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Umfrage der Körber-Stiftung: Viele Eltern bei Fake-News und KI unsicher
Technik · 18.08.2026 15:00

Umfrage der Körber-Stiftung: Viele Eltern bei Fake-News und KI unsicher

Kurz: Eine neue Umfrage der Körber-Stiftung zeigt: Viele Eltern fühlen sich beim Thema Künstliche Intelligenz und Fake-News überfordert und wünschen sich mehr Hilfe.

Was geschehen ist – die Kernmeldung der Umfrage

Die Hamburger Körber-Stiftung hat eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die ein deutliches Bild der digitalen Unsicherheit in deutschen Familien zeichnet. Die zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass ein erheblicher Teil der Eltern den Herausforderungen durch moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) sowie der Verbreitung von Falschinformationen im Internet kaum gewachsen ist. Mehr als jedes vierte Elternteil gab an, sich im Umgang mit KI-Anwendungen unsicher zu fühlen. Diese Unsicherheit betrifft nicht nur die eigene praktische Anwendung, sondern erstreckt sich auch auf die pädagogische Begleitung der Kinder und Jugendlichen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Wunsch nach fundierten Informationen und niedrigschwelligen Hilfsangeboten groß ist, während gleichzeitig der Ruf nach strengeren Regulierungen im schulischen und sozialen Bereich laut wird. Die Erhebung, die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt wurde, beleuchtet damit eine wachsende Lücke zwischen dem technologischen Fortschritt und der elterlichen Medienkompetenz, die für die Erziehung in einer digitalisierten Welt von entscheidender Bedeutung ist.

Die Einzelheiten der Untersuchung

Die von der Körber-Stiftung in Auftrag gegebene Studie basiert auf einer Online-Befragung von 1004 Eltern, deren Kinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren sind. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 12. und 27. März. Die Daten zeigen eine klare Abstufung der Kompetenzwahrnehmung: Während sich die Befragten bei klassischen Anwendungen wie Suchmaschinen, Wikipedia, YouTube oder Messenger-Diensten deutlich kompetenter fühlen, sinkt das Selbstvertrauen bei KI-Themen rapide. Nur 20 Prozent der Eltern gaben an, KI-Anwendungen sehr sicher zu beherrschen. 48 Prozent stufen sich als eher sicher ein, während 28 Prozent offen zugeben, eher oder sehr unsicher zu sein. Ein weiteres Problemfeld ist die Selbstregulation: 37 Prozent der Eltern gestehen ein, Schwierigkeiten bei der eigenen Smartphone-Nutzung zu haben, etwa bei der Vermeidung von exzessivem Gebrauch oder der Mitnahme des Geräts ins Bett. Zudem fühlen sich 35 Prozent der Eltern schlecht über die Internetaktivitäten ihres Nachwuchses informiert, während nur 13 Prozent angeben, einen sehr guten Überblick zu haben.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Die digitale Transformation des Alltags hat das Familienleben in den letzten Jahren grundlegend verändert. Die Körber-Stiftung hat mit dieser Umfrage einen Bereich adressiert, der zunehmend in den Fokus bildungspolitischer Debatten rückt. Die Ergebnisse spiegeln eine Entwicklung wider, in der Eltern mit einer rasanten technologischen Entwicklung konfrontiert sind, der sie sich oft allein gegenübergestellt sehen. Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen über die Medienkompetenz von Kindern und die Verantwortung der Eltern. Die aktuelle Umfrage zeigt nun, dass die Sorge vor Falschinformationen und KI-generierten Inhalten eine neue Qualität erreicht hat. Viele Eltern haben bereits eigene Regeln für die Mediennutzung in ihren Haushalten etabliert, wie etwa Zeitlimits oder spezifische Handyverbote, doch die Umsetzung im Alltag bleibt eine Herausforderung. Die Debatte um die Medienbildung ist dabei nicht neu, erhält aber durch die Verbreitung von KI-Tools eine neue Dringlichkeit. Die Studie fungiert hier als Bestandsaufnahme, die den Wunsch nach externer Unterstützung und klaren Rahmenbedingungen unterstreicht.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Im Zentrum der Untersuchung stehen die Eltern von Schulkindern im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, die als Hauptakteure der digitalen Erziehung fungieren. Die Körber-Stiftung, vertreten durch Jenny Meßinger-Koppelt, die den Bereich Bildung leitet, fungiert als Initiatorin und Analystin der Ergebnisse. Meßinger-Koppelt betont, dass Eltern ihre Kinder zwar kompetent begleiten möchten, dabei jedoch an ihre Grenzen stoßen. Sie fordert daher dringend niedrigschwellige Angebote zur Orientierung. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa zeichnet für die methodische Durchführung der repräsentativen Befragung verantwortlich. Die Ergebnisse richten sich indirekt an politische Entscheidungsträger und Bildungsinstitutionen, da die Umfrage auch den Wunsch nach stärkeren Regulierungen, etwa durch Handyverbote an Schulen oder Altersbeschränkungen für soziale Medien, thematisiert. Die betroffenen Jugendlichen selbst sind zwar nicht direkt befragt worden, bilden jedoch den Dreh- und Angelpunkt der elterlichen Sorgen und der daraus resultierenden Erziehungsbemühungen.

Einordnung der Ergebnisse

Einzuordnen ist das Ergebnis so, dass die digitale Kompetenz der Eltern nicht mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung Schritt hält. Die Daten legen offen, dass eine signifikante Wissenslücke existiert, die von den Eltern selbst wahrgenommen wird. 55 Prozent der Befragten äußerten den Wunsch, diese Lücke zu schließen. Den Berichten zufolge ist die Sorge vor Falschinformationen besonders ausgeprägt: 49 Prozent der Eltern trauen ihren Kindern nicht zu, zwischen seriösen Quellen und Desinformation zu unterscheiden. Dass zudem 19 Prozent der Eltern ihre eigene Fähigkeit zur Erkennung von Fake-News kritisch hinterfragen, zeigt, dass die Verunsicherung generationsübergreifend ist. Die Forderung nach einem generellen Handyverbot an Schulen oder einem Verbot von Social Media für unter 16-Jährige kann als Ausdruck des Wunsches nach externen Schutzräumen gewertet werden. Eltern suchen nach Entlastung, da sie die Komplexität der digitalen Welt allein kaum noch bewältigen können. Die Umfrage verdeutlicht, dass die Verantwortung für Medienkompetenz nicht allein bei den Familien liegen kann, sondern institutionelle Unterstützung erfordert.

Offene Fragen zur Thematik

Obwohl die Umfrage ein umfassendes Bild der elterlichen Sorgen zeichnet, bleiben einige Fragen unbeantwortet. Der Quelltext gibt beispielsweise keinen Aufschluss darüber, welche konkreten Angebote die Eltern als „niedrigschwellig“ empfinden würden. Es bleibt offen, ob sie sich mehr Unterstützung durch die Schulen, durch staatliche Stellen oder durch private Initiativen wünschen. Zudem wird nicht detailliert ausgeführt, welche spezifischen KI-Anwendungen den Eltern die größten Sorgen bereiten – sind es Textgeneratoren, Bild-KI oder andere Tools? Auch die Frage, wie die Eltern ihre eigenen Regeln zur Mediennutzung im Alltag konkret durchsetzen und an welchen Punkten sie dabei am häufigsten scheitern, wird nur angerissen. Ebenso wenig wird geklärt, welche Rolle die Schulen derzeit bereits bei der Vermittlung von KI-Kompetenzen spielen und ob die Eltern über diese Bemühungen überhaupt informiert sind. Die Umfrage liefert zwar die Diagnose der Verunsicherung, lässt aber die genauen Anforderungen an eine zukünftige Bildungsstrategie offen.

Wie es weitergeht

Die Ergebnisse der Körber-Stiftung dürften die Debatte um digitale Bildung und Medienkompetenz weiter befeuern. Da 57 Prozent der Eltern angeben, nicht zu wissen, wo sie sich über KI und Desinformation informieren können, besteht ein klarer Handlungsbedarf für Bildungsträger und politische Akteure. Die Forderungen nach einem generellen Handyverbot an Schulen sind bereits Gegenstand politischer Diskussionen in verschiedenen Bundesländern. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse der Umfrage als Argumentationsgrundlage für weitere bildungspolitische Maßnahmen dienen werden. Die Körber-Stiftung hat mit der Veröffentlichung den Bedarf an Orientierungshilfen unterstrichen, was darauf hindeutet, dass in Zukunft verstärkt Informationskampagnen oder Beratungsangebote für Eltern entwickelt werden könnten. Ob und in welcher Form diese Unterstützung stattfinden wird, bleibt jedoch von den weiteren Entscheidungen der Bildungspolitik abhängig. Die Debatte um die Regulierung der Social-Media-Nutzung für Minderjährige wird ebenfalls weiter an Fahrt aufnehmen, da der Wunsch der Eltern nach strengeren Regeln hier sehr deutlich artikuliert wurde.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-menschen-frau-laptop-3912389/ · Foto: Gustavo Fring
Quelle: https://www.heise.de/news/Umfrage-der-Koerber-Stiftung-Viele-Eltern-bei-Fake-News-und-KI-unsicher-11417712.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag