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Simple E-Rechnungen per iPhone und Mac: Tool für Selbstständige verfügbar
Technik · 27.08.2026 11:52

Simple E-Rechnungen per iPhone und Mac: Tool für Selbstständige verfügbar

Kurz: Die Heidelberger Firma encoder GmbH veröffentlicht mit Qwit eine neue Softwarelösung für Mac und iPhone, die Selbstständigen bei der E-Rechnungserstellung hilft

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Die in Heidelberg ansässige encoder GmbH hat eine neue Softwareanwendung namens Qwit auf den Markt gebracht, die speziell für die Anforderungen von Selbstständigen und kleinen Dienstleistern entwickelt wurde. Ziel der Anwendung ist es, den Prozess der Erstellung und Verwaltung von elektronischen Rechnungen auf Apple-Geräten wie dem Mac und dem iPhone zu vereinfachen. Angesichts der bevorstehenden gesetzlichen Änderungen zur E-Rechnungspflicht in Deutschland bietet das Tool eine direkte Unterstützung bei der Generierung von Dokumenten, die den aktuellen Standards entsprechen. Die Anwendung führt Nutzer durch den gesamten Erstellungsprozess, von der Eingabe der Unternehmensstammdaten bis hin zur finalen Ausgabe der Rechnung. Dabei kombiniert das Programm lesbare PDF-Dokumente mit den notwendigen XML-Daten, um den Anforderungen der Finanzbehörden gerecht zu werden. Mit der Veröffentlichung reagiert der Entwickler auf die wachsende Notwendigkeit für kleine Unternehmen, ihre Buchhaltungsprozesse digital zu modernisieren und sich frühzeitig auf die regulatorischen Vorgaben einzustellen, die in den kommenden Jahren für eine Vielzahl von Marktteilnehmern verpflichtend werden.

Die Einzelheiten – Fakten, Namen und technische Details

Das von Björn Acker entwickelte Programm Qwit bietet eine umfassende Lösung für die Rechnungsstellung. Bei der Einrichtung der Mac-App hinterlegen Nutzer ihre spezifischen Unternehmensdaten, darunter die Steuernummer, die Anschrift, Bankverbindungen sowie das Firmenlogo. Ein wesentlicher technischer Aspekt der Software ist die Ausgabe im ZUGFeRD-Format (EN 16931), bei dem ein für Menschen lesbares PDF mit den erforderlichen XML-Daten verknüpft wird. Für die Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebern unterstützt die App zudem das Format XRechnung 3.0. Die Anwendung führt eine automatische Prüfung auf Pflichtangaben durch und schreibt Dokumente nach dem Export fest, um die Einhaltung der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) zu gewährleisten. Änderungen an den Dokumenten werden dabei revisionssicher gespeichert. Die Datenhaltung erfolgt lokal auf dem Mac, wobei eine Synchronisation über Apples iCloud möglich ist. Die begleitende iPhone-App dient primär dem Einsehen von Rechnungen, der Überprüfung des Zahlungsstatus sowie dem Teilen der Dokumente. Das Preismodell umfasst eine kostenlose Version mit Limitierung auf fünf Rechnungen monatlich sowie eine Pro-Variante für 40 Euro jährlich oder als Einmalkauf für 120 Euro.

Hintergrund – der Weg zur digitalen Rechnungsstellung

Die Entwicklung von Qwit ist eng mit der persönlichen Erfahrung des Entwicklers Björn Acker verbunden, der in der Vergangenheit seine Rechnungen manuell mit der Textverarbeitungssoftware Pages erstellte. Diese umständliche Praxis motivierte ihn dazu, ein spezialisiertes Werkzeug zu schaffen, das den gesamten Workflow abdeckt. Die Notwendigkeit einer solchen Lösung ergibt sich aus dem politischen und regulatorischen Druck zur Digitalisierung der Buchhaltung in Deutschland. Ab dem 1. Januar 2027 tritt ein entscheidender Stichtag in Kraft: Unternehmen und Einzelunternehmer, die einen Umsatz von 800.000 Euro oder mehr erzielen, sind dann verpflichtet, bei Rechnungen an Geschäftskunden das von den Finanzämtern vorgegebene elektronische Format zu verwenden. Dies betrifft insbesondere den steuerlichen Abzug von Vorsteuerbeträgen bei Geschäftskunden, die Rechnungen ab einem Bruttowert von 250 Euro nur noch dann geltend machen können, wenn diese in einem standardisierten digitalen Format vorliegen. Obwohl die technischen Anforderungen – XML-Code in Textform, kombiniert mit PDF, ohne zwingende Verschlüsselung oder digitale Signatur – eigentlich überschaubar sind, besteht bei vielen Unternehmen weiterhin Unsicherheit bei der Auswahl der geeigneten Software.

Die Beteiligten – Akteure und Institutionen

Im Zentrum der Entwicklung steht die encoder GmbH aus Heidelberg, vertreten durch Björn Acker. Das Unternehmen positioniert sich mit Qwit als Anbieter für eine Zielgruppe, die bisher oft auf behelfsmäßige Lösungen angewiesen war. Die regulatorischen Rahmenbedingungen werden maßgeblich durch die deutschen Finanzämter bestimmt, die die Standards für die E-Rechnung definieren. Die Nutzergruppe umfasst Selbstständige, Freiberufler und kleinere Dienstleister, die durch die App in die Lage versetzt werden sollen, die komplexen Anforderungen der Finanzverwaltung ohne tiefgreifende IT-Kenntnisse zu erfüllen. Da die App explizit für das Apple-Ökosystem konzipiert wurde, sind Mac- und iPhone-Nutzer die primären Anwender. Die Anwendung verzichtet laut Entwicklerangaben auf externe Server, Nutzer-Accounts und Tracker, was eine klare Abgrenzung zu cloudbasierten SaaS-Lösungen darstellt, bei denen Daten auf fremden Servern verarbeitet werden. Diese Entscheidung unterstreicht den Fokus auf Datenschutz und lokale Datenhoheit, was für viele kleine Unternehmen ein wichtiges Kriterium bei der Softwareauswahl darstellt.

Einordnung – was die Entwicklung bedeutet

Einzuordnen ist das Angebot der encoder GmbH als Reaktion auf eine wachsende Marktlücke. Während große Unternehmen längst auf komplexe ERP-Systeme setzen, um die Anforderungen der E-Rechnungspflicht zu erfüllen, klafft bei Kleinstbetrieben oft eine Lücke. Die App Qwit adressiert genau dieses Segment, indem sie die Hürden für den Umstieg auf digitale Formate senkt. Den Berichten zufolge ist die technische Hürde für die E-Rechnung zwar gering, die Umsetzung in der Praxis scheitert jedoch häufig an der Bedienbarkeit der verfügbaren Software. Dass Qwit hierbei auf eine lokale Datenhaltung setzt und auf eine Cloud-Infrastruktur verzichtet, ist als bewusste strategische Entscheidung zu werten, die Nutzer anspricht, die ihre Buchhaltungsdaten lieber direkt auf ihren eigenen Endgeräten verwalten möchten. Die Integration von ZUGFeRD und XRechnung zeigt zudem, dass die Software nicht nur für den B2B-Bereich, sondern auch für die Kommunikation mit der öffentlichen Hand gerüstet ist. Die App ist somit ein Beispiel für die zunehmende Spezialisierung von Softwarelösungen, die spezifische regulatorische Anforderungen in eine benutzerfreundliche Oberfläche übersetzen.

Offene Fragen – was der Quelltext nicht beantwortet

Der vorliegende Quelltext lässt einige Aspekte der Anwendung und ihrer langfristigen Nutzung unbeantwortet. So bleibt unklar, wie die Software mit komplexeren steuerlichen Anforderungen umgeht, etwa bei grenzüberschreitenden Rechnungen innerhalb der EU oder bei speziellen Umsatzsteuersätzen, die über das Standardmaß hinausgehen. Auch wird nicht explizit dargelegt, wie die Archivierung der Rechnungen über die gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen von zehn Jahren hinweg sichergestellt wird, wenn die App lediglich auf dem lokalen Mac basiert und keine Anbindung an ein dediziertes Archivsystem bietet. Des Weiteren ist offen, ob der Entwickler plant, Schnittstellen zu gängigen Buchhaltungsprogrammen oder Steuerberater-Portalen (wie DATEV) zu implementieren, um den Datenaustausch zu automatisieren. Auch die Frage, wie die App bei einem Wechsel des Betriebssystems oder bei einer notwendigen Datenmigration reagiert, wird im Text nicht thematisiert. Zudem bleibt unklar, ob die App auch für den Empfang und die Verarbeitung von eingehenden E-Rechnungen geeignet ist oder ob sie sich rein auf den Ausgangsprozess beschränkt.

Wie es weitergeht – Ausblick und Termine

Für die Anwender ist vor allem der 1. Januar 2027 als Stichtag relevant, an dem die E-Rechnungspflicht für einen Großteil der umsatzstärkeren Unternehmen in Kraft tritt. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen betroffene Firmen ihre Prozesse umgestellt haben. Die encoder GmbH bietet mit Qwit ein Werkzeug an, das bereits jetzt für diesen Stichtag gerüstet ist. Zukünftige Entwicklungen könnten sich auf die Erweiterung der Layout-Optionen und die Optimierung der Stabilität konzentrieren, da im Kurztest unter macOS noch ein Absturz bei der Bearbeitung der Rechnungsnummer auftrat. Die kontinuierliche Pflege der Software, insbesondere im Hinblick auf mögliche Aktualisierungen der Standards ZUGFeRD und XRechnung, wird für die Nutzer entscheidend sein. Da der Entwickler ein Modell mit Einmalkauf anbietet, bleibt abzuwarten, wie sich die App in Bezug auf Funktionsupdates und die Anpassung an zukünftige Betriebssystem-Versionen von Apple verhält. Anwender, die sich für die Pro-Version entscheiden, erhalten Zugriff auf alle zukünftigen Funktionen, was eine langfristige Planungssicherheit für die Nutzer suggeriert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/macbook-pro-neben-silver-iphone-5s-270694/ · Foto: Pixabay
Quelle: https://www.heise.de/news/Simple-E-Rechnungen-per-iPhone-und-Mac-Tool-fuer-Selbststaendige-verfuegbar-11425247.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag