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Schienenverkehr: Bahn verzeichnet erstmals seit sieben Jahren wieder Gewinn
Technik · 30.07.2026 09:43

Schienenverkehr: Bahn verzeichnet erstmals seit sieben Jahren wieder Gewinn

Kurz: Nach sieben Jahren roter Zahlen meldet die Deutsche Bahn für das erste Halbjahr 2026 wieder einen Gewinn im Kernbereich sowie steigende Fahrgastzahlen.

Ein Wendepunkt für den Schienenverkehr

Nach einer langen Phase finanzieller Herausforderungen gibt es positive Nachrichten aus dem Schienenverkehr: Die Deutsche Bahn konnte im ersten Halbjahr 2026 erstmals seit sieben Jahren wieder einen Gewinn in ihrem Kernbereich ausweisen. Berichten zufolge beläuft sich das Ergebnis auf einen Betrag im dreistelligen Millionenbereich. Dieser Erfolg markiert eine deutliche Trendwende, nachdem das Unternehmen im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch einen Verlust von 760 Millionen Euro zu verzeichnen hatte.

Rekord bei den Fahrgastzahlen

Parallel zur verbesserten Finanzlage meldet der Konzern ein neues Hoch bei der Passagieranzahl. Im ersten Halbjahr 2026 nutzten rund 960 Millionen Menschen die Züge der Bahn. Dies entspricht einem Zuwachs von 17 Millionen Fahrgästen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Als treibende Kraft hinter dieser Entwicklung werden insbesondere die hohen Kraftstoffpreise identifiziert. Viele Pendler, die zuvor auf das eigene Auto angewiesen waren, haben sich aufgrund der stabilen Ticketpreise bei der Bahn für den Umstieg auf den Schienenverkehr entschieden. Auch der Fernverkehr verzeichnet seit April 2026 eine spürbar gestiegene Nachfrage, wobei anzumerken ist, dass sich der Aufwärtstrend bei den Fahrgastzahlen bereits im Jahr 2025 abzeichnete.

Strategische Neuausrichtung unter Evelyn Palla

Die aktuellen Zahlen fallen in die Amtszeit von Evelyn Palla, die seit Oktober 2025 als Bahn-Chefin tätig ist. Ihr Fokus liegt maßgeblich auf der Sanierung des Unternehmens. Ein zentrales Ziel ihrer Strategie ist die drastische Verbesserung der Pünktlichkeit, die insbesondere im Fernverkehr seit Jahren als kritisch gilt.

Die Herausforderungen in diesem Bereich bleiben jedoch bestehen:

* **Marode Infrastruktur:** Der Zustand des Schienennetzes gilt als wesentliche Ursache für Verspätungen.

* **Baustellen:** Umfangreiche Sanierungsarbeiten führen regelmäßig zu Einschränkungen im Betriebsablauf.

* **Überlastung:** Knotenbahnhöfe stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, was zu Staus vor den Einfahrten führt.

Pünktlichkeit im internationalen Vergleich

Obwohl im März 2026 eine Pünktlichkeitsquote von 62,1 Prozent erreicht wurde – definiert als Züge, die ihr Ziel mit maximal sechs Minuten Verspätung erreichen –, bleibt der Wert im europäischen Vergleich unzureichend. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt die Pünktlichkeit bei über 90 Prozent, wobei hier bereits eine Toleranz von nur drei Minuten als Maßstab dient. Auch andere europäische Nachbarländer erreichen Quoten zwischen 80 und 90 Prozent.

Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag die Pünktlichkeitsquote des Fernverkehrs in Deutschland noch bei 74,4 Prozent. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Bahn zwar finanziell wieder auf Kurs ist, die operative Zuverlässigkeit jedoch weiterhin eine der größten Aufgaben für die kommenden Jahre bleibt. Die offizielle Vorstellung der Halbjahreszahlen durch die Bahnführung unterstreicht den Druck, die begonnene Sanierung konsequent fortzusetzen, um die gestiegene Nachfrage langfristig bedienen zu können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/s-bahn-gleise-in-hamburg-an-einem-sonnigen-tag-31064755/ · Foto: Frank Rietsch
Quelle: https://www.golem.de/news/schienenverkehr-bahn-verzeichnet-erstmals-seit-sieben-jahren-wieder-gewinn-2607-211433.html