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Rund 660.000 Euro Schaden: Autokäufer über gekaperte Händlerkonten abgezockt
Technik · 31.07.2026 10:44

Rund 660.000 Euro Schaden: Autokäufer über gekaperte Händlerkonten abgezockt

Kurz: Zwei Verdächtige sollen hunderte Händlerkonten auf Online-Plattformen übernommen haben, um mit Fake-Inseraten rund 660.000 Euro von Autokäufern zu ergaunern.

Systematischer Betrug durch Account-Übernahmen

Beim digitalen Erwerb von Fahrzeugen ist derzeit erhöhte Wachsamkeit geboten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg bekannt gab, gelang es Ermittlern in einer koordinierten Aktion, zwei Tatverdächtige festzunehmen, die für eine großangelegte Betrugsserie verantwortlich sein sollen. Die Beschuldigten, zwei Männer im Alter von 40 und 44 Jahren, sollen gezielt Nutzerkonten seriöser Autohändler auf diversen Online-Plattformen übernommen haben.

Die Masche war dabei äußerst perfide: Unter dem Namen der rechtmäßigen Händler veröffentlichte die Gruppe seit September 2025 etwa 5.000 gefälschte Inserate. Interessenten wurden so in die Irre geführt, da die Angebote auf den ersten Blick vollkommen legitim und vertrauenswürdig erschienen.

Manipulation von Zahlungsströmen

Um die Käufer um ihr Geld zu bringen, griffen die Täter zu einem weiteren Täuschungsmanöver: Sie fälschten die Rechnungsunterlagen für die angebotenen Fahrzeuge. Anstatt die Kaufsumme an die Konten der tatsächlichen Autohäuser zu überweisen, wurden die Kunden dazu bewegt, Zahlungen auf Bankkonten in Deutschland und Spanien zu leisten, die unter der Kontrolle der Betrüger standen.

Die finanziellen Folgen für die Geschädigten sind erheblich. Nach derzeitigem Ermittlungsstand beläuft sich der Gesamtschaden auf mindestens 660.000 Euro. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) sowie die Kriminalpolizei Coburg arbeiteten bei der Aufklärung eng mit den rumänischen Behörden zusammen.

Festnahme in „Hackerville“

Der Zugriff erfolgte am 7. Juli in der rumänischen Stadt Râmnicu Vâlcea. Der Ort ist international als Rückzugsort für Cyberkriminelle bekannt und trägt in Sicherheitskreisen den Beinamen „Hackerville“. Bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten der Verdächtigen konnten die Einsatzkräfte Beweismittel sichern sowie Bargeld und Goldmünzen im Wert von etwa 100.000 Euro beschlagnahmen.

Die beiden Männer wurden mittlerweile nach Deutschland überstellt. Ein Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an, während die Ermittlungen weiter auf Hochtouren laufen. Die Polizei wertet derzeit die sichergestellten Beweismittel aus und prüft, ob weitere Personen in das kriminelle Netzwerk involviert waren.

Hintergrund und Ausblick

Der Vorfall unterstreicht die Risiken, die mit der Nutzung von Online-Marktplätzen verbunden sind, wenn Sicherheitsvorkehrungen bei Händlerkonten umgangen werden. Für Käufer bleibt es ratsam, bei Zahlungsaufforderungen besonders kritisch zu prüfen, ob die Kontodaten tatsächlich mit dem offiziellen Geschäftssitz des Händlers korrespondieren. Die Behörden setzen ihre Arbeit fort, um das volle Ausmaß des Netzwerks zu erfassen und weitere Beteiligte zu identifizieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/reich-geld-finanzen-banknoten-13057867/ · Foto: Willfried Wende
Quelle: https://www.golem.de/news/rund-660-000-euro-schaden-autokaeufer-ueber-gekaperte-haendlerkonten-abgezockt-2607-211479.html