Betriebsstopp in Rüsselsheim
Das in Rüsselsheim ansässige Garner Hotel hat seinen Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Entscheidung zur Schließung des Hauses, das über mehr als 150 Zimmer verfügt, wurde von der Betreibergesellschaft Novum Hospitality getroffen. Hintergrund der Maßnahme ist eine wiederholt festgestellte Belastung des Trinkwassers mit Legionellen, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Gäste und Personal darstellten.
Technische Mängel als Ursache
Laut Angaben der Betreibergruppe Novum, die nach eigenen Aussagen über 150 Hotels führt, basierte die Entscheidung auf einer Reihe technischer Untersuchungen sowie unabhängigen Sachverständigengutachten. Diese Dokumentationen belegten erhebliche Mängel in der Trinkwasserinstallation des Gebäudes. Trotz intensiver Bemühungen konnten diese Defizite nicht dauerhaft behoben werden.
Bereits im Vorfeld hatte das zuständige Gesundheitsamt des Kreises Groß-Gerau auf die Kontamination reagiert und ein Duschverbot für das Hotel ausgesprochen. Legionellen sind Bakterien, die bei Menschen schwere gesundheitliche Folgen, wie etwa eine Lungenentzündung, hervorrufen können. Da verunreinigtes Wasser lebensgefährliche Erkrankungen auslösen kann, bewertet der Kreis Groß-Gerau die Schließung als eine notwendige und folgerichtige Konsequenz zum Schutz der Öffentlichkeit.
Hintergrund und behördliche Einschätzung
Nach Informationen des Kreises Groß-Gerau war die Problematik nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahren seien Legionellenbefunde in dem Objekt dokumentiert worden. Ein im Mai dieses Jahres durch ein Ingenieurbüro erstelltes Gutachten hatte zudem gravierende Mängel in der gesamten Wasserversorgungsanlage des Gebäudes aufgezeigt. Der Kreis betonte, dass ein dauerhafter Gesundheitsschutz ohne eine umfassende Sanierung der Anlage nicht zu gewährleisten sei.
Rechtliche und wirtschaftliche Konsequenzen
Die Betreibergesellschaft Novum Hospitality hat den Pachtvertrag mit dem Hauseigentümer – einem Fonds – aus wichtigem Grund außerordentlich und fristlos gekündigt. Das Unternehmen prüft derzeit weitere rechtliche Schritte gegen den Verpächter. Der entstandene wirtschaftliche Schaden wird nach ersten Einschätzungen bereits im Millionenbereich angesiedelt.
Auswirkungen auf die Belegschaft
Die Schließung hat unmittelbare Folgen für die Beschäftigten des Hotels. Nach Angaben von Novum gehen durch die Betriebseinstellung 14 Arbeitsplätze verloren. Das Unternehmen hat angekündigt, in der laufenden Woche Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern zu führen, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten.
Die Zukunft des Gebäudes ist nach derzeitigem Stand ungewiss. Eine Wiederaufnahme des Hotelbetriebs scheint ohne eine grundlegende Sanierung der technischen Infrastruktur ausgeschlossen, da die Einhaltung hygienischer Standards für den Schutz der Gesundheit oberste Priorität hat.