Sicherheitslücke in macOS: Unbefugter Fernzugriff möglich
Apple hat kurzfristig Sicherheitsupdates für die drei aktuellsten Versionen des Betriebssystems macOS bereitgestellt. Grund dafür ist eine schwerwiegende Schwachstelle in der Screen-Sharing-Funktion, die es Angreifern ermöglichte, die Kontrolle über betroffene Rechner zu übernehmen, ohne sich zuvor legitimieren zu müssen. Die Sicherheitslücke, die unter der Kennung CVE-2026-65400 geführt wird, betrifft die Versionen macOS 14 (Sonoma), macOS 15 (Sequoia) sowie macOS 26 (Tahoe).
Details zum Sicherheitsvorfall
Die Schwachstelle wurde durch den Sicherheitsforscher Alfred Persoli entdeckt, wobei ein KI-gestütztes System namens Bynario Atlas zur Identifizierung der Lücke zum Einsatz kam. Nach Angaben von Apple bestand das Kernproblem in einem fehlerhaften „State Management“. Dies erlaubte es einem Angreifer im lokalen Netzwerk, sich ohne gültige Zugangsdaten bei der Bildschirmfreigabe anzumelden.
Die Auswirkungen eines solchen Angriffs sind potenziell weitreichend: Ein Unbefugter konnte den Mac vollständig fernsteuern, als wäre er ein autorisierter lokaler Benutzer. In bestimmten Konfigurationen war es zudem möglich, den Rechner aus dem Ruhezustand zu wecken, um den Zugriff zu erzwingen – dies galt bei MacBooks sogar dann, wenn das Gerät zugeklappt war, sofern es mit einer Stromquelle verbunden blieb.
Ungeklärte Fragen zur Reichweite
Obwohl Apple die Lücke mit den aktuellen Updates auf macOS 14.8.9, 15.7.9 und 26.6.1 behoben hat, bleiben einige Details zur Funktionsweise des Angriffs offen. Der Hersteller hat bislang nicht präzisiert, ob die Funktion „Bildschirmfreigabe“ oder „Apple Remote Desktop“ zwingend aktiv sein musste, um die Schwachstelle auszunutzen. Ebenso bleibt unklar, ob ein Angriff auch dann möglich war, wenn die Bildschirmfreigabe in den Systemeinstellungen grundsätzlich deaktiviert war.
Zudem ist nicht abschließend geklärt, ob die Gefahr ausschließlich auf lokale Netzwerke beschränkt war oder ob auch Konfigurationen betroffen waren, die einen Zugriff über das Internet erlauben. Da Apple keine Informationen zu älteren, nicht mehr unterstützten macOS-Versionen veröffentlicht hat, ist nicht auszuschließen, dass auch diese Systeme weiterhin verwundbar sind.
Empfehlung für Anwender
Angesichts der Schwere der Sicherheitslücke ist eine zeitnahe Installation der bereitgestellten Updates dringend anzuraten. Nutzer sollten ihre Systeme über die integrierte Softwareaktualisierung auf den neuesten Stand bringen, um das Risiko eines unbefugten Fernzugriffs zu eliminieren. Da es sich um eine kritische Sicherheitslücke handelt, sollten Anwender in Firmennetzwerken oder öffentlichen Umgebungen besonders auf die Aktualität ihrer Geräte achten, um die Angriffsfläche innerhalb interner Netzwerke zu minimieren.