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Urteil nach Autoanschlag auf Verdi-Demo: Lebenslange Haft
Schlagzeilen · 06.08.2026 11:58

Urteil nach Autoanschlag auf Verdi-Demo: Lebenslange Haft

Kurz: Das Oberlandesgericht München hat den Täter des tödlichen Autoanschlags auf eine Verdi-Demonstration zu lebenslanger Haft verurteilt.

Urteil nach tödlichem Anschlag in München

Das Oberlandesgericht München hat ein wegweisendes Urteil in einem der schwersten Gewaltverbrechen der jüngeren Vergangenheit gefällt. Der 25-jährige Farhad N., der im Februar 2025 mit seinem Fahrzeug in eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi gerast war, wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der aus Afghanistan stammende Mann den Anschlag vorsätzlich verübt hat.

Die Tat und ihre verheerenden Folgen

Bei dem Angriff im Februar des vergangenen Jahres wurden eine 37-jährige Mutter und ihr zweijähriges Kind getötet. Neben den Todesopfern forderte die Tat mehr als 40 Verletzte. Der Vorsitzende Richter Michael Höhne beschrieb den Tatort in der Urteilsbegründung als ein "einziges Trümmerfeld", das sich über eine Breite von zwölf Metern und eine Länge von 23 Metern erstreckte. Die Wucht des Aufpralls und das gezielte Hineinfahren in die Menschenmenge verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt, die von dem Täter ausging.

Rechtliche Bewertung und Strafmaß

Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Bundesanwaltschaft. Farhad N. wurde wegen zweifachen Mordes sowie 23-fachen versuchten Mordes schuldig gesprochen. Damit bewertete die Kammer einen Fall mehr als versuchten Mord, als es die Anklage ursprünglich gefordert hatte. Zusätzlich erfolgte eine Verurteilung wegen 19-facher gefährlicher Körperverletzung sowie dreifacher vorsätzlicher Körperverletzung.

Ein zentraler Aspekt des Urteils ist die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld durch das Gericht. Dies bedeutet, dass eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren, wie sie bei einer lebenslangen Haftstrafe unter normalen Umständen möglich wäre, nahezu ausgeschlossen ist. Die Verteidigung hatte im Prozessverlauf auf eine Haftstrafe von 15 Jahren plädiert und zudem die Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Einrichtung gefordert, was das Gericht jedoch ablehnte.

Hintergründe zur Motivlage

Der Angeklagte, der im Jahr 2016 nach Deutschland eingereist war, schwieg während des gesamten Prozesses zu seinen Beweggründen. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem komplexen Motivbündel, das zu der Tat geführt habe. Den Ermittlungen zufolge spielten sowohl religiöse als auch politische Hintergründe eine Rolle. Ergänzt wurden diese Faktoren durch persönliche Umstände wie Einsamkeit und diffuse Ängste, die sich in der Tat entluden.

Einordnung und Prozessverlauf

Der Prozess gegen Farhad N. war von einer intensiven Beweisaufnahme geprägt, in der auch zahlreiche Zeugen und Betroffene ihre Erlebnisse schilderten. Die juristische Aufarbeitung der Tat unterstreicht die Schwere des Angriffs auf die öffentliche Sicherheit und die Versammlungsfreiheit. Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld hat das Gericht ein deutliches Signal gesetzt, dass derartige Taten, die auf die Vernichtung von Menschenleben in einer öffentlichen Menschenmenge abzielen, mit der höchstmöglichen strafrechtlichen Konsequenz geahndet werden.

Die nun erfolgte Urteilsverkündung markiert den Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens in erster Instanz. Ob die Verteidigung Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird, bleibt abzuwarten. Die Tat selbst bleibt als Zäsur in der Erinnerung der Betroffenen und der Öffentlichkeit verankert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/demo-29360204/ · Foto: Tobi &Chris
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/anschlag-verdi-demo-urteil-100.html