisen: Bots durchsuchen das Internet nach DDR5-Arbeitsspeicher
Technik · 04.03.2026 11:25

Wegen Wucherpreisen: Bots durchsuchen das Internet nach DDR5-Arbeitsspeicher

Kurz: Bots durchsuchen das Internet nach DDR5-RAM, um von hohen Preisen zu profitieren.

Die steigende Nachfrage nach DDR5-RAM

Die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher haben in den letzten Monaten dramatisch zugenommen. Dies hat nicht nur die Verbraucher verunsichert, sondern auch das Interesse von Scalpern geweckt, die versuchen, von der Situation zu profitieren.

Scalper und ihre Bots

Laut einem Bericht des Sicherheitsunternehmens Datadome hat sich der Bot-Traffic auf Produktseiten für DDR5-RAM in letzter Zeit erheblich erhöht. Jerome Segura, Leiter der Bedrohungsforschung bei Datadome, stellte fest, dass Scalping-Bots derzeit sechs Mal häufiger auf diese Seiten zugreifen als reguläre Nutzer.

Was sind Scalping-Bots?

Scalping-Bots sind automatisierte Programme, die entwickelt wurden, um Produkte schnell zu kaufen und sie anschließend zu überteuerten Preisen weiterzuverkaufen. Diese Bots durchsuchen den Markt kontinuierlich nach verfügbaren RAM-Kits, insbesondere für Anwendungen in der PC-Bastler-Community und für industrielle Speicherlösungen.

Hohe Preise und ihre Ursachen

Die Preissteigerungen für DDR5-RAM sind seit Herbst 2025 um mehr als 200 Prozent gestiegen. Diese drastischen Erhöhungen sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:

  • **Erhöhte Nachfrage**: Die wachsende Beliebtheit von Gaming und KI-Anwendungen treibt die Nachfrage nach leistungsstarkem RAM in die Höhe.
  • **Begrenztes Angebot**: Produktionsengpässe und globale Lieferkettenprobleme tragen zur Verknappung bei.

Marktanalyse durch Bots

Datadome hat eine Analyse durchgeführt, bei der festgestellt wurde, dass Bots in kurzen Intervallen von 6,5 Sekunden 91 verschiedene RAM-Produkte durchsuchen. Zu den analysierten Herstellern gehören bekannte Marken wie Corsair, Crucial, Kingston und Lexar.

Die Taktiken der Scalper

Scalper scheinen ihre Bots so zu kalibrieren, dass sie nicht von automatischen Erkennungssystemen entdeckt werden. Ein Beispiel aus der Analyse zeigt, dass ein Bot auf maximal 80.000 Abrufe pro Intervall limitiert war. Diese präzise Steuerung ermöglicht es den Bots, die Preise und Verfügbarkeiten der Produkte effektiv zu überwachen, ohne aufzufallen.

Das Verhalten der Bots

Die Bots besuchen jede Produktunterseite nur einmal pro Intervall und verlassen diese sofort wieder. Diese Vorgehensweise hilft, das Risiko einer Erkennung zu minimieren und gleichzeitig den Überblick über die Marktpreise zu behalten.

Auswirkungen auf den Markt

Die aggressive Nutzung von Bots hat spürbare Auswirkungen auf den Markt für DDR5-RAM:

  • **Preiserhöhungen**: Durch den Kauf von großen Mengen durch Scalper wird der Druck auf die Preise weiter erhöht.
  • **Verfügbarkeit**: Verbraucher haben zunehmend Schwierigkeiten, DDR5-RAM zu fairen Preisen zu finden, was zu Frustration führt.

Zukünftige Entwicklungen

Die Situation rund um den DDR5-RAM-Markt bleibt angespannt. Experten warnen, dass ohne Maßnahmen gegen Scalping-Bots die Preise weiter steigen könnten. Unternehmen und Verbraucher sind gefordert, Lösungen zu finden, um den Einfluss dieser Bots zu verringern.

Mögliche Maßnahmen

Um dem Scalping entgegenzuwirken, könnten folgende Strategien in Betracht gezogen werden:

  • **Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen**: Online-Händler könnten ihre Systeme so anpassen, dass sie verdächtigen Traffic besser erkennen und blockieren.
  • **Limitierung von Käufen**: Händler könnten die Anzahl der Artikel, die pro Kunde gekauft werden können, begrenzen, um Scalping zu erschweren.

Die Situation auf dem Markt für DDR5-RAM ist angespannt, und die Aktivitäten von Scalping-Bots verschärfen diese Problematik. Die nächsten Schritte müssen sorgfältig überlegt werden, um sowohl die Integrität des Marktes zu schützen als auch den Verbrauchern faire Preise zu gewährleisten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/crop-cyber-spy-hacking-system-beim-tippen-auf-laptop-5935794/ · Foto: Sora Shimazaki
Quelle: https://www.golem.de/news/wegen-wucherpreisen-bots-durchsuchen-das-internet-nach-ddr5-arbeitsspeicher-2603-206077.html