News aus aller Welt
Start
Regelhüter stellen klar - schlimmer Fehler bei der WM
Sport · 28.07.2026 12:49

Regelhüter stellen klar - schlimmer Fehler bei der WM

Kurz: Das IFAB hat offiziell bestätigt: Der Platzverweis gegen Breel Embolo bei der WM 2026 war regelwidrig. Die Hintergründe zur umstrittenen VAR-Entscheidung.

Fehlentscheidung bei der Weltmeisterschaft offiziell bestätigt

Das International Football Association Board (IFAB), die für das Regelwerk im Fußball zuständige Instanz, hat eine folgenschwere Entscheidung während der Weltmeisterschaft 2026 als regelwidrig eingestuft. Im Fokus steht der Platzverweis gegen den Schweizer Stürmer Breel Embolo während des Viertelfinalspiels gegen Argentinien. Die Regelhüter stellten nun klar, dass der Schiedsrichter João Pinheiro in dieser Situation nicht hätte eingreifen dürfen.

Der Ablauf der umstrittenen Szene

Die Partie zwischen der Schweiz und Argentinien stand beim Stand von 1:1 an einem entscheidenden Wendepunkt. Nach einem Zweikampf zwischen Leandro Paredes und Breel Embolo entschied der portugiesische Unparteiische zunächst auf ein Foul des Argentiniers und verwarnte diesen mit der Gelben Karte.

Nach einem Hinweis des Video-Assistenten (VAR) änderte sich die Situation jedoch grundlegend: Pinheiro überprüfte die Szene am Monitor, nahm die Verwarnung gegen Paredes zurück und bestrafte stattdessen Embolo wegen einer vermeintlichen Schwalbe mit Gelb-Rot. Diese Entscheidung schwächte die Schweizer Auswahl massiv, die das Spiel schließlich mit 1:3 nach Verlängerung verlor. Argentinien zog daraufhin in das Halbfinale ein.

Warum die VAR-Intervention unzulässig war

Das IFAB betonte in seiner Stellungnahme, dass das Schiedsrichter-Team eine Regelklausel falsch ausgelegt habe. Die Beteiligten beriefen sich auf eine Bestimmung, die eigentlich für die Identifizierung von Spielern bei Verwechslungen vorgesehen ist.

Laut den offiziellen IFAB-Vorgaben ist der Spielraum für den Video-Assistenten bei Gelben Karten jedoch eng begrenzt:

* Eine Gelbe Karte kann nur überprüft werden, um die Identität des Spielers festzustellen.

* Das Vergehen selbst darf nicht durch den VAR neu bewertet oder geändert werden, sofern es sich nicht um eine zweite Gelbe Karte handelt.

Da es sich in der Szene um eine erste Verwarnung für das vermeintliche Foul handelte, hätte der VAR laut Regelwerk nicht eingreifen dürfen, um das Urteil in eine Schwalbe umzuwandeln.

Kontext: Wiederholte Anwendungspraxis bei der WM

Der Fall Embolo ist kein Einzelfall während dieses Turniers. Bereits im Gruppenspiel zwischen den USA und Paraguay kam es zu einer ähnlichen Situation, in der ein Foul nach VAR-Intervention in eine Schwalbe umgedeutet wurde. Obwohl die FIFA das Vorgehen damals verteidigte und als inhaltlich richtig darstellte, kritisierte das IFAB nun den Weg dorthin.

Das IFAB gab bekannt, dass die Art und Weise der Regelauslegung bei der WM zwar intern „positiv aufgenommen“ worden sei, dies jedoch keine offizielle Rechtfertigung darstelle. Die strittige Auslegung wird nun in die laufende Überprüfung des VAR-Protokolls einbezogen. Die Regelhüter stellten unmissverständlich klar, dass eine solche Praxis erst nach Abschluss dieser offiziellen Überprüfung angewendet werden darf.

Die Position der UEFA

Auch die UEFA hat sich in die Debatte eingeschaltet und die Erläuterungen des IFAB begrüßt. In einer Mitteilung nach einem Treffen der Schiedsrichterchefs der Mitgliedsverbände bekräftigte der europäische Verband seine Linie:

* Der Video-Assistent dient als Unterstützung, nicht als Ersatz für den Unparteiischen auf dem Platz.

* Der VAR soll das Spiel nicht „neu pfeifen“.

* Die Entscheidungsgewalt muss zwingend bei den Schiedsrichtern auf dem Feld verbleiben.

Die UEFA unterstrich damit die Forderung nach einer Rückbesinnung auf die ursprüngliche Intention des Videobeweises: das Eingreifen nur bei eindeutigen und offensichtlichen Fehlern, ohne dabei den Spielfluss und die Autorität der Unparteiischen zu untergraben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/manner-spielen-sport-spiel-16355091/ · Foto: Franco Monsalvo
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/regelhueter-stellen-klar-schlimmer-fehler-bei-der-wm,ifab-embolo-100.html