News aus aller Welt
Start
Trump droht nach Google-Strafe der EU mit neuen Zöllen
Technik · 24.07.2026 21:20

Trump droht nach Google-Strafe der EU mit neuen Zöllen

Kurz: Nach einer Milliardenstrafe der EU gegen Google reagiert US-Präsident Trump mit scharfen Drohungen. Er kündigt neue Zölle gegen europäische Importe an.

Eskalation im Handelsstreit zwischen Washington und Brüssel

Die jüngste Entscheidung der Europäischen Kommission, eine hohe Geldstrafe gegen den Technologiekonzern Google zu verhängen, hat eine unmittelbare und scharfe Reaktion aus den Vereinigten Staaten hervorgerufen. US-Präsident Donald Trump kündigte als direkte Konsequenz die Einführung neuer Zölle auf Importe aus der Europäischen Union an. Er bezeichnete das Vorgehen der EU-Behörden als "Raub" und warnte davor, dass Europa für dieses Verhalten einen hohen Preis zahlen werde.

Hintergrund der EU-Sanktion gegen Alphabet

Auslöser der diplomatischen Spannungen ist eine Entscheidung der EU-Kommission vom Donnerstag, den Google-Mutterkonzern Alphabet zu einer Zahlung von 890 Millionen Euro – umgerechnet etwa eine Milliarde US-Dollar – zu verpflichten. Die Begründung der Kommission stützt sich auf Verstöße gegen europäische Wettbewerbsregeln. Diese Vorschriften wurden explizit geschaffen, um die marktbeherrschende Stellung großer Technologieunternehmen zu begrenzen und einen fairen Wettbewerb innerhalb des europäischen Binnenmarktes zu gewährleisten.

Die US-Reaktion: Untersuchung nach Paragraf 301

In seiner Stellungnahme auf der Plattform Truth Social ließ Trump keinen Zweifel daran, dass er das Vorgehen der EU als illegales und unethisches Verhalten einstuft. Um auf diese aus seiner Sicht diskriminierenden Handelspraktiken zu reagieren, plant die US-Regierung eine formelle Untersuchung auf Basis des Handelsgesetzes von 1974.

Konkret beruft sich Washington dabei auf den sogenannten Absatz 301. Diese gesetzliche Grundlage ermöglicht es der US-Regierung, aktiv gegen Handelspartner vorzugehen, wenn diese nach Ansicht der USA "ungerechtfertigte, unangemessene oder diskriminierende" Praktiken anwenden. Als Instrumente stehen der Regierung dabei unter anderem die Erhebung von Strafzöllen zur Verfügung.

Kontext und mögliche wirtschaftliche Folgen

Die Androhung von Zöllen durch den US-Präsidenten erfolgt in einer Phase, in der die Handelsbeziehungen zwischen den USA und vielen Partnern weltweit bereits unter Druck stehen. Erst kürzlich hatte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer auf Basis desselben Paragrafen 301 neue Zölle gegen etwa 60 Handelspartner verhängt. In diesem Fall lautete der Vorwurf, dass die betroffenen Länder nicht ausreichend gegen Zwangsarbeit vorgehen würden.

Die Ankündigung Trumps lässt auf eine weitere Verschärfung der transatlantischen Handelsbeziehungen schließen. Sollte die US-Regierung die Untersuchung tatsächlich einleiten und in deren Folge Zölle umsetzen, könnten europäische Exportgüter deutlich teurer auf dem US-Markt werden. Dies würde nicht nur die betroffenen Branchen treffen, sondern könnte auch eine Spirale aus Gegenmaßnahmen und weiteren Handelsbeschränkungen auslösen.

Wie geht es weiter?

Derzeit befindet sich die Situation in einer frühen Phase der politischen Auseinandersetzung. Während die EU-Kommission ihre Entscheidung auf Basis bestehender Wettbewerbsregeln verteidigt, betrachtet die US-Administration den Vorgang primär als wirtschaftspolitischen Angriff auf amerikanische Unternehmen. Beobachter gehen davon aus, dass die kommenden Wochen zeigen werden, ob die Drohungen in konkrete handelspolitische Maßnahmen münden oder ob diplomatische Kanäle genutzt werden, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-laptop-internet-tippen-6633283/ · Foto: Cup of Couple
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-google-eu-100.html