Ein dramatischer Fünfsatz-Krimi in New York
Das Abenteuer bei den US Open 2026 ist für Jan-Lennard Struff vorzeitig beendet. In einer kräftezehrenden Zweitrundenpartie musste sich der deutsche Tennisprofi dem Argentinier Francisco Cerúndolo geschlagen geben. Nach einer Spielzeit, die das gesamte Spektrum eines Tennismatches abdeckte, stand am Ende ein 5:7, 7:5, 4:6, 6:2 und 6:3 für den Südamerikaner auf der Anzeigetafel. Was als vielversprechender Auftakt für den Warsteiner begann, entwickelte sich im Verlauf des Abends zu einem physischen und mentalen Kraftakt, den letztlich der 28-jährige Argentinier für sich entscheiden konnte. Struff, der im vierten Satz mit körperlichen Problemen zu kämpfen hatte, zeigte zwar Kampfgeist, konnte jedoch die Fehlerquote nicht entscheidend senken. Für Cerúndolo bedeutet dieser Sieg den erstmaligen Einzug in die dritte Runde des Grand-Slam-Turniers in New York, während für den deutschen Davis-Cup-Spieler das Turnier nach einer wechselhaften Leistung endet.
Die statistische Aufarbeitung der Niederlage
Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen Struff in diesem Match zu kämpfen hatte. Insgesamt 16 Doppelfehler und 52 sogenannte Unforced Errors – also leichte, ungezwungene Fehler – waren letztlich zu viel, um einen Gegner von der Qualität eines Francisco Cerúndolo in fünf Sätzen zu bezwingen. Der Argentinier, der als Nummer 25 der Welt geführt wird, profitierte von einer insgesamt stabileren Spielweise. Während Struff zwar 19 Asse schlug und phasenweise mit seinem Serve-and-Volley-Spiel Akzente setzen konnte, agierte Cerúndolo in den entscheidenden Momenten, insbesondere bei den Breakbällen, effizienter. Die Statistik weist zudem eine leicht bessere Quote bei den ersten Aufschlägen sowie eine höhere Erfolgsrate bei den Punkten nach dem zweiten Aufschlag für den Argentinier aus. Auch bei der Returnquote hatte der aus Buenos Aires stammende Spieler die Nase vorn, was ihm den entscheidenden Vorteil in den langen Ballwechseln verschaffte, die den Verlauf der Partie maßgeblich prägten.
Der bisherige Turnierverlauf und die Vorgeschichte
Die Begegnung zwischen Struff und Cerúndolo war als Highlight der zweiten Runde angesetzt. Jan-Lennard Struff, der im Jahr 2024 das Turnier in München für sich entscheiden konnte, ging mit dem Ziel in die US Open, seine Form auf der großen Bühne zu bestätigen. Cerúndolo hingegen reiste als Wimbledon-Viertelfinalist mit gewachsenem Selbstvertrauen nach New York. Die Partie begann ausgeglichen, wobei Struff den ersten Satz mit 7:5 für sich entscheiden konnte, was auf einen erfolgreichen Abend hindeutete. Doch der Argentinier bewies Nehmerqualitäten und glich im zweiten Durchgang mit 7:5 aus. Struffs Antwort folgte im dritten Satz, den er mit 6:4 gewann, indem er die Fehler seines Gegners konsequent ausnutzte. Die Dynamik des Spiels änderte sich jedoch im vierten Satz, als der Deutsche zunehmend mit seinem Sprunggelenk zu kämpfen hatte, was den gesamten weiteren Verlauf der Partie beeinflusste und den Argentinier zurück ins Spiel brachte.
Die Akteure im Fokus des Geschehens
Im Zentrum der Partie standen zwei Spieler mit unterschiedlichen Stärken. Jan-Lennard Struff, die deutsche Nummer drei, versuchte über seine Aufschlagstärke und offensive Netzangriffe zum Erfolg zu kommen. Sein Spielstil ist risikobehaftet, was sich in der hohen Anzahl an Doppelfehlern widerspiegelte. Francisco Cerúndolo, die aktuelle Nummer eins aus Argentinien, präsentierte sich als der geduldigere Akteur, der vor allem durch seine Vorhand longline und eine hohe Laufbereitschaft überzeugte. Während des vierten Satzes trat zudem das medizinische Personal in Erscheinung, als Struff einen Physiotherapeuten anforderte. Die Einnahme einer Schmerztablette beim Stand von 0:3 im vierten Satz unterstreicht, wie sehr der Warsteiner unter der körperlichen Belastung litt. Auch die Schiedsrichter und das Publikum in New York begleiteten das Match, das sich über mehrere Stunden hinzog und erst nach einer Toilettenpause nach dem vierten Satz in den finalen fünften Durchgang ging.
Einordnung des Spielverlaufs
Einzuordnen ist das Ausscheiden von Struff als eine Kombination aus hoher Fehlerquote und körperlicher Beeinträchtigung. Den Berichten zufolge war das Match bis zum vierten Satz absolut ausgeglichen, wobei beide Spieler ihre Momente hatten. Die spielentscheidende Phase begann, als Struffs Sprunggelenk Probleme bereitete. Dies zwang ihn dazu, sein Spiel anzupassen, was jedoch nicht ausreichte, um den Druck von Cerúndolo abzuwehren. Dass der Argentinier den fünften Satz dominierte, lag vor allem an seiner Fähigkeit, beim Stand von 3:3 den entscheidenden Breakball zu nutzen. Struffs Versuch, durch Serve-and-Volley den Rhythmus zu brechen, war in dieser Phase zwar mutig, doch Cerúndolo antizipierte diese Spielzüge zunehmend besser. Die Niederlage ist aus Sicht des Deutschen als bitter einzustufen, da er über weite Strecken des Matches auf Augenhöhe agierte, aber in der Schlussphase die nötige Präzision vermissen ließ, um den entscheidenden Punktgewinn zu erzwingen.
Offene Fragen nach dem Matchball
Obwohl das Match ein klares Ergebnis lieferte, bleiben einige Fragen unbeantwortet. Der Quelltext gibt beispielsweise keinen detaillierten Aufschluss über die genaue Art der Verletzung am Sprunggelenk, die Struff im vierten Satz zur Einnahme von Schmerzmitteln zwang. Es bleibt unklar, wie schwerwiegend diese Beeinträchtigung ist und ob sie die Karriereplanung des 36-Jährigen für die kommenden Wochen beeinflussen wird. Ebenso wenig wird thematisiert, wie die taktische Vorbereitung auf Cerúndolo aussah oder ob es im Vorfeld des Turniers bereits Anzeichen für körperliche Probleme gab. Auch die Frage, wie der deutsche Tennisverband die Leistung von Struff im Hinblick auf zukünftige Nominierungen bewertet, wird in den vorliegenden Informationen nicht thematisiert. Die Lücken in der Berichterstattung beziehen sich primär auf die medizinische Prognose und die langfristigen Auswirkungen dieser Niederlage auf die Weltranglistenposition des Warsteiners.
Der Blick nach vorne für die Beteiligten
Für Francisco Cerúndolo geht das Turnier in New York weiter. Der Argentinier steht nun in der dritten Runde und wartet auf seinen nächsten Gegner. Wer ihm dort gegenüberstehen wird, entscheidet sich in der Partie zwischen dem Italiener Bellucci und dem US-Amerikaner Fritz. Für Cerúndolo ist dies ein bedeutender Meilenstein in seiner Karriere, da er erstmals die dritte Runde der US Open erreicht hat. Er wird versuchen, die gewonnene Sicherheit bei seinem Service und seine verbesserte Vorhand auch in der nächsten Runde einzubringen. Für Jan-Lennard Struff hingegen beginnt nun die Phase der Regeneration. Nach der anstrengenden Partie und der notwendigen medizinischen Behandlung wird er sich zunächst auf die Ausheilung seiner Sprunggelenksprobleme konzentrieren müssen, bevor er die nächsten Schritte in seiner Saisonplanung festlegen kann. Ein konkreter Zeitplan für seine Rückkehr auf den Court wurde im Rahmen der Nachberichterstattung nicht genannt.