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Schlag gegen falsche Polizisten: Zwei mutmaßliche Schockanrufer aus Offenbach festgenommen
Regional · 07.08.2026 12:20

Schlag gegen falsche Polizisten: Zwei mutmaßliche Schockanrufer aus Offenbach festgenommen

Kurz: Zwei mutmaßliche Schockanrufer aus Offenbach wurden in Rumänien gefasst. Die Ermittler werfen ihnen bandenmäßigen Betrug durch fingierte Notlagen vor.

Internationaler Zugriff auf mutmaßliche Betrüger

Einem Ermittlerteam aus Hessen ist ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Polizeipräsidium Frankfurt bekannt gaben, konnten zwei mutmaßliche Schockanrufer aus Offenbach in Rumänien festgenommen werden. Die 39-jährigen Verdächtigen – ein Mann und eine Frau – wurden mittlerweile nach Deutschland überstellt. Gegen sie besteht der dringende Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.

Die Festnahme in Bukarest ist Teil einer umfassenden Untersuchung gegen eine international agierende Gruppierung, die sich auf die psychologische Manipulation von Menschen am Telefon spezialisiert hat. Über den Haftbefehl und die Anordnung der Untersuchungshaft wird derzeit in Hanau entschieden.

Die Masche der „Keiler“

Den Ermittlungen zufolge operierte die Gruppe hochprofessionell. Der 39-jährige Hauptverdächtige soll bereits im Februar aus Spanien heraus zahlreiche Anrufe in Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland getätigt haben. In insgesamt 14 Fällen wird ihm vorgeworfen, sich als Polizeibeamter ausgegeben zu haben.

Die Täter nutzen bei sogenannten Schockanrufen eine perfide Strategie: Sie täuschen einen schweren Verkehrsunfall vor, den ein naher Angehöriger des Opfers verursacht haben soll. Um eine drohende Untersuchungshaft abzuwenden, fordern die Anrufer die Übergabe einer Kaution. In der Fachsprache der Ermittler werden Akteure wie der 39-Jährige als „Keiler“ bezeichnet. Ihre Aufgabe ist es, den Erstkontakt herzustellen, die Opfer durch den vorgetäuschten Notfall unter massiven emotionalen Druck zu setzen und so zur Herausgabe von Vermögenswerten zu bewegen.

Arbeitsteiliges Vorgehen der Tätergruppe

Die Betrüger agierten dabei nicht als Einzelgänger. Um die erfundenen Geschichten glaubwürdiger zu gestalten, arbeiteten die „Keiler“ mit Komplizen zusammen, die sich am Telefon als Familienmitglieder der Opfer ausgaben. Die Ermittlungen deuten zudem auf ein größeres Netzwerk hin. So befindet sich bereits seit dem 10. Mai ein 33-jähriger Mann aus Hanau in Untersuchungshaft, der in vier der genannten Fälle mit dem nun ausgelieferten 39-Jährigen zusammengearbeitet haben soll. Die festgenommene 39-jährige Frau steht ebenfalls im Verdacht, an mindestens einem der Betrugsversuche beteiligt gewesen zu sein.

Erfolgsquote der Betrüger blieb gering

Obwohl die Täter mit großem Aufwand vorgingen, blieb ihnen der finanzielle Erfolg in den untersuchten Fällen verwehrt. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft zahlte keines der Opfer Geld oder händigte Wertgegenstände aus. In einigen Fällen beendeten die Täter die Telefonate selbst, nachdem sie feststellten, dass bei den Angerufenen keine nennenswerten finanziellen Mittel vorhanden waren. In den übrigen Fällen erkannten die Betroffenen die betrügerische Absicht rechtzeitig und gingen nicht auf die Forderungen ein.

Schutzmaßnahmen gegen Telefonbetrug

Die Polizei betont, dass Schockanrufer gezielt die Angst und Hilfsbereitschaft ihrer Opfer ausnutzen. Um sich vor solchen Angriffen zu schützen, sollten Bürger folgende Verhaltensregeln beachten:

* **Skepsis bei Druck:** Sobald ein Anrufer Druck aufbaut oder eine Notsituation schildert, sollte das Gespräch sofort beendet werden.

* **Eigenständige Überprüfung:** Kontaktieren Sie Angehörige unter den Ihnen bekannten Nummern, um die Richtigkeit der Behauptungen zu prüfen.

* **Keine Wertsachen herausgeben:** Weder Polizei noch Gerichte fordern am Telefon oder an der Haustür die Übergabe von Bargeld oder Wertsachen.

* **Sensible Daten schützen:** Geben Sie niemals Informationen zu Kontoständen, PINs oder Passwörtern preis.

* **Notruf richtig nutzen:** Die echte Polizei wird niemals über die Notrufnummer 110 anrufen. Sollte sich jemand als Polizist ausgeben, legen Sie auf und wählen Sie bei Bedarf selbst die 110.

* **Meldung erstatten:** Auch wenn es beim Versuch geblieben ist, sollte jeder Vorfall bei der Polizei gemeldet werden. Wer bereits Zahlungen geleistet hat, sollte umgehend die Behörden informieren.

Die Ermittlungen zu dem internationalen Netzwerk dauern an, da die Behörden davon ausgehen, dass die Gruppe in weiteren Fällen aktiv gewesen sein könnte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/luftaufnahme-historischer-gebaude-in-heidelberg-29686512/ · Foto: Christina & Peter
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-schlag-gegen-falsche-polizisten-zwei-mutmassliche-schockanrufer-aus-offenbach-festgenommen-100.html