News aus aller Welt
Start
Stromnetz auf Kuba am Montag erneut landesweit zusammengebrochen
Schlagzeilen · 04.08.2026 16:57

Stromnetz auf Kuba am Montag erneut landesweit zusammengebrochen

Kurz: Erneuter landesweiter Stromausfall auf Kuba: Die Energiekrise verschärft sich, während Experten vor einer drohenden humanitären Katastrophe auf der Insel warnen

Erneuter Zusammenbruch der Energieversorgung

Die Energiekrise auf Kuba hat sich weiter zugespitzt. Wie staatliche Medien berichteten, kam es am Montag erneut zu einem landesweiten Zusammenbruch des Stromnetzes. Dies markiert bereits den zweiten großflächigen Ausfall innerhalb kürzester Zeit. Die kubanische Regierung hatte zuvor versucht, das System nach einem Blackout in der Nacht zum Sonntag wieder zu stabilisieren. Laut Lazaro Manuel Alonso, dem Nachrichtenchef des staatlichen Fernsehens, löste eine plötzliche Schwankung den erneuten Zusammenbruch aus, obwohl zuvor Fortschritte bei der Wiederherstellung erzielt worden waren.

Die Situation auf der Karibikinsel ist prekär. In der Hauptstadt Havanna suchen viele Bewohner bei drückender Hitze Zuflucht an der Uferpromenade Malecón, um in der Meeresbrise ein wenig Abkühlung zu finden. Für die rund zehn Millionen Einwohner ist der Zustand der instabilen Stromversorgung zunehmend zur Belastung geworden.

Häufung der Blackouts seit März

Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie von Energieausfällen ein, die das Land seit Monaten erschüttert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP handelt es sich um den sechsten landesweiten Blackout seit März dieses Jahres. Allein im Juli war die Insel von drei derartigen Ereignissen innerhalb von nur neun Tagen betroffen. Die wiederkehrenden Stromausfälle haben in der Vergangenheit bereits zu Protesten geführt. Besonders im Mai kam es in Außenbezirken von Havanna zu Demonstrationen, bei denen Menschen Müll entzündeten und Wege blockierten. Laut Reuters stellten diese Proteste die größten Kundgebungen in der Hauptstadt seit Beginn der Energiekrise dar.

Ursachen der Krise: Infrastruktur und Embargo

Die kubanische Regierung führt die kritische Lage maßgeblich auf das jahrzehntealte US-Handelsembargo zurück. Ein von den Vereinigten Staaten verhängtes Exportverbot für Öl habe die Energieinfrastruktur des Landes schwer belastet, insbesondere nachdem Venezuela als Hauptlieferant für Treibstoff ausgefallen war. Die marode Infrastruktur, die den steigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen ist, verschärft den Treibstoffmangel zusätzlich.

Die US-Regierung widerspricht dieser Darstellung. Washington macht die Misswirtschaft der staatlichen kubanischen Wirtschaft für die Ausfälle verantwortlich. Zudem sorgten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump für zusätzliche Spannungen. Trump deutete im März eine mögliche „Übernahme“ Kubas an, was als militärische Drohung interpretiert wurde, ohne dabei nähere Details zur völkerrechtlichen Einordnung oder Umsetzung zu nennen.

Auswirkungen auf den Alltag und humanitäre Bedenken

Die Folgen der Energiekrise sind im täglichen Leben der Kubaner allgegenwärtig und wirken sich auf nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche aus:

* **Gesundheitswesen:** Krankenhäuser sind gezwungen, ihre Leistungen einzuschränken, was eine adäquate Patientenversorgung erschwert.

* **Bildung:** Der Schul- und Universitätsbetrieb fällt aufgrund der instabilen Lage regelmäßig aus.

* **Versorgung:** Lebensmittel verderben in den Kühlschränken, da keine durchgehende Kühlung gewährleistet werden kann.

* **Infrastruktur:** Die Müllentsorgung ist durch den Treibstoffmangel stark eingeschränkt, was zu hygienischen Problemen auf den Straßen führt.

* **Kommunikation:** Telefon- und Internetverbindungen brechen infolge der Stromausfälle ständig ab.

Experten warnen angesichts dieser kumulativen Belastungen eindringlich, dass Kuba auf eine humanitäre Krise zusteuere. Die Kombination aus maroder Infrastruktur, Treibstoffknappheit und den daraus resultierenden Einschränkungen der Grundversorgung stellt die Insel vor eine Herausforderung, deren Bewältigung derzeit nicht absehbar ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/feld-kraft-macht-energie-16746908/ · Foto: Marco De Luca
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/erneuter-stromausfall-kuba-100.html