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Vor der Basketball-WM - der große Hype aus der Wnba
Sport · 03.09.2026 17:48

Vor der Basketball-WM - der große Hype aus der Wnba

Kurz: Die US-Basketballerinnen starten als Topfavorit in die WM in Berlin. Der WNBA-Hype soll nun auch in Europa für Begeisterung sorgen.

Ein sportliches Ereignis von globaler Tragweite in Berlin

Die Basketballwelt blickt gespannt nach Berlin, wo am Freitag um 12.45 Uhr die Weltmeisterschaft der Frauen beginnt. Im Zentrum des Interesses steht die Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten, die als unangefochtener Topfavorit in das Turnier startet. Die US-Auswahl, die sich fast ausschließlich aus Akteurinnen der nordamerikanischen WNBA rekrutiert, verkörpert nicht nur sportliche Exzellenz, sondern auch den massiven Aufschwung, den der Frauenbasketball in den letzten Jahren erfahren hat. Das Auftaktspiel gegen China stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, handelt es sich doch um eine direkte Neuauflage des vergangenen WM-Endspiels. Die Erwartungen an das US-Team sind immens, da das Turnier in Deutschland dazu dienen soll, den in den USA bereits spürbaren Hype auch auf den europäischen Kontinent zu übertragen. Die US-Amerikanerinnen treten dabei mit einem Kader an, der trotz einiger prominenter Ausfälle an die Strahlkraft eines „Dream Teams“ erinnert. Die Atmosphäre in Berlin verspricht, den Stellenwert des Sports weiter zu festigen, während die internationale Basketball-Elite um die begehrte Trophäe kämpft.

Die sportliche Bilanz und die personelle Situation

Die Dominanz der US-Basketballerinnen ist historisch beispiellos. Seit dem Triumph bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta haben die Amerikanerinnen bei jedem olympischen Turnier die Goldmedaille gewonnen. Bei Weltmeisterschaften mussten sie sich seit 1996 lediglich im Jahr 2006 den Australierinnen geschlagen geben. Dennoch muss das Team bei der WM in Berlin auf einige Schlüsselspielerinnen verzichten. A'ja Wilson, die viermalige Liga-MVP der WNBA und aktuell als eine der besten Basketballerinnen der Welt gehandelt, musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen. Zudem fehlt Kelsey Plum, die noch bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris Gold gewann, aufgrund einer Verletzung. Trotz dieser schmerzhaften Lücken im Kader bleibt die Mannschaft der Favorit auf den Titel. Der laufende Spielbetrieb der WNBA wurde für die Dauer des Turniers explizit ausgesetzt, um den Spielerinnen eine Teilnahme zu ermöglichen, was die hohe Priorität unterstreicht, die der nationale Verband diesem Turnier beimisst. Die Mischung aus erfahrenen Routiniers und hohem spielerischem Niveau soll die Erfolgsserie des US-Teams auch in der deutschen Hauptstadt fortsetzen.

Der wirtschaftliche und mediale Aufstieg der WNBA

Der aktuelle Erfolg des Frauenbasketballs in den USA ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der WNBA verknüpft. Im Mai 2026 wurde ein neuer Rechtevertrag mit TV-Sendern und Streaming-Diensten abgeschlossen, der der Liga über die kommenden elf Jahre schätzungsweise 3 Milliarden Dollar einbringen soll. Parallel dazu wurde eine neue Rahmenvereinbarung zwischen der Spielerinnengewerkschaft und den Teams getroffen, die eine Beteiligung an den Gesamteinnahmen vorsieht. Die Gehaltsstrukturen wurden dabei deutlich angehoben: Das Mindestgehalt liegt nun bei 300.000 Dollar, während Spitzenverdienerinnen wie Napheesa Collier von Minnesota Lynx ein Jahresgehalt von 1,4 Millionen Dollar beziehen. Diese finanziellen Anreize werden durch lukrative Werbedeals ergänzt. Stars wie A'ja Wilson und Sabrina Ionescu verfügen mittlerweile über eigene Schuhkollektionen, ähnlich wie es bei männlichen NBA-Legenden wie LeBron James der Fall ist. Die Vermarktung über soziale Netzwerke spielt dabei eine zentrale Rolle; Jungstars wie Angel Reese erreichen auf Plattformen wie Instagram und Tiktok zusammen über 11 Millionen Follower, was die enorme mediale Reichweite des Sports verdeutlicht.

Die Rolle der Jungstars und gesellschaftliche Kontroversen

Eine zentrale Figur in diesem Boom ist die 24-jährige Caitlin Clark. Bereits während ihrer Zeit am College zog sie Massen an; so füllte sie bei einem Spiel für Iowa State ein Footballstadion mit 55.000 Zuschauern. Nach ihrer Nichtberücksichtigung für die Olympischen Spiele 2024 in Paris gibt Clark nun in Berlin ihr Debüt bei einem großen internationalen Turnier. Sie führt eine neue Generation von Talenten an, zu der auch Angel Reese und Paige Bueckers gehören. Doch der Erfolg bringt auch Spannungen mit sich. In der WNBA wurde Clark zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Eine Gruppe republikanischer Kongressabgeordneter forderte im Juli in einer Protestnote härtere Strafen für Fouls gegen Clark, die sie als Opfer „wiederholter physischer Attacken“ bezeichneten. Kritiker vermuten dahinter eine Instrumentalisierung der Spielerin für ideologische Grabenkämpfe. Die Trainerin von Indiana, Stephanie White, reagierte scharf auf diese Vorwürfe und sprach von einer Kampagne, die die Liga als Geisel nehme. Spielerinnen wie Alyssa Thomas, die nach einem Foul gegen Clark in die Schlagzeilen geriet, sahen sich daraufhin massiven Online-Anfeindungen und Todesdrohungen ausgesetzt.

Einordnung der politischen und sportlichen Bedeutung

Den Berichten zufolge ist der Frauenbasketball in den USA längst aus seiner Nische herausgetreten und zu einem bedeutenden gesellschaftspolitischen Faktor geworden. Die Spielerinnen der WNBA positionieren sich regelmäßig zu Themen wie Gleichstellung, Queer-Rechten, Rassismus und Polizeigewalt. Dass die WNBA in einem politisch polarisierten Umfeld zunehmend zwischen die Fronten gerät, ist ein Indikator für den hohen Stellenwert, den der Sport erreicht hat. Einzuordnen ist der aktuelle Hype als Resultat einer professionelleren Vermarktung und einer neuen Generation von Spielerinnen, die über soziale Medien eine direkte Bindung zu ihren Fans aufbauen. Die WM in Berlin fungiert dabei, wie die WNBA-Legende Candace Parker betont, als ein „Showcase“ für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Der Sport dient somit nicht nur als Unterhaltung, sondern als Bühne für gesellschaftliche Debatten und als wirtschaftliches Wachstumsfeld, das durch die hohe mediale Aufmerksamkeit und die neuen TV-Verträge weiter befeuert wird.

Offene Fragen und der Ausblick auf die kommenden Jahre

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, insbesondere hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen der politischen Instrumentalisierung auf das Klima innerhalb der WNBA. Es bleibt unklar, wie die Liga und die Spielerinnen auf Dauer mit dem Druck umgehen werden, der durch die Einmischung politischer Akteure entsteht. Zudem ist nicht spezifiziert, welche konkreten Auswirkungen die WM in Berlin auf die Zuschauerzahlen in Europa haben wird und ob der Hype tatsächlich nachhaltig über das Turnier hinaus Bestand haben kann. Wie sich die sportliche Hierarchie nach dem Rücktritt oder dem Karriereende der aktuellen Generation entwickeln wird, ist ebenfalls nicht absehbar. Fest steht jedoch, dass die US-Auswahl die WM in Berlin als Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles nutzt. Spätestens bei diesem Heimspiel ist das Ziel der Verantwortlichen, mit einem Kader anzutreten, der sämtliche Stars der Liga vereint, um die internationale Vorherrschaft weiter zu zementieren und den Frauenbasketball endgültig als globale Sportart zu etablieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/detail-der-fifa-weltmeisterschafts-erinnerungsstucke-auf-der-tasche-38862934/ · Foto: Yara Solis Fuentes
Quelle: https://www.sportschau.de/basketball/der-grosse-hype-aus-der-wnba,wnba-team-usa-100.html