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Ukraine greift erneut russischen Online-Händler Wildberries an
Technik · 07.08.2026 17:05

Ukraine greift erneut russischen Online-Händler Wildberries an

Kurz: Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf Lagerhäuser des russischen Online-Giganten Wildberries fort, um den wirtschaftlichen Druck auf Russland zu erhöhen.

Strategische Angriffe auf die russische Logistikinfrastruktur

Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Taktik in den vergangenen Wochen intensiviert und nehmen gezielt die Logistikzentren des russischen Online-Händlers Wildberries ins Visier. Jüngster Schauplatz einer solchen Attacke war Jekaterinburg, die viertgrößte Stadt Russlands. Dort führte ein Drohnenangriff zu einem Brand in einem Lagerhaus des Unternehmens. Nach Angaben von Artyom Zhoga, dem Vertreter des Kremls in der Region, mussten rund 800 Mitarbeiter evakuiert werden; Personenschäden wurden dabei glücklicherweise nicht verzeichnet. Das Unternehmen selbst gab an, dass der Großteil der gelagerten Waren von den Flammen verschont blieb.

Hintergrund und Zielsetzung der Kampagne

Wildberries nimmt in der russischen Wirtschaftslandschaft eine vergleichbare Stellung ein wie Amazon in westlichen Märkten. Seit dem 18. Juli wurden bereits mindestens 20 Lagerhäuser des Unternehmens angegriffen. Die ukrainische Führung verfolgt mit diesen Attacken eine klare Strategie: Der Krieg soll für die russische Zivilbevölkerung im Alltag spürbar werden. Zudem zielt Kiew darauf ab, die Kosten für die Aufrechterhaltung der russischen Kriegsbemühungen signifikant in die Höhe zu treiben.

Ein weiterer Aspekt der ukrainischen Argumentation ist der Vorwurf, dass Wildberries Waren vertreibe, die potenziell für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Die Auswirkungen der Angriffe treffen jedoch nicht nur das Großunternehmen, sondern auch eine Vielzahl kleinerer Händler, die ihre Waren über die Plattform vertreiben. Eine Entschädigung für diese Betroffenen bleibt bislang aus. Die Wildberries-Chefin Tatjana Kim lehnte eine Haftung ab und stufte die Angriffe als Fälle von höherer Gewalt ein.

Die militärische Lage im Schwarzen Meer und an der Front

Parallel zu den Angriffen auf die zivile Logistik setzt Russland seine militärischen Operationen fort. Das russische Verteidigungsministerium meldete den Beschuss von drei Schiffen im Schwarzen Meer, die nach eigenen Angaben Militärgüter für die Ukraine transportierten. Auch ein Frachtschiff im Hafen von Mykolajiw wurde Ziel russischer Streitkräfte. Laut russischen Darstellungen wurden in der aktuellen Woche bereits 34 Schiffe attackiert, die vom ukrainischen Militär genutzt worden sein sollen. Gleichzeitig vermeldete Moskau Fortschritte an der Front: Die Siedlung Anyschtyschne in der Region Charkiw soll unter russische Kontrolle gebracht worden sein.

Humanitäre Folgen und Evakuierungen

Die zivile Bevölkerung in der Ukraine leidet weiterhin unter den massiven russischen Luftangriffen. Die ukrainische Luftwaffe berichtete von Attacken durch 147 Langstreckendrohnen. In der Stadt Isjum in der Ostukraine kamen zwei Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. Auch ein Markt im Gebiet Sumy wurde Ziel eines Drohnenangriffs, bei dem zehn Menschen Verletzungen erlitten. Aufgrund der anhaltenden Bedrohungslage schreiten die Evakuierungen voran: Allein aus der Stadt Kramatorsk wurden innerhalb eines Tages mehr als 800 Menschen in Sicherheit gebracht.

Es bleibt festzuhalten, dass Angaben zu den militärischen Entwicklungen, den Opferzahlen und den genauen Auswirkungen der Angriffe durch die Konfliktparteien derzeit nicht durch unabhängige Stellen verifiziert werden können. Die Situation bleibt hochdynamisch, während Präsident Selenskyj weiterhin versucht, durch verschiedene Maßnahmen den Druck auf Russland zu erhöhen, um eine Beendigung des Krieges bis zum Herbst zu forcieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/tastatur-selektiven-fokus-nahansicht-12484548/ · Foto: Alexey Demidov
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-russland-250.html