Samsung setzt auf neue Formfaktoren im Foldable-Markt
Samsung verfolgt bei seinen faltbaren Smartphones eine klare Strategie: Nach der Etablierung der Galaxy Z Fold-Reihe in den vergangenen Jahren, in denen das Design bereits deutlich schlanker wurde, folgt nun ein neuer Ansatz. Während das Galaxy Z Fold 8 Ultra als evolutionäre Weiterentwicklung mit minimal reduzierter Gehäusedicke und größerem Akku auftritt, geht das reguläre Galaxy Z Fold 8 einen anderen Weg. Mit einem äußeren 5,5-Zoll-Display (16:10) und einem inneren 7,6-Zoll-Panel (4:3) erinnert das Gerät optisch an einen kompakten Notizblock.
Dieser neue Formfaktor ist kein Zufall. Er ähnelt auffällig den Leaks, die rund um das erste faltbare iPhone kursieren, dessen Vorstellung für September erwartet wird. Samsung versucht damit, dem großen Konkurrenten aus Cupertino zuvorzukommen und sich als erfahrener Pionier zu positionieren.
Fokus auf Robustheit und Materialqualität
Um die Langlebigkeit der Geräte zu erhöhen, setzt Samsung beim Fold 8 verstärkt auf Titan. Eine Kombination aus einer Titanlegierung und einer Titanplatte soll das Gehäuse robuster machen. Zudem wurde an der Displaytechnologie gearbeitet: Eine neue Bauweise soll nicht nur die Bildwiedergabe bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch verbessern, sondern auch die für Foldables typische Falte in der Bildschirmmitte minimieren – ein Ziel, das laut Branchenberichten auch Apple verfolgt.
Der Nischenstatus der Foldables
Trotz jahrelanger Entwicklung und sieben Generationen an Erfahrung haben es faltbare Smartphones bisher nicht geschafft, den Massenmarkt zu erobern. Analysen von Counterpoint Research zufolge lag der Marktanteil im Jahr 2025 bei lediglich 1,6 Prozent. Experten erwarten jedoch für 2026 ein Wachstum von rund 21 Prozent, wobei dieser Anstieg maßgeblich mit dem Markteintritt von Apple verknüpft wird. Zwar dürfte Samsung seinen Marktanteil halten, doch der Wettbewerbsdruck wird durch Apple voraussichtlich deutlich steigen.
KI-Funktionen als Differenzierungsmerkmal
Ein wesentlicher Teil der Strategie für das Galaxy Z Fold 8 sind KI-Anwendungen, die auf dem neuen Formfaktor besonders effizient arbeiten sollen. Zu den Funktionen gehören:
* **Now Brief:** Anzeige wichtiger Informationen basierend auf dem individuellen Nutzungsverhalten.
* **Now Nudge:** Intelligente Scans von Nachrichten, die bei erkannten Daten direkt den Kalender im Splitscreen-Modus vorschlagen.
* **KI-Bildbearbeitung:** Funktionen zum Hinzufügen oder Entfernen von Objekten in Fotos.
* **Gemini-Integration:** Als KI-Assistent für den Alltag.
Während Apple mit iOS 27 und einer überarbeiteten Siri ebenfalls massiv in KI investiert, bleibt abzuwarten, wie sich diese Funktionen in der Praxis gegen Samsungs langjährige Erfahrung behaupten.
Technische Daten und die Preisfrage
Unter der Haube arbeitet im Galaxy Z Fold 8 der speziell angepasste Snapdragon 8 Elite Gen 5. Die Speicherausstattung ist üppig: Kunden können zwischen 12 GB RAM mit 256 oder 512 GB Speicher sowie einer Variante mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher wählen. Die Leistung dürfte damit die Anforderungen der meisten Nutzer übertreffen.
Der entscheidende Faktor bleibt jedoch der Preis, der bei 1.999 Euro beginnt. Da ein faltbares iPhone voraussichtlich in einem ähnlichen oder höheren Preissegment angesiedelt sein wird, stellt sich die Frage, ob ein neuer Formfaktor allein ausreicht, um Käufer zu überzeugen. Ohne echte „Killer-Features“ könnte es für Samsung schwierig werden, sich gegen die Strahlkraft einer iPhone-Neuheit durchzusetzen. Ob das Design des Fold 8 ausreicht, um die Marktführerschaft langfristig gegen Apple zu sichern, wird sich erst nach den Ankündigungen im September zeigen.