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Victorias Secret ist zurück. Warum ist das Dessous-Unternehmen unkapputbar?
Kultur · 25.10.2026 07:10

Victorias Secret ist zurück. Warum ist das Dessous-Unternehmen unkapputbar?

Kurz: Das Dessous-Label Victorias Secret kehrt zurück. Warum das Unternehmen trotz massiver Kritik und gesellschaftlichem Wandel so hartnäckig am Markt besteht.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Das bekannte US-amerikanische Dessous-Unternehmen Victorias Secret steht erneut im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Nach einer Phase, die von massiven gesellschaftlichen Umbrüchen, sinkenden Umsatzzahlen und einer deutlichen Distanzierung der Zielgruppe geprägt war, meldet sich die Marke nun zurück. Die Rückkehr des Labels ist dabei kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis strategischer Neuausrichtungen, die darauf abzielen, die Relevanz in einem Markt wiederzuerlangen, der sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Victorias Secret, einst das Synonym für eine spezifische, stark sexualisierte Ästhetik, versucht nun, den Spagat zwischen seiner historischen Identität und den modernen Anforderungen an Diversität, Inklusion und Körperbildern zu meistern. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass das Unternehmen trotz einer langen Durststrecke und heftiger Kritik an seiner bisherigen Markenführung keineswegs vom Markt verschwunden ist. Vielmehr demonstriert die Marke eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit, die Beobachter dazu veranlasst, die Frage nach der Unkaputtbarkeit des Dessous-Giganten neu zu stellen. Die Rückkehr markiert einen Wendepunkt, an dem das Unternehmen versucht, seine geschäftliche Basis durch eine Anpassung des Markenimages zu stabilisieren und gleichzeitig die treue Kundschaft nicht zu verlieren, während neue Käufergruppen erschlossen werden sollen.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Hintergründe

Die Geschichte von Victorias Secret ist untrennbar mit den sogenannten „Angels“ verbunden, jenen Models, die über Jahrzehnte hinweg das Gesicht der Marke prägten. Diese Ära, die durch pompöse Modenschauen und eine sehr exklusive Definition von Schönheit gekennzeichnet war, bildete das Fundament des wirtschaftlichen Erfolgs. Doch die Zahlen sprachen in den letzten Jahren eine deutliche Sprache: Der Rückgang der Verkaufszahlen und der schwindende Einfluss der Marke waren Indikatoren für eine tiefgreifende Krise. Namen von Führungskräften und strategische Entscheidungen hinter den Kulissen spielten dabei eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, ein veraltetes Frauenbild zu propagieren, das in der modernen Gesellschaft keinen Platz mehr fand. Die Kritik entzündete sich insbesondere an der mangelnden Repräsentation unterschiedlicher Körpertypen. Die Verantwortlichen mussten erkennen, dass das einstige Erfolgsrezept – eine Mischung aus Glamour, Exklusivität und einer sehr spezifischen sexuellen Aufladung – in einer Zeit, in der Authentizität und Selbstliebe in den Vordergrund rücken, nicht mehr funktionierte. Die nun eingeleiteten Schritte zur Neuausrichtung beinhalten eine Abkehr von den bisherigen starren Schönheitsidealen, wobei das Unternehmen versucht, durch eine breitere Auswahl an Produkten und eine diversere Werbestrategie wieder Boden gutzumachen.

Hintergrund – der Weg zur Krise

Wie kam es zu diesem massiven Imageverlust? Der Weg zur Krise bei Victorias Secret war schleichend. Über Jahre hinweg dominierte das Unternehmen den Dessous-Markt und setzte Standards, die weltweit kopiert wurden. Doch während sich die gesellschaftlichen Diskurse über Körperbilder, Feminismus und Gleichberechtigung in rasantem Tempo weiterentwickelten, verharrte Victorias Secret in einer Art ästhetischem Stillstand. Die Marke blieb bei ihrem Konzept der „perfekten“ Frau, während Konkurrenten begannen, den Markt mit inklusiven Kampagnen zu besetzen. Die Diskrepanz zwischen dem, was die Marke verkörperte, und dem, was die Konsumentinnen tatsächlich forderten, wurde immer größer. Dies führte zu einer Entfremdung, die sich nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in den Bilanzen niederschlug. Die bisherige Erfolgsgeschichte, die auf einer starken Markenidentität basierte, wurde plötzlich zu einer Hypothek. Das Unternehmen musste feststellen, dass eine Marke, die sich nicht mit ihrem Publikum mitentwickelt, Gefahr läuft, ihre Relevanz komplett zu verlieren. Die Krise war somit nicht nur eine wirtschaftliche, sondern vor allem eine identitäre Herausforderung, die das Management zwang, die Grundfesten des Unternehmens infrage zu stellen.

Die Beteiligten – Akteure und Institutionen

Im Zentrum der Debatte stehen neben dem Unternehmen selbst vor allem die verschiedenen Akteure, die das Bild der Marke geprägt haben. Dazu gehören die Models, die einst als „Angels“ gefeiert wurden, sowie die heutigen Markenbotschafterinnen, die eine neue Ära einläuten sollen. Auch die Geschäftsführung und die Investoren sind zentrale Akteure, die über die strategische Ausrichtung und die notwendigen Investitionen in den Wandel entscheiden. Die Öffentlichkeit, insbesondere die Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Netzwerken, fungiert dabei als ein mächtiges Korrektiv, das den Druck auf das Unternehmen maßgeblich erhöht hat. Institutionell gesehen steht Victorias Secret unter der Beobachtung von Analysten, die die wirtschaftliche Performance bewerten, sowie von Kulturwissenschaftlern, die die gesellschaftliche Bedeutung der Marke analysieren. Alle diese Beteiligten tragen dazu bei, dass der Prozess der Neuausrichtung kontinuierlich kommentiert und bewertet wird. Die verschiedenen Stimmen – von Kritikern, die dem Unternehmen eine „Woke-Washing“-Strategie vorwerfen, bis hin zu Befürwortern, die den Mut zur Veränderung loben – spiegeln die Komplexität der aktuellen Situation wider.

Einordnung – was das bedeutet

Einzuordnen ist die Rückkehr von Victorias Secret als ein klassisches Beispiel für den Überlebenskampf einer etablierten Marke in einer disruptiven Zeit. Den Berichten zufolge ist das Unternehmen keineswegs am Ende, sondern befindet sich in einem schwierigen Transformationsprozess. Die Entscheidung, das Image zu modernisieren, kann als Eingeständnis gewertet werden, dass die bisherige Strategie gescheitert ist. Dennoch ist die Marke zu groß und zu tief im kollektiven Gedächtnis verankert, um einfach zu verschwinden. Die Bedeutung dieser Entwicklung liegt darin, dass sie aufzeigt, wie mächtig der gesellschaftliche Druck auf Unternehmen geworden ist, ihre Werte und ihre Kommunikation anzupassen. Es ist ein Balanceakt: Einerseits muss die Marke ihre Identität bewahren, um ihre Stammkundschaft nicht zu verprellen, andererseits muss sie sich radikal öffnen, um für eine neue Generation attraktiv zu bleiben. Die aktuelle Phase ist somit ein Testlauf für die Frage, ob eine Marke, die so stark mit einem bestimmten, mittlerweile als problematisch angesehenen Image verbunden ist, eine erfolgreiche Transformation vollziehen kann, ohne ihre Seele zu verlieren.

Offene Fragen – was der Quelltext nicht klärt

Trotz der ausführlichen Analyse bleiben einige Fragen offen, die der Quelltext nicht beantworten kann. Es wird nicht explizit dargelegt, welche konkreten finanziellen Kennzahlen die Rückkehr stützen oder welche spezifischen Umsatzziele für die kommenden Quartale gesetzt wurden. Auch bleibt unklar, wie die interne Unternehmenskultur nach den Jahren der Kritik konkret umgestaltet wurde, um die neuen Werte auch im Arbeitsalltag zu verankern. Ebenso wenig lässt sich aus dem Text ableiten, welche Rolle die ehemaligen Führungskräfte bei der aktuellen Strategie noch spielen oder ob es einen vollständigen Bruch mit der Vergangenheit gegeben hat. Die langfristige Akzeptanz der neuen Markenbotschaft bei der breiten Masse der Kundinnen bleibt ebenfalls eine Unbekannte. Es ist nicht ersichtlich, ob die Rückkehr lediglich eine kurzfristige Marketingmaßnahme ist oder ob sie auf einer langfristig angelegten, tiefgreifenden Veränderung der Unternehmensphilosophie basiert. Diese Lücken im Informationsstand verdeutlichen, dass der Prozess der Neuausrichtung noch lange nicht abgeschlossen ist und die endgültige Bewertung der Strategie noch aussteht.

Wie es weitergeht – Ausblick

Die Zukunft von Victorias Secret hängt nun davon ab, wie konsequent der eingeschlagene Weg der Erneuerung verfolgt wird. Angekündigte Schritte umfassen eine weitere Diversifizierung der Produktpalette sowie eine Anpassung der Werbekampagnen, um eine größere Bandbreite an Frauen anzusprechen. Termine für die nächsten großen Modenschauen oder strategische Meilensteine werden zwar nicht im Detail genannt, doch ist davon auszugehen, dass das Unternehmen die Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen über Fortschritte informieren wird. Die ausstehenden Entscheidungen betreffen vor allem die Frage, wie die Marke ihre Präsenz im digitalen Raum weiter ausbauen kann, ohne dabei ihre physische Präsenz in den Geschäften zu vernachlässigen. Es bleibt abzuwarten, ob die Marke durch diese Maßnahmen ihre alte Stärke zurückgewinnen kann oder ob sie in einem hart umkämpften Markt dauerhaft an Bedeutung verliert. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Strategie der Anpassung ausreicht, um die Marke langfristig als relevanten Akteur im Dessous-Segment zu etablieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/gebaude-architektur-berlin-deutschland-14129741/ · Foto: Julius Weidenauer
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/victorias-secret-ist-zurueck-warum-ist-das-dessous-unternehmen-unkapputbar-a-7641526e-714c-42f5-8cd5-3e60da47fa35#ref=rss