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Rudi Völler gesteht Rücktritts-Gedanken: "Ich war nah dran"
Sport · 27.07.2026 13:19

Rudi Völler gesteht Rücktritts-Gedanken: "Ich war nah dran"

Kurz: Nach dem enttäuschenden WM-Aus 2026 stand DFB-Sportdirektor Rudi Völler kurz vor dem Rücktritt. Ein Gespräch mit Jürgen Klopp brachte die Wende.

Ein offenes Bekenntnis in Mainz

Auf dem Internationalen Trainerkongress in Mainz gab Rudi Völler einen seltenen Einblick in sein Innenleben als DFB-Sportdirektor. Der 66-Jährige räumte offen ein, dass er nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 kurz davor stand, sein Amt niederzulegen. Die sportliche Bilanz des Turniers hatte den langjährigen Funktionär sichtlich mitgenommen und zu Zweifeln an seiner weiteren Tätigkeit im Verband geführt.

Der Einfluss von Jürgen Klopp

Die Entscheidung, das Amt doch weiterzuführen, fiel laut Völler erst nach intensiven Beratungen mit der DFB-Führungsspitze und dem neu verpflichteten Bundestrainer Jürgen Klopp. Völler betonte, dass der Zuspruch durch Klopp eine entscheidende Rolle gespielt habe. Der neue Bundestrainer, der für seine enorme fachliche Vita und seine mitreißende Art bekannt ist, habe ihn persönlich dazu ermutigt, an Bord zu bleiben. Völler sieht in dieser Unterstützung eine wichtige Basis für seine weitere Arbeit bis zur Europameisterschaft 2028.

Neue Hoffnung durch den Bundestrainer-Wechsel

Der Wechsel auf der Trainerbank von Julian Nagelsmann zu Jürgen Klopp markiert für Völler einen notwendigen Neuanfang. Während er Nagelsmann attestierte, dass dieser zuletzt „keine Lobby mehr“ gehabt habe und jede seiner Entscheidungen kritisch hinterfragt wurde, traut Völler dem 59-jährigen Klopp eine andere Dynamik zu. Er beschreibt Klopp als eine Persönlichkeit, die aufgrund ihrer bisherigen Erfolge einen Vertrauensvorschuss genießt. Sollten unter seiner Regie erste Versuche misslingen, werde man bei ihm eher ein Auge zudrücken, als dies bei seinem Vorgänger der Fall war.

Fokus auf Attraktivität und Zuversicht

Die primäre Zielsetzung für die kommenden zwei Jahre ist klar definiert: Die deutsche Nationalmannschaft soll wieder attraktiveren Fußball spielen. Völler sieht es als seine Hauptaufgabe an, gemeinsam mit Klopp die Begeisterung der Fans zurückzugewinnen. Das Ziel ist es, den Menschen im Land wieder Zuversicht zu vermitteln – eine Eigenschaft, die Klopp laut Völler wie kaum ein anderer verkörpere. Der Sportdirektor bleibt trotz der jüngsten Rückschläge optimistisch und betont, dass der deutsche Fußball an guten Tagen weiterhin in der Lage sei, jeden Gegner zu schlagen.

Der Weg zur EM 2028

Die Ära Klopp beginnt in einer Phase des Umbruchs. Mit der Verpflichtung des ehemaligen Mainzer Trainers erhofft sich der DFB eine mittelfristige sportliche Trendwende. Völler hat sich dazu verpflichtet, den Bundestrainer nach Kräften zu unterstützen, um die „Herkulesaufgabe“ zu bewältigen, das Team zurück in die Weltspitze zu führen. Während der Kongress in Mainz ohne die physische Anwesenheit Klopps stattfand, der kurzfristig absagen musste, blieb Völlers Botschaft unmissverständlich: Der Fokus liegt nun voll auf dem Aufbau einer neuen, schlagkräftigen Mannschaft für die kommende Heim-EM.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-stadion-spiel-gucken-12537022/ · Foto: Md Jawadur Rahman
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/swr/swr-rudi-voeller-gesteht-ruecktritts-gedanken-ich-war-nah-dran-100.html