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Trump: Saudis sollen für Atomdeal auf Israel zugehen
Politik · 23.07.2026 20:05

Trump: Saudis sollen für Atomdeal auf Israel zugehen

Kurz: US-Präsident Trump knüpft das neue Atomabkommen mit Saudi-Arabien überraschend an eine Bedingung: Riad soll sich offiziell Israel annähern.

Neue Hürden für die nukleare Zusammenarbeit

Die jüngste Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien über den Aufbau eines zivilen Atomprogramms hat durch eine nachträgliche Forderung von US-Präsident Donald Trump eine neue politische Dimension erhalten. Wie Trump über seine Plattform Truth Social mitteilte, ist das Abkommen untrennbar mit einer diplomatischen Öffnung Riads gegenüber Israel verbunden. Konkret fordert der US-Präsident, dass sich Saudi-Arabien den sogenannten Abraham-Abkommen anschließt – jenen Vereinbarungen, die während seiner ersten Amtszeit den Weg für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten ebneten.

Ob dieser Vorstoß die saudische Führung überrascht hat oder ob hinter den Kulissen bereits entsprechende Signale ausgetauscht wurden, bleibt derzeit unklar. Die saudische Seite hat sich zu dieser neuen Bedingung bisher nicht öffentlich positioniert.

Die palästinensische Frage als Knackpunkt

Die politische Hürde für eine solche Annäherung ist jedoch hoch. Der demokratische Senator Chris van Hollen äußerte gegenüber CNN deutliche Zweifel an der Realisierbarkeit dieser Forderung. Saudi-Arabien habe in der Vergangenheit stets betont, dass eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zwingend einen klaren, verbindlichen Pfad hin zu einem palästinensischen Staat voraussetze, der friedlich neben Israel existieren könne. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass Riad von dieser Position abgerückt ist.

Für Israel wäre ein diplomatischer Schulterschluss mit Saudi-Arabien zweifellos ein bedeutender außenpolitischer Erfolg. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob die US-Regierung bereit ist, den saudischen Forderungen in der Palästinenserfrage entgegenzukommen, um das Atomabkommen zu retten.

Sicherheitsbedenken und nukleare Proliferation

Das Abkommen selbst, das den Aufbau eines zivilen Atomsektors in Saudi-Arabien vorsieht, stößt im US-Kongress parteiübergreifend auf Skepsis. Befürworter wie US-Außenminister Marco Rubio argumentieren, dass es für die USA strategisch vorteilhafter sei, Saudi-Arabien bei der Entwicklung ziviler Kernenergie zu begleiten, als das Land anderen Partnern zu überlassen. Rubio versicherte, dass das Abkommen strikte Sicherheitsmechanismen enthalte, um eine militärische Nutzung – also die Entwicklung von Atomwaffen – auszuschließen.

Trump betonte zudem, dass die Vereinbarung keine Urananreicherung durch Saudi-Arabien vorsehe. Dennoch bleiben Kritiker wie Senator van Hollen skeptisch. Sie fordern seit Jahren strenge Sicherheitsgarantien und äußern die Sorge, dass ein solches Abkommen ein nukleares Wettrüsten in der ohnehin volatilen Region auslösen könnte. Auch der demokratische Senator Chris Murphy warnte, dass die Vereinbarung den Iran weiter davon abhalten könnte, sein eigenes Atomprogramm zu begrenzen, und die Spannungen im Nahen Osten weiter verschärfen könnte.

Intransparenz sorgt für politischen Unmut

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Mangel an Transparenz. Obwohl die Eckpfeiler des Abkommens bereits unterzeichnet wurden, sind wesentliche Details der Vereinbarung – sowohl den Abgeordneten als auch der Öffentlichkeit – weitgehend unbekannt. Der Fraktionsführer der Demokraten, Hakeem Jeffries, kritisierte Trumps Informationspolitik scharf. Er bemängelte, dass ein verantwortungsbewusster Präsident den Kongress vorab hätte einbinden müssen.

Die Zeit drängt, da der Kongress innerhalb einer Frist von 90 Tagen über die Vereinbarung entscheiden muss. Ob die Regierung die notwendigen Details nachliefern wird, um die Bedenken der Abgeordneten zu zerstreuen, bleibt abzuwarten. Die Kombination aus der neuen politischen Bedingung einer Israel-Annäherung und den ungeklärten Sicherheitsfragen macht das Abkommen zu einem der umstrittensten außenpolitischen Vorhaben der aktuellen US-Administration.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/atemberaubende-wustenlandschaft-in-israel-30187309/ · Foto: Duc Tinh Ngo
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/trump-atomdeal-saudi-arabien-100.html