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Schweiz: Bundesamt für Informatik und Telekommunikation über Sharepoint gehackt
Technik · 06.08.2026 10:48

Schweiz: Bundesamt für Informatik und Telekommunikation über Sharepoint gehackt

Kurz: Das Schweizer Bundesamt für Informatik und Telekommunikation wurde Opfer eines Cyberangriffs. Über eine Sharepoint-Schwachstelle wurden hunderte Konten kompromi

Sicherheitsvorfall beim Schweizer Bundesamt für Informatik und Telekommunikation

Das Schweizer Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) ist Ziel eines gezielten Cyberangriffs geworden. Wie die Behörde offiziell mitteilte, gelang es unbekannten Akteuren, sich Zugriff auf einen vom Amt betriebenen Microsoft-Sharepoint-Server zu verschaffen. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Absicherung kritischer IT-Infrastrukturen in öffentlichen Verwaltungen.

Entdeckung und erste Reaktionen

Der Angriff wurde am 28. Juli 2026 durch das IT-Personal des BIT identifiziert. Den Berichten zufolge fielen den Spezialisten bei der Überwachung des Systems Unregelmäßigkeiten auf, die auf eine unbefugte Aktivität hindeuteten. Als unmittelbare Reaktion auf diese Erkenntnisse ließ das Bundesamt den Zugriff auf den betroffenen Sharepoint-Server aus dem Internet sperren. Zudem wurden die identifizierten Schwachstellen, die den Angreifern das Eindringen ermöglicht hatten, durch das IT-Team geschlossen.

Ausmaß der Kompromittierung

Nach einer tiefergehenden Analyse, deren Ergebnisse am 31. Juli bekannt gegeben wurden, bestätigte das BIT, dass etwa 200 Nutzerkonten von dem Vorfall betroffen waren. Bei den infiltrierten Accounts handelt es sich sowohl um Konten regulärer Mitarbeiter als auch um sogenannte technische Konten, die für automatisierte Prozesse innerhalb der IT-Infrastruktur genutzt werden.

Als Vorsichtsmaßnahme hat das BIT die Passwörter für alle betroffenen Konten zurückgesetzt, um einen weiteren unbefugten Zugriff durch die Angreifer zu unterbinden. Bisher liegen nach offiziellen Angaben keine Hinweise darauf vor, dass es zu einem Abfluss von Daten gekommen ist. Dennoch betonen die Verantwortlichen, dass die Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) sowie Experten von Microsoft noch andauern.

Die Rolle von Microsoft-Schwachstellen

Obwohl das BIT keine detaillierten Informationen zur genauen Vorgehensweise der Angreifer veröffentlicht hat, verweist die Behörde auf die jüngste Sicherheitslage rund um Microsoft Sharepoint. In der Vergangenheit waren für diese Software mehrfach Sicherheitslücken bekannt geworden, die teilweise bereits aktiv für Angriffe genutzt wurden. Das BIT gibt an, die entsprechenden Sicherheitsupdates unmittelbar nach deren Veröffentlichung eingespielt zu haben. Es scheint jedoch, dass die Angreifer in diesem speziellen Fall schneller agierten als die Patch-Prozesse der Behörde.

Aktueller Stand und weitere Schritte

Die betroffene IT-Infrastruktur befindet sich derzeit in einem Prozess der vollständigen Wiederherstellung. Der Sharepoint-Server wird laut Mitteilung des Bundesamtes komplett neu aufgesetzt. Der Zugriff über das Internet bleibt so lange unterbunden, bis die Sicherheitsüberprüfungen und die Neuinstallation vollständig abgeschlossen sind.

Für den laufenden Betrieb der Schweizer Bundesverwaltung bedeutet dies keine vollständige Unterbrechung der Arbeitsabläufe. Die Nutzer können weiterhin auf ihre Dokumente zugreifen und den Austausch mit Kollegen über alternative Kommunikationskanäle sicherstellen. Die laufenden Ermittlungen durch das BACS und Microsoft sollen in den kommenden Tagen und Wochen klären, ob über die bisherigen Erkenntnisse hinaus weitere Sicherheitslücken oder Datenabflüsse zu verzeichnen sind.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/teenager-studenten-posieren-in-schuluniformen-32165215/ · Foto: Green odette
Quelle: https://www.golem.de/news/schweiz-bundesamt-fuer-informatik-und-telekommunikation-ueber-sharepoint-gehackt-2608-211659.html