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Sachsen-Anhalt - Kabarettist Uwe Steimle unterschreibt Unterlassung nach Stauffenberg-Aussage zu Merz bei AfD-Veranstaltung
Schlagzeilen · 21.08.2026 07:54

Sachsen-Anhalt - Kabarettist Uwe Steimle unterschreibt Unterlassung nach Stauffenberg-Aussage zu Merz bei AfD-Veranstaltung

Kurz: Nach umstrittenen Äußerungen über Friedrich Merz bei einer AfD-Veranstaltung hat der Kabarettist Uwe Steimle eine Unterlassungserklärung abgegeben.

Der Vorfall bei der AfD-Veranstaltung

Der bekannte Kabarettist Uwe Steimle ist in das Zentrum einer juristischen Auseinandersetzung gerückt, nachdem er bei einer politischen Veranstaltung der AfD in Dessau-Roßlau für erhebliche Irritationen gesorgt hatte. Im Rahmen seines Auftritts äußerte sich Steimle in einer Weise über den CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler Friedrich Merz, die nun weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Konkret stellte der Kabarettist die rhetorische Frage, wo sich Claus Schenk Graf von Stauffenberg befinde, wenn man ihn tatsächlich einmal benötige, während er zeitgleich auf Friedrich Merz Bezug nahm. Diese Äußerung wurde von vielen Seiten als eine Anspielung verstanden, die den Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in einen Kontext mit dem aktuellen Regierungschef bringt. Infolge dieser öffentlichen Aussage sah sich Steimle mit dem Vorwurf konfrontiert, die Grenzen des Sagbaren überschritten zu haben. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Der Kabarettist hat nun offiziell eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, wie sein Rechtsbeistand gegenüber der Öffentlichkeit bestätigte. Damit reagiert er auf den massiven Druck, der nach seiner Rede in Sachsen-Anhalt entstanden war.

Die Details der umstrittenen Aussage

Die von Steimle getätigte Äußerung im Wortlaut lautet: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal: Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht.“ Diese Sätze fielen während eines Auftritts bei einer AfD-Veranstaltung in der Stadt Dessau-Roßlau. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, auf den sich Steimle bezog, war ein Oberst der Wehrmacht und gilt als eine der zentralen Figuren des deutschen Widerstands gegen das NS-Regime. Er ist vor allem für das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 bekannt, für das er noch am selben Tag hingerichtet wurde. Die Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau hat aufgrund dieser Äußerungen bereits Ermittlungen gegen den Kabarettisten aufgenommen. Der Vorwurf lautet auf Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten. Neben der Causa Merz fiel Steimle bei derselben Veranstaltung zudem durch abfällige Bemerkungen über die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, was die Kritik an seinem Auftritt weiter verschärfte und die öffentliche Empörung über seine Wortwahl zusätzlich befeuerte.

Historische Einordnung und Kritik

Einzuordnen ist die Äußerung des Kabarettisten vor allem durch die scharfe Reaktion aus dem direkten Umfeld der betroffenen Familie Stauffenberg. Karl Graf von Stauffenberg, der Enkel des Hitler-Attentäters, äußerte sich deutlich zu den Vorgängen. Er bezeichnete die Bemerkungen Steimles als eine Form der Geschichtsklitterung par excellence. Seinen Ausführungen zufolge habe sein Großvater mit seinem Handeln versucht, Recht, Ordnung und Freiheit in Deutschland wiederherzustellen. Die Instrumentalisierung des Namens Stauffenberg für aktuelle politische Polemik gegen einen amtierenden Bundeskanzler empfindet die Familie als zutiefst belastend. Den Berichten zufolge sieht Karl Graf von Stauffenberg darin einen Versuch, das Andenken an den Widerstandskämpfer in den Schmutz zu ziehen, was er als grauenhaft bewertete. Die historische Bedeutung des 20. Juli 1944 wird hierbei als ein Symbol für den Kampf gegen Unrecht gesehen, das durch den Vergleich mit einer heutigen politischen Debatte in der Wahrnehmung der Angehörigen massiv entwertet wird.

Die beteiligten Akteure und Institutionen

In diesen komplexen Fall sind verschiedene Akteure involviert. Uwe Steimle, der als Kabarettist auftrat, wird in dieser Angelegenheit durch seinen Rechtsanwalt vertreten, der die Unterlassungserklärung vermittelte. Auf der Gegenseite steht die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau, die als Strafverfolgungsbehörde den Sachverhalt auf strafrechtliche Relevanz prüft. Eine zentrale Rolle nimmt zudem Karl Graf von Stauffenberg ein, der als Enkel des Widerstandskämpfers eine moralische Instanz in dieser Debatte darstellt und die Äußerungen öffentlich scharf verurteilte. Die AfD fungierte als Veranstalter des Auftritts in Dessau-Roßlau, bei dem die inkriminierten Sätze fielen. Auch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel wird im Kontext der Veranstaltung als Ziel weiterer abfälliger Äußerungen Steimles genannt. Die institutionelle Aufarbeitung erfolgt derzeit primär über die Justizbehörden, während die gesellschaftliche Debatte maßgeblich durch die öffentliche Reaktion der Familie Stauffenberg und die mediale Berichterstattung, etwa durch den Deutschlandfunk, geprägt wird.

Offene Fragen und der weitere Verlauf

Trotz der vorliegenden Unterlassungserklärung bleiben zahlreiche Fragen ungeklärt. Der Quelltext gibt beispielsweise keinen Aufschluss darüber, welche konkreten rechtlichen Konsequenzen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau für Uwe Steimle haben könnten, sofern sich der Tatbestand der Störung des öffentlichen Friedens erhärten sollte. Ebenso bleibt offen, ob neben der Unterlassungserklärung weitere zivilrechtliche Schritte eingeleitet wurden oder ob der Kabarettist mit weiteren Konsequenzen seitens der Veranstalter oder anderer betroffener Personen rechnen muss. Auch die Frage, wie Steimle selbst seine Äußerungen im Nachhinein bewertet oder ob er eine öffentliche Entschuldigung anstrebt, wird im vorliegenden Material nicht beantwortet. Der weitere Verlauf hängt nun maßgeblich von den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft ab. Es bleibt abzuwarten, ob es zu einer Anklageerhebung kommt oder ob das Verfahren eingestellt wird. Die Unterlassungserklärung stellt lediglich einen ersten Schritt zur Beilegung der zivilrechtlichen Komponente dar, während die strafrechtliche Aufarbeitung des Vorfalls vom 21. August 2026 noch andauert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/berge-hauser-gebaude-baume-13338779/ · Foto: Tim Heckmann
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/kabarettist-uwe-steimle-unterschreibt-unterlassung-nach-stauffenberg-aussage-zu-merz-bei-afd-veranst-100.html