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„Sehr wenige werden das tun“: Logitech hält nicht viel von Wechselakku in Mäusen
Technik · 29.07.2026 08:58

„Sehr wenige werden das tun“: Logitech hält nicht viel von Wechselakku in Mäusen

Kurz: Ab 2027 schreibt die EU Wechselakkus vor. Logitech reagiert mit speziellen Modellen für Europa, bezweifelt jedoch den Nutzen für die Kunden.

Neue Strategie für den europäischen Markt

Ab dem 18. Februar 2027 tritt die neue EU-Batterieverordnung in Kraft. Diese schreibt vor, dass Akkus in vielen elektronischen Geräten vom Nutzer selbst ausgetauscht werden können müssen. Logitech hat angekündigt, diese regulatorischen Anforderungen durch eine spezifische Produktvariante für den europäischen Markt zu erfüllen. Während in Europa künftig Modelle mit wechselbaren Energiespeichern angeboten werden, hält der Hersteller für den Rest der Welt an fest verbauten Akkus fest.

Sicherheitsaspekte und technische Herausforderungen

Robin Piispanen, Gaming-Chef bei Logitech, erläuterte die Hintergründe dieser Entscheidung in einem Gespräch. Bisher setzt das Unternehmen auf leichte Akkus im sogenannten Softpack-Format. Diese flachen Zellen in einer weichen Hülle sind über sehr dünne Kabel angebunden und gelten für Laien als schwierig und potenziell gefährlich in der Handhabung. Da beschädigte Lithium-Akkus eine Brandgefahr darstellen, möchte Logitech diese Zellen nicht für den eigenständigen Austausch durch Endkunden freigeben.

Für die europäische Version stellt das Unternehmen daher auf Hardpack-Akkus um. Diese befinden sich in einem starren Gehäuse, das einen höheren Schutz gegen Durchstiche bietet. Dieser Sicherheitsgewinn ist jedoch mit technischen Kompromissen verbunden: Die robustere Bauweise ist nicht nur teurer in der Produktion, sondern erhöht auch das Gewicht der Maus. Da bei Gaming-Peripherie ein möglichst geringes Gewicht ein wesentliches Verkaufsargument darstellt, sieht das Unternehmen die europäische Lösung nicht als universell überlegenes Produkt.

Geringe Nachfrage erwartet

Logitech rechnet trotz der neuen gesetzlichen Möglichkeiten nicht mit einer hohen Akzeptanz durch die Kunden. Laut Piispanen habe das Unternehmen die Szenarien durchgerechnet und erwarte, dass nur „sehr wenige Leute“ tatsächlich Gebrauch von der Wechseloption machen werden. Der Manager argumentiert, dass bei Funkmäusen in der Preisklasse zwischen 50 und 100 US-Dollar die Käufer das Gerät bei Verschleiß in der Regel ohnehin komplett ersetzen würden. Ein Akkuwechsel sei hingegen bei hochpreisigen Produkten wie Smartphones oder Notebooks deutlich sinnvoller.

Reparaturfreundlichkeit und zukünftige Entwicklungen

Die Strategie von Logitech erinnert an das Vorgehen von Nintendo, das für die Switch 2 ebenfalls eine spezielle Version mit austauschbarem Akku exklusiv für den europäischen Markt plant. Über die Akku-Thematik hinaus bleibt die Reparaturfreundlichkeit der Logitech-Produkte jedoch begrenzt. Obwohl das Unternehmen Anfang 2025 in Aussicht gestellt hatte, Reparaturen zu erleichtern, werden Verschleißteile wie Maustaster oder Gummigriffe derzeit nicht einzeln zum Verkauf angeboten.

Die Begründung hierfür bleibt technischer Natur: Logitech befürchtet, dass Kunden beim Versuch, die Geräte zu öffnen, Bauteile beschädigen könnten. Das Unternehmen möchte den Verkauf von Ersatzteilen vermeiden, an deren Einbau die Nutzer scheitern könnten. Die Batterieverordnung ist dabei nur ein Bestandteil eines umfassenderen Regelwerks der EU, das unter anderem durch Ökodesign-Vorgaben das Recht auf Reparatur stärken soll. Dies verpflichtet Hersteller dazu, Ersatzteile für Werkstätten und teilweise auch für Endkunden bereitzustellen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/modernes-gaming-setup-mit-headset-und-maus-28993064/ · Foto: Matheus Bertelli
Quelle: https://www.heise.de/news/Logitech-Maeuse-mit-austauschbaren-Akkus-kommen-nach-Europa-11381233.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag