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Studie - IW Köln warnt vor Neueinbau von Gasheizungen
Schlagzeilen · 25.07.2026 05:49

Studie - IW Köln warnt vor Neueinbau von Gasheizungen

Kurz: Das Institut der Deutschen Wirtschaft warnt vor neuen Gasheizungen. Eine Studie prognostiziert drastisch steigende Kosten bis 2040 im Vergleich zur Wärmepumpe.

Kostenfalle Gasheizung: Prognosen des IW Köln

Der Einbau neuer Gasheizungen steht derzeit unter kritischer Beobachtung. Laut einer aktuellen Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) riskieren Hausbesitzer, die sich heute für eine gasbasierte Heiztechnologie entscheiden, eine erhebliche finanzielle Belastung in der Zukunft. Die bislang unveröffentlichte Studie, über die zuerst die „Rheinische Post“ berichtete, zeichnet ein düsteres Bild für die Wirtschaftlichkeit fossiler Heizsysteme in den kommenden Jahrzehnten.

Massive Preissteigerungen bis 2040 erwartet

Die Berechnungen des IW legen nahe, dass sich die jährlichen Heizkosten für Nutzer moderner Gasheizungen bis zum Jahr 2040 nahezu verdoppeln könnten. Dieser Anstieg resultiert aus den erwarteten Preisentwicklungen für fossile Brennstoffe sowie den regulatorischen Anforderungen, die den Betrieb in Zukunft verteuern dürften. Angesichts der Tatsache, dass Gas derzeit noch mit einem Anteil von etwa 55 Prozent die verbreitetste Heizungsart in Deutschland ist, könnte diese Entwicklung eine große Zahl an Haushalten betreffen.

Der Vergleich zur Wärmepumpe

Im direkten Kostenvergleich stellt die Wärmepumpe laut der Analyse eine deutlich stabilere Option dar. Während die Ausgaben für Gasheizungen steil ansteigen, prognostiziert das IW für Wärmepumpen über einen langen Zeitraum weitgehend konstante Heizkosten. Besonders in teilsanierten Altbauwohnungen zeigt sich ein erhebliches Einsparpotenzial: Hier könnten Nutzer gegenüber einer Gasheizung jährlich 1.000 Euro oder mehr einsparen.

Regulatorischer Kontext und gesetzliche Rahmenbedingungen

Die Debatte um den Heizungstausch findet vor dem Hintergrund einer veränderten Gesetzeslage statt. Mit der Einführung des sogenannten Heizungsgesetzes wurden ursprüngliche Vorgaben angepasst. Die Pflicht, neue Heizungen mit einem Anteil von mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, wurde gestrichen. Dies ermöglicht es Eigentümern, weiterhin neue Gas- oder Ölheizungen zu installieren.

Dennoch bleibt der Betrieb an Auflagen geknüpft, um die Klimaziele zu erreichen. Ab dem Jahr 2029 müssen neu installierte fossile Heizsysteme einen stetig wachsenden Anteil an klimaneutralen Energieträgern wie Biomethan oder Bioöl nutzen. Experten weisen darauf hin, dass die Verfügbarkeit und die Kosten dieser alternativen Energieträger maßgeblich dazu beitragen werden, wie sich die Betriebskosten für die Eigentümer in der Praxis entwickeln.

Strategische Überlegungen für Immobilienbesitzer

Für Hausbesitzer und Vermieter stellt sich die Frage, wie sie ihre Investitionsentscheidungen angesichts der IW-Prognosen gewichten sollen. Während der Einbau einer Gasheizung kurzfristig geringere Anschaffungskosten bedeuten mag, deutet die Studie auf ein erhebliches finanzielles Risiko durch die langfristigen Betriebskosten hin. Die Entscheidung für eine Wärmepumpe hingegen scheint vor allem in sanierten oder teilsanierten Objekten eine wirtschaftlich vorteilhafte Strategie zu sein, um sich gegen die Preisvolatilität auf dem Gasmarkt abzusichern.

Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich der Markt für klimaneutrale Gase entwickelt und ob die prognostizierten Kostensteigerungen für fossile Brennstoffe in der Realität eintreten. Fest steht, dass die ökonomische Attraktivität von Heizsystemen zunehmend von ihrer langfristigen Kompatibilität mit klimaneutralen Energieträgern abhängt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-dammerung-wahrzeichen-sonnenaufgang-15999577/ · Foto: Miguel Andres Parra
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/iw-koeln-warnt-vor-neueinbau-von-gasheizungen-100.html