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Tesla: Überhitzungsprobleme bei FSD-Software auf HW3-Computern
Technik · 05.08.2026 17:02

Tesla: Überhitzungsprobleme bei FSD-Software auf HW3-Computern

Kurz: Besitzer älterer Tesla-Modelle mit HW3-Computer berichten von Überhitzungsproblemen bei der Nutzung der neuen FSD-Software. Wir fassen die aktuelle Lage zusamme

Technische Herausforderungen bei der FSD-Implementierung

Tesla hat mit der Einführung einer abgespeckten Version seiner Software für „Full Self-Driving“ (FSD supervised) für Fahrzeuge mit dem älteren HW3-Computer einen Weg gesucht, die Fahrassistenztechnologie einer breiteren Nutzerbasis zugänglich zu machen. Die sogenannte „FSD v14 Lite“-Variante wurde entwickelt, um auf Hardware zu laufen, die lediglich über rund 12,5 Prozent der Speicherbandbreite aktueller HW4-Systeme verfügt. Doch die Integration dieser rechenintensiven KI-Modelle auf der betagten Architektur scheint nun zu unerwarteten Hürden zu führen.

Häufung von Überhitzungsmeldungen

In den vergangenen Wochen mehren sich Berichte von Tesla-Besitzern, die von einer Überhitzung der Electronic Control Unit (ECU) während der Fahrt berichten. Dokumentierte Fälle zeigen Fehlermeldungen, bei denen die Temperaturen innerhalb der Recheneinheit die Marke von 100 Grad Celsius überschritten haben. Zum Vergleich: Der reguläre Betriebsbereich der Hardware ist für Temperaturen zwischen 0 und 90 Grad Celsius ausgelegt.

Die Folgen für die betroffenen Fahrzeuge sind gravierend:

* **Sicherheitswarnungen:** Die Fahrzeuge fordern die Fahrer während der Fahrt abrupt dazu auf, die Kontrolle zu übernehmen.

* **Systemabschaltungen:** Das FSD-System deaktiviert sich bei Überhitzung automatisch.

* **Temporäre Sperren:** Nutzer berichten, dass die FSD-Option nach einem solchen Vorfall für einen gewissen Zeitraum nicht mehr verfügbar ist, was als Schutzmaßnahme zur Abkühlung der Hardware interpretiert wird.

* **Hardware-Defekte:** In Einzelfällen, etwa bei einem Model Y aus dem Jahr 2022, wurde von bleibenden Schäden an der Recheneinheit berichtet, die einen kostspieligen Austausch auf eigene Kosten erforderlich machten.

Ursachenforschung und Spekulationen

Da sich Tesla bislang offiziell nicht zu den Vorfällen geäußert hat, konzentriert sich die Fachwelt auf verschiedene Erklärungsansätze. Die Diskussionen unter betroffenen Nutzern und Experten drehen sich vor allem um die Frage, ob die Hardware-Kapazitäten durch die neuen Software-Updates schlichtweg überlastet werden.

Einige Beobachter vermuten, dass das Kühlsystem der Fahrzeuge in extremen Situationen an seine Grenzen stößt. Da die Autopilot-ECU im Kühlkreislauf relativ weit vom eigentlichen Kühler entfernt positioniert ist, könnte sie bei hohen Außentemperaturen, wie sie während der jüngsten Hitzewellen in Nordamerika und Europa auftraten, anfälliger für thermische Probleme sein. Zudem wird diskutiert, ob die Vorkonditionierung des Akkus vor Ladevorgängen – insbesondere bei Modellen ohne Wärmepumpe – die thermische Belastung des Gesamtsystems so weit erhöht, dass die ECU überhitzt.

Ausblick und Software-Optimierung

Es ist davon auszugehen, dass Tesla die Situation genau beobachtet. Da das Unternehmen die FSD-Software in kurzen Abständen mit Updates versorgt, besteht die Möglichkeit, dass die Entwickler versuchen, die Rechenlast durch Anpassungen an der Software-Architektur zu senken. Die Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Elon Musk hatte bereits eingeräumt, dass ein „unüberwachtes“ autonomes Fahren auf der HW3-Hardware technisch nicht realisierbar sein wird, was die aktuelle „Lite“-Version zu einem Kompromiss macht.

Für Besitzer älterer Fahrzeuge, die für die FSD-Option hohe Aufpreise gezahlt haben, bleibt die Situation derzeit unbefriedigend. Während Tesla an der Software feilt, müssen Nutzer in den freigeschalteten Regionen – darunter den USA, Kanada, Australien sowie einigen europäischen Ländern wie Dänemark und den Niederlanden – weiterhin mit der Instabilität rechnen. In Deutschland ist die FSD-Technologie derzeit noch nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/moderner-laptop-mit-code-in-gemutlichem-arbeitsplatz-34803986/ · Foto: Daniil Komov
Quelle: https://www.heise.de/news/Tesla-Ueberhitzungsprobleme-bei-FSD-Software-auf-HW3-Computern-11400157.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag