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Toyota steigt bei Brennstoffzellen-Joint-Venture cellcentric ein
Technik · 27.07.2026 10:28

Toyota steigt bei Brennstoffzellen-Joint-Venture cellcentric ein

Kurz: Toyota wird gleichberechtigter Partner beim Brennstoffzellen-Spezialisten cellcentric. Die Allianz mit Daimler Truck und Volvo soll die Wasserstofftechnologie s

Strategische Allianz für die Wasserstoff-Zukunft

Die Entwicklung wasserstoffelektrischer Antriebe im Schwerlastverkehr erfährt eine bedeutende Neuausrichtung. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, haben Daimler Truck, die Volvo Group und die Toyota Motor Corporation eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, die Toyota als gleichberechtigten Anteilseigner beim Brennstoffzellen-Spezialisten cellcentric vorsieht. Künftig werden alle drei Partner jeweils ein Drittel der Anteile an dem Unternehmen halten.

Die Transaktion, die auf eine Absichtserklärung aus dem März 2026 folgt, steht derzeit noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen. Mit einem Abschluss des Einstiegs wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 gerechnet. Toyota bringt in diese Kooperation rund drei Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung von Brennstoffzellentechnologien ein, die das Unternehmen unter anderem in Serien-Pkw wie dem Mirai sowie in Kooperationen für den Lkw-Sektor bereits unter Beweis gestellt hat.

Fokus auf Skalierbarkeit und Effizienz

Das 2021 gegründete Joint Venture cellcentric beschäftigt über 560 Mitarbeitende an Standorten in Deutschland und Kanada. Das Unternehmen hält ein Portfolio von rund 700 Patenten und konzentriert sich auf die Entwicklung von Brennstoffzellensystemen für diverse Anwendungen, darunter schwere Lkw, Reisebusse, Schienenfahrzeuge und stationäre Energieerzeugung. Ein zentraler Aspekt der Zusammenarbeit ist die Optimierung der Brennstoffzellen-Einzelzelle, die als Schlüsselkomponente für Kosten, Effizienz und industrielle Skalierbarkeit gilt.

Aktuell bilden die Systeme BZA150 (150 kW) und das auf der IAA-Nutzfahrzeuge 2026 präsentierte BZA375 (375 kW) den Kern des Portfolios. Während die BZA150 bereits im Mercedes-Benz NextGenH2 Truck zum Einsatz kommt, markiert die Entwicklung leistungsstärkerer Einheiten den technologischen Fortschritt, den die drei Partner gemeinsam vorantreiben wollen.

Doppelstrategie: Batterie und Wasserstoff

Daimler Truck verfolgt bei der Dekarbonisierung den Ansatz „Battery first, Hydrogen second“. Während batterieelektrische Antriebe viele Anwendungsfälle abdecken, wird Wasserstoff als notwendige Ergänzung für Distanzen über 1000 Kilometer, hohe Nutzlasten und energieintensive Einsätze wie Kühltransporte gesehen. Die Verantwortlichen betonen, dass der parallele Aufbau von Strom- und Wasserstoffinfrastruktur effizienter sein könne als ein alleiniger Ausbau des Stromnetzes, da die benötigten Ladeleistungen für schwere Lkw im Fernverkehr enorme Anforderungen an die Energienetze stellen würden.

Die wirtschaftliche Attraktivität der Technologie hängt maßgeblich von den Kosten für Wasserstoff ab. Als Zielmarke für Kunden gelten etwa 5 Euro pro Kilogramm, während in China Bestrebungen für Preise um die 3 Euro existieren. Die industrielle Skalierung bleibt jedoch eine Herausforderung, da ein flächendeckendes Tankstellennetz derzeit noch fehlt.

Öffentliche Förderung und europäischer Rahmen

Das Vorhaben wird durch öffentliche Mittel unterstützt. Im Rahmen des IPCEI Wasserstoff fließen 226 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Ländern in die Entwicklung und Kleinserie der Brennstoffzellen-Lkw bei Daimler Truck. Zudem hat die EU-Kommission Milliardenförderungen für die Wasserstoffmobilität genehmigt, die unter anderem den Bau einer großflächigen Brennstoffzellen-Produktionsanlage durch cellcentric in Baden-Württemberg ermöglichen sollen. Diese Maßnahmen fügen sich in den europäischen Green Deal ein, der darauf abzielt, die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern.

Obwohl die drei Konzerne bei cellcentric eng zusammenarbeiten, bleiben sie in allen anderen Geschäftsbereichen weiterhin Wettbewerber. Die Kooperation soll als starkes Signal an den Markt verstanden werden, um das Ökosystem für wasserstoffbasierte Antriebe weiter zu festigen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/auto-fahrzeug-regentropfen-nass-17792991/ · Foto: Erik Mclean
Quelle: https://www.heise.de/news/Toyota-steigt-bei-Brennstoffzellen-Joint-Venture-cellcentric-ein-11378608.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag