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Wegen Werbeverstoss: 36.000 Euro Strafe für Beauty-Influencerin Hanadi Diab
Kultur · 29.07.2026 13:47

Wegen Werbeverstoss: 36.000 Euro Strafe für Beauty-Influencerin Hanadi Diab

Kurz: Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg hat gegen die Influencerin Hanadi Diab eine Geldbuße von 36.000 Euro wegen fehlender Werbekennzeichnung ve

Rekordbußgeld für Stuttgarter Influencerin

Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) hat ein deutliches Signal an die Influencer-Szene gesendet: Gegen die Beauty-Bloggerin Hanadi Diab wurde eine Geldbuße in Höhe von 36.000 Euro verhängt. Inklusive der anfallenden Verfahrensgebühren und Auslagen summieren sich die Kosten für die Content-Creatorin auf insgesamt 37.803,50 Euro. Nach offiziellen Angaben der Behörde handelt es sich hierbei um das höchste Bußgeld, das die LFK jemals gegen eine Person aus diesem Bereich ausgesprochen hat. Der Bescheid ist inzwischen rechtskräftig.

Hintergrund der behördlichen Entscheidung

Im Zentrum des Verfahrens stehen mehrere bezahlte Kooperationen, die Diab zwischen Mai und Juli 2025 in ihren Instagram-Storys veröffentlichte. Laut der LFK wurden für diese Beiträge sowohl finanzielle Vergütungen als auch Sachleistungen entgegengenommen. Die Behörde kritisierte, dass der kommerzielle Charakter dieser Inhalte für die Follower nicht unmittelbar ersichtlich war. In einigen Fällen habe eine Kennzeichnung als Werbung gänzlich gefehlt.

Die LFK betonte, dass es sich nicht um ein erstmaliges Fehlverhalten handelte. Bereits in den Jahren 2020 und 2022 sei die Influencerin mehrfach auf die geltenden gesetzlichen Anforderungen zur Werbekennzeichnung hingewiesen worden. Diese wiederholten Verstöße flossen ebenso in die Strafzumessung ein wie die hohe Reichweite des Accounts – Diab zählt auf Instagram mehr als 760.000 Follower – sowie der wirtschaftliche Wert der betreffenden Kooperationen.

Standpunkt der Betroffenen

Hanadi Diab, die sich auf Lifestyle-, Mode- und Beauty-Themen spezialisiert hat, wies die Vorwürfe bereits im April öffentlich zurück. In einem Video auf der Plattform TikTok äußerte sie sich schockiert über das Vorgehen der Behörde. Sie betonte, dass sie jede ihrer Kooperationen als solche kennzeichne. Die Kritik der LFK bezog sich nach ihrer Darstellung primär auf die formale Gestaltung: Die Hinweise seien der Behörde zufolge zu klein gewesen oder hätten aufgrund der gewählten Schriftart und -farbe nicht den Anforderungen an eine ausreichende Erkennbarkeit entsprochen. Diab vertrat in ihrer Stellungnahme die Auffassung, dass die werbliche Natur ihrer Beiträge für die Nutzer ohnehin erkennbar gewesen sei.

Bedeutung der Transparenz im Influencer-Marketing

Der Fall verdeutlicht die zunehmende regulatorische Aufmerksamkeit, die Medienanstalten dem Influencer-Marketing entgegenbringen. Da soziale Medien für viele Nutzer als Informationsquelle dienen, ist die klare Unterscheidung zwischen redaktionellem Inhalt und werblicher Kommunikation ein zentraler Punkt des Verbraucherschutzes. Für Influencer bedeutet dies, dass die Kennzeichnung nicht nur vorhanden, sondern auch für den Betrachter auf den ersten Blick zweifelsfrei wahrnehmbar sein muss.

Die Entscheidung der LFK unterstreicht, dass die Behörden bei der Bemessung von Sanktionen zunehmend die ökonomische Relevanz der Accounts berücksichtigen. Angesichts der hohen Reichweiten und der damit verbundenen Werbeeinnahmen in der Branche ist davon auszugehen, dass die Aufsichtsbehörden auch künftig konsequent gegen Verstöße vorgehen werden, um die Transparenzstandards im digitalen Raum zu wahren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-hand-reflektierung-spiegelung-7707082/ · Foto: cottonbro studio
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/36-000-euro-geldbusse-fuer-beauty-influencerin-hanadi-diab-201076402.html