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Shelly: Ein Werkzeug für Pacman, AUR, AppImages und Flatpak
Technik · 30.07.2026 11:56

Shelly: Ein Werkzeug für Pacman, AUR, AppImages und Flatpak

Kurz: Das Arch-Linux-Werkzeug Shelly wurde für Version 3.0.0 grundlegend überarbeitet und nutzt nun Zig statt .NET für eine schlankere und performantere Architektur.

Ein technologischer Neuanfang für Shelly

Das Paketverwaltungswerkzeug Shelly, bekannt für seine Vielseitigkeit unter Arch Linux, hat mit der Version 3.0.0 einen bedeutenden Architekturwechsel vollzogen. Die Entwickler haben sich dazu entschieden, die bisherige Basis aus C# und .NET vollständig durch die Programmiersprache Zig zu ersetzen. Dieser Schritt betrifft sowohl die Kommandozeilenschnittstelle als auch die grafische Benutzeroberfläche und die Schlüsselverwaltung.

Durch den Einsatz von Zig entfällt die Notwendigkeit einer verwalteten .NET-Laufzeitumgebung. Dies ermöglicht es der Anwendung, native Bibliotheken wie libalpm, GTK4 und libarchive direkt anzusprechen, ohne den Umweg über eine Interop-Schicht gehen zu müssen. Die explizite Speicherverwaltung von Zig soll zudem für robustere und besser wartbare Programmstrukturen sorgen.

Überarbeitete Benutzeroberfläche und erweiterte Funktionen

Die grafische Oberfläche wurde in GTK4 neu implementiert und bietet Nutzern nun eine erweiterte Funktionalität. Neben der klassischen Listen- oder Rasteransicht stehen Anwendern verbesserte Filteroptionen für installierte Pakete sowie sortierbare Spalten zur Verfügung. Auch die Details zu Abhängigkeiten und Paketquellen wurden detaillierter aufbereitet.

Besonderes Augenmerk liegt auf der verbesserten Integration des Arch User Repository (AUR). Nutzer können nun vor der Installation von AUR-Paketen die PKGBUILD-Dateien gesammelt einsehen, um Änderungen nachzuvollziehen. Zudem wurde eine dedizierte Seite für Dienstprogramme eingeführt, die Wartungsaufgaben wie die Synchronisierung von Datenbanken, das Bereinigen des Caches oder das Entfernen verwaister Pakete zentral bündelt.

Konsolidierte Kommandozeile und modulare Architektur

Die CLI von Shelly wurde ebenfalls von Grund auf neu geschrieben. Sie unterstützt sowohl ausführliche Befehle als auch prägnante Kurzoptionen, die an Pacman erinnern. Ein einheitlicher Befehlskatalog dient als Basis für die Dokumentation und die Shell-Vervollständigung, die nun neben Fish und Zsh auch für Bash verfügbar ist. Für automatisierte Prozesse bleibt eine strukturierte JSON-Ausgabe erhalten, wobei Nutzer aufgrund der neuen Codebasis prüfen sollten, ob ihre Skripte Anpassungen erfordern.

Eine wesentliche Änderung betrifft die Flatpak-Unterstützung: Diese wurde in ein separates Paket namens `shelly-flatpak-backend` ausgelagert. Wer auf Flatpaks verzichtet, kann Shelly somit ohne die entsprechenden Abhängigkeiten wie libflatpak oder OSTree betreiben. Das Hauptprogramm kommuniziert über eine definierte ABI mit diesem Modul und stellt sicher, dass bei fehlenden Komponenten keine Systemfehler auftreten.

Ausblick und Anwendungshinweise

Die Umstellung auf Zig verspricht eine effizientere Ressourcennutzung, wobei konkrete Messwerte zur Startzeit und zum Speicherbedarf noch ausstehen. Anwender, die Shelly für AUR-Builds nutzen, sollten beachten, dass die Option für Builds in einem sauberen Chroot derzeit nur über die Kommandozeile verfügbar ist. Bestehende Konfigurationsdateien werden weiterhin unterstützt, wobei das Programm unbekannte alte Felder ignoriert. Wer Flatpaks weiterhin über Shelly verwalten möchte, muss nach dem Update sicherstellen, dass das neue Backend-Paket installiert ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/reflexion-auf-dem-laptop-bildschirm-mit-code-34804011/ · Foto: Daniil Komov
Quelle: https://www.heise.de/news/Shelly-Ein-Werkzeug-fuer-Pacman-AUR-AppImages-und-Flatpak-11385187.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag