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Positionspapiere - AfD-Außenpolitiker betonen Nähe zu Russland und US-Regierung
Politik · 03.11.2026 01:38

Positionspapiere - AfD-Außenpolitiker betonen Nähe zu Russland und US-Regierung

Kurz: Die AfD-Außenpolitiker Frohnmaier, Otten und Keuter legen neue Papiere vor, die eine Abkehr von der Ukraine-Unterstützung und eine Annäherung an Russland forder

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Nach einer längeren Phase der internen Auseinandersetzungen über die außenpolitische Ausrichtung der Alternative für Deutschland (AfD) haben führende Außenpolitiker der Bundestagsfraktion nun einen konkreten Vorstoß unternommen. Am 3. November 2026 präsentierten die Abgeordneten Markus Frohnmaier, Gerold Otten und Stefan Keuter zwei neue Arbeitspapiere, die eine einheitliche Linie in der internationalen Politik der Partei etablieren sollen. Die Kernbotschaften dieser Dokumente markieren eine deutliche Zäsur: Die AfD-Politiker fordern ein sofortiges Ende der militärischen Unterstützung für die Ukraine. Gleichzeitig streben sie eine umfassende Normalisierung der Beziehungen zur Russischen Föderation an, wobei wirtschaftliche Interessen Deutschlands explizit in den Vordergrund gestellt werden. Die Papiere, die im Namen des Arbeitskreises Außenpolitik veröffentlicht wurden, zielen darauf ab, die bereits bestehenden, teils vagen außenpolitischen Positionen der Partei zu präzisieren und in eine verbindlichere Form zu gießen, wenngleich sie zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen offiziellen Parteibeschluss darstellen.

Die Einzelheiten der Arbeitspapiere

In den vorgelegten Dokumenten finden sich detaillierte Forderungen, die weit über allgemeine politische Absichtserklärungen hinausgehen. Ein zentraler Punkt ist die Energiepolitik: Die Abgeordneten Frohnmaier, Otten und Keuter fordern die Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland, wobei sie explizit die Nutzung der Nordstream-Pipelines als notwendigen Schritt für die deutsche Wirtschaft bezeichnen. Ein weiteres bemerkenswertes Element ist die außenpolitische Ausrichtung gegenüber den Vereinigten Staaten. Die Autoren bekennen sich ausdrücklich zu einer Nähe zur US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Dabei gehen sie so weit, die geopolitischen Kontrollansprüche des US-Präsidenten auf Gebiete wie den Panamakanal, Venezuela, Kuba sowie das zu Dänemark gehörende Grönland offiziell zu begrüßen. Neben diesen regionalpolitischen Positionen enthält das Papier auch eine fundamentale Kritik an internationalen Institutionen. Die AfD-Politiker fordern ein Ende der deutschen Finanzzahlungen an eine Vielzahl von Organisationen der Vereinten Nationen (UNO). Diese Forderungen wurden im Rahmen einer Pressekonferenz der AfD-Fraktion im Bundestag vorgestellt, bei der die drei Abgeordneten als Repräsentanten des Arbeitskreises auftraten.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Die Veröffentlichung dieser Arbeitspapiere ist das Ergebnis eines monatelangen internen Streits innerhalb der AfD. Die Partei war in der Vergangenheit wiederholt durch widersprüchliche Signale in der Außenpolitik aufgefallen, was zu einer gewissen Unsicherheit über die strategische Ausrichtung geführt hatte. Der nun gewählte Weg über die Arbeitspapiere des Arbeitskreises Außenpolitik stellt den Versuch dar, diese inhaltliche Fragmentierung zu überwinden. Es handelt sich um eine gezielte Initiative, um die bestehenden Grundsatzpositionen der Partei zu schärfen und eine klare argumentative Basis für die zukünftige parlamentarische Arbeit zu schaffen. Dass dieser Prozess erst jetzt, nach einer langen Phase der internen Debatten, in Form von schriftlichen Papieren nach außen dringt, unterstreicht die Komplexität der Abstimmungsprozesse innerhalb der Fraktion. Die Papiere fungieren dabei als eine Art Wegweiser, der die bisherigen, teils fragmentierten Äußerungen der Partei in einen kohärenten, wenn auch politisch hoch umstrittenen Kontext setzen soll.

Die Beteiligten und Entscheidungsträger

Im Zentrum dieses Vorstoßes stehen die drei Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier, Gerold Otten und Stefan Keuter. Sie agieren als Vertreter des Arbeitskreises Außenpolitik der AfD-Fraktion. Diese Gruppe ist maßgeblich für die inhaltliche Ausarbeitung der Papiere verantwortlich. Die öffentliche Präsentation fand im Rahmen einer Pressekonferenz der AfD-Fraktion statt, was die Bedeutung der Initiative innerhalb des parlamentarischen Apparats der Partei unterstreicht. Es sind diese Akteure, die durch ihre expliziten Forderungen – insbesondere hinsichtlich des Ukraine-Krieges und der Beziehungen zu Russland sowie den USA – die öffentliche Debatte prägen. Da es sich um Papiere eines Arbeitskreises handelt, bleibt die offizielle Parteiführung in den Berichten zunächst im Hintergrund, während die fachpolitische Arbeit primär durch die genannten Abgeordneten vorangetrieben wird. Die Reaktionen auf diese Positionierungen innerhalb der Partei sowie die Frage, wie die Parteispitze diese Papiere in den offiziellen Kanon integrieren wird, bleiben zentrale Aspekte des politischen Prozesses.

Einordnung der politischen Signale

Einzuordnen ist dieser Vorstoß als ein klarer Versuch der AfD, sich in der Außenpolitik als eine Kraft zu positionieren, die sich sowohl von der aktuellen deutschen Regierungslinie als auch von der bisherigen westlichen Konsenspolitik distanziert. Den Berichten zufolge markiert die explizite Unterstützung für die geopolitischen Ambitionen der US-Regierung unter Trump in Kombination mit der Forderung nach einer Rückkehr zu russischen Gasimporten eine deutliche Verschiebung hin zu einer Politik, die nationale Interessen – wie die AfD sie definiert – über multilaterale Bindungen stellt. Die Forderung nach einem Stopp der Zahlungen an UNO-Organisationen ist dabei als konsequente Fortsetzung einer skeptischen Haltung gegenüber internationalen Institutionen zu verstehen. Dass die Papiere noch keine offizielle Linie der Gesamtpartei darstellen, deutet darauf hin, dass die innerparteiliche Debatte über die endgültige außenpolitische Strategie zwar durch diesen Vorstoß präzisiert, aber möglicherweise noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Die politische Stoßrichtung ist jedoch unmissverständlich: Eine Abkehr von der bisherigen Unterstützung der Ukraine und eine Hinwendung zu einer pragmatischen, auf nationalen wirtschaftlichen Interessen basierenden Außenpolitik.

Offene Fragen und Ausblick

Der Quelltext lässt einige wesentliche Punkte unbeantwortet. So bleibt unklar, wie die AfD-Parteiführung auf diese spezifischen Papiere reagieren wird und ob sie in absehbarer Zeit zu einer offiziellen Parteilinie erhoben werden sollen. Ebenso wenig wird erläutert, wie die AfD-Politiker die rechtlichen und diplomatischen Hürden für eine Wiederaufnahme der Gaslieferungen über die Nordstream-Pipelines einschätzen, insbesondere angesichts der zerstörten Infrastruktur und der geltenden Sanktionsregime. Auch die Frage, wie die Partei auf die voraussichtlichen Reaktionen internationaler Partner reagieren will, bleibt offen. Was die Zukunft betrifft, so ist zu erwarten, dass die Debatte über diese Arbeitspapiere innerhalb der AfD-Fraktion und der Partei weitergeführt wird. Ob und wann es zu einer förmlichen Abstimmung oder einer offiziellen Verabschiedung dieser Positionen durch die Parteigremien kommt, ist im vorliegenden Text nicht terminiert. Die Papiere dienen vorerst als Diskussionsgrundlage, die den außenpolitischen Kurs der Partei für die kommenden Monate maßgeblich beeinflussen dürfte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/strasse-frau-gehen-burgersteig-7223033/ · Foto: MART PRODUCTION
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/afd-aussenpolitiker-betonen-naehe-zu-russland-und-us-regierung-100.html