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Fantasy-Serie »City of Blood«: Die nächste Serien-Katastrophe aus Deutschland
Kultur · 12.09.2026 10:29

Fantasy-Serie »City of Blood«: Die nächste Serien-Katastrophe aus Deutschland

Kurz: Die neue deutsche Fantasy-Serie »City of Blood« enttäuscht auf ganzer Linie. Trotz starker Comic-Vorlage scheitert die Produktion an ihrem eigenen Anspruch.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Die deutsche Serienlandschaft ist um ein neues, viel diskutiertes Werk reicher: »City of Blood«. Doch der erhoffte Erfolg bleibt aus, stattdessen hagelt es herbe Kritik. Die Produktion, die sich dem Fantasy-Genre verschrieben hat, versucht, ein düsteres Szenario im Berlin der Zukunft zu entwerfen. Im Zentrum der Erzählung steht eine Stadt, die nicht nur unter den verheerenden Folgen des Klimawandels leidet, sondern auch von einer verborgenen Bedrohung heimgesucht wird: Vampire, die buchstäblich das Blut und die Lebenskraft der Metropole aussaugen. Was auf dem Papier wie eine spannende, atmosphärische Geschichte klingt, erweist sich in der Umsetzung als misslungenes Experiment. Die Serie, die am 12. September 2026 im Spiegel thematisiert wurde, steht exemplarisch für die anhaltende Schwierigkeit deutscher Produktionen, hochwertige Genre-Stoffe erfolgreich für den Bildschirm zu adaptieren. Die Kritik wiegt schwer, da die Serie den Kern ihrer eigenen Vorlage verfehlt und sich in einem überambitionierten Versuch verliert, gesellschaftliche Relevanz zu erzwingen, anstatt die Stärken der erzählten Welt wirken zu lassen.

Die Einzelheiten der Produktion

Die Serie »City of Blood« basiert auf einer Comic-Reihe, die von Experten und Lesern als großartig eingestuft wurde. Die Handlung ist in einem dystopischen Berlin angesiedelt, das durch den Klimawandel gezeichnet ist. In dieser Umgebung agieren Vampire als parasitäre Macht, die über die Geschicke der Stadt bestimmen. Eine der zentralen Figuren ist Phoebe, die von der Schauspielerin Soma Pysall verkörpert wird. Gemeinsam mit ihrer Schwester entdeckt sie im Verlauf der Handlung die schockierende Wahrheit darüber, wer Berlin tatsächlich regiert. Die Produktion wurde von Amusement Park Film umgesetzt. Trotz der visuellen Möglichkeiten, die eine solche Vorlage bietet, stieß die Serie auf wenig Gegenliebe. Der Autor Oliver Kaever, der die Serie am 12. September 2026 besprach, konstatiert, dass die Verantwortlichen hinter dem Projekt den Fehler begingen, zu stark auf aktuelle gesellschaftliche Themen zu setzen. Dieser Fokus auf die sogenannte »Gegenwart« scheint die erzählerische Tiefe der ursprünglichen Comic-Vorlage erstickt zu haben. Statt einer packenden Fantasy-Erzählung entstand ein Werk, das unter der Last seiner eigenen Ambitionen zusammenbricht und die Zuschauer mit einem Gefühl der Enttäuschung zurücklässt.

Hintergrund und Entstehungsprozess

Der Weg zur Serie »City of Blood« war von hohen Erwartungen geprägt, da die Comic-Vorlage bereits eine treue Fangemeinde besaß. Die Entscheidung, dieses Material zu adaptieren, zielte darauf ab, eine deutsche Produktion zu schaffen, die international im Fantasy-Genre bestehen kann. Doch bereits in der Konzeptionsphase scheint eine Fehlentscheidung getroffen worden zu sein. Anstatt sich auf die mythologische Tiefe und die düstere Ästhetik der Vorlage zu konzentrieren, entschieden sich die Macher dazu, die Serie mit einer starken politischen und ökologischen Botschaft zu unterfüttern. Der Klimawandel als zentrales Motiv sollte Berlin als einen Ort des Leidens und der Verzweiflung etablieren. Den Berichten zufolge war dieser Ansatz jedoch nicht organisch in die Geschichte eingewoben, sondern wirkte wie eine aufgesetzte Schicht, die den eigentlichen Kern der Vampir-Erzählung verwässerte. Die Geschichte des Scheiterns ist somit auch eine Geschichte über den Versuch, durch den Einbau aktueller Diskurse Relevanz zu erzeugen, wo das Genre eigentlich eine eigene, in sich geschlossene Logik erfordert hätte.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Die Verantwortung für dieses Projekt liegt bei der Produktionsfirma Amusement Park Film, die sich der Herausforderung stellte, den Stoff für ein breites Publikum aufzubereiten. Auf schauspielerischer Ebene ist Soma Pysall als Phoebe die zentrale Identifikationsfigur der Serie. Ihre Darstellung der Schwester, die das Geheimnis der Stadt lüftet, bildet das emotionale Zentrum der Handlung. Kritisch begleitet wird das Projekt von Journalisten wie Oliver Kaever, der in seiner Analyse für den Spiegel die scharfe Kritik an der deutschen Serienlandschaft formuliert. Er vertritt die Auffassung, dass die Verantwortlichen hinter dem Projekt – also Regie, Drehbuchautoren und Produzenten – den Fokus falsch gesetzt haben. Die Auseinandersetzung findet somit auf zwei Ebenen statt: Einerseits gibt es die kreativen Akteure, die das Werk erschaffen haben, und andererseits die kritische Öffentlichkeit, die das Endprodukt an den hohen Standards der Vorlage misst. Es ist ein klassischer Konflikt zwischen künstlerischer Vision und der Erwartungshaltung des Publikums sowie der Fachkritik.

Einordnung des Scheiterns

Einzuordnen ist das Scheitern von »City of Blood« in den breiteren Kontext der deutschen Medienproduktion. Immer wieder wird der Vorwurf laut, dass deutsche Serien im internationalen Vergleich nicht mithalten können, besonders wenn es um komplexe Genre-Stoffe wie Fantasy oder Science-Fiction geht. Den Berichten zufolge liegt das Problem oft nicht an einem Mangel an Ressourcen oder Talent, sondern an einer falschen Prioritätensetzung. Der Versuch, eine Serie durch das Einbetten von aktuellen gesellschaftlichen Problemen wie dem Klimawandel »bedeutend« zu machen, führt oft dazu, dass die eigentliche Erzählung an Spannung verliert. Die Serie wirkt dadurch belehrend statt unterhaltend. Einzuordnen ist dies als ein strukturelles Problem: Die Angst, eine rein fantastische Geschichte zu erzählen, ohne sie durch eine realweltliche, moralische Komponente abzusichern, scheint das kreative Vertrauen in die Stärke des eigenen Stoffes zu untergraben. Das Ergebnis ist ein hybrides Produkt, das weder als politischer Kommentar noch als reine Fantasy-Unterhaltung vollends überzeugt.

Offene Fragen zur Produktion

Der Quelltext lässt zahlreiche Aspekte der Produktion im Dunkeln, die für ein vollständiges Verständnis des Scheiterns von Interesse wären. So bleibt völlig unklar, wie die konkrete Zusammenarbeit zwischen den Comic-Autoren und den Drehbuchautoren der Serie aussah. Gab es Mitspracherechte bei der inhaltlichen Ausrichtung? Auch die finanziellen Hintergründe und die genauen Produktionskosten werden nicht thematisiert, was eine Einordnung des kommerziellen Risikos erschwert. Zudem schweigt der Bericht darüber, wie die Serie bei anderen Kritikern oder dem internationalen Publikum aufgenommen wurde, sofern bereits Daten vorliegen. Ob es interne Differenzen während der Produktion gab oder ob die Entscheidung für die thematische Ausrichtung auf den Klimawandel von den Geldgebern oder den kreativen Köpfen ausging, bleibt unbeantwortet. Auch die Frage nach der Zielgruppe – ob man eher ein junges Publikum oder die Fans der ursprünglichen Comic-Reihe ansprechen wollte – wird nicht explizit geklärt. Diese Lücken lassen Raum für Spekulationen über die internen Prozesse bei Amusement Park Film.

Wie es weitergeht

Über die Zukunft der Serie »City of Blood« liegen keine Informationen vor, die auf eine Fortsetzung oder eine zweite Staffel hindeuten würden. Der Quelltext konzentriert sich ausschließlich auf die Analyse des aktuellen Zustands und die Kritik an der bereits veröffentlichten Produktion. Es werden keine Termine für weitere Episoden oder mögliche Korrekturen an der Erzählweise genannt. Die ausstehende Entscheidung, ob das Format nach dieser negativen Resonanz überhaupt fortgeführt wird, liegt bei den Produzenten und den ausstrahlenden Partnern. Es gibt keine Hinweise auf angekündigte Schritte, um das Image der Serie zu retten oder auf die Kritik einzugehen. Für die Beteiligten bleibt die Situation somit offen; das Projekt steht derzeit als abgeschlossenes, wenn auch kritisch bewertetes Werk im Raum. Ob die Verantwortlichen aus diesem Misserfolg Lehren für künftige Produktionen ziehen werden, bleibt abzuwarten, doch im Augenblick deutet nichts auf eine unmittelbare Änderung der Strategie bei ähnlichen Projekten hin.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wahrzeichen-gebaude-architektur-25053933/ · Foto: detait
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/fantasy-serie-city-of-blood-die-naechste-serien-katastrophe-aus-deutschland-a-a144c5c4-a584-4c02-89b4-cac4bb90ec4c#ref=rss