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Playstation: Sony hat offenbar mit Disc-Wut gerechnet
Technik · 23.07.2026 12:15

Playstation: Sony hat offenbar mit Disc-Wut gerechnet

Kurz: Sony hat den Widerstand gegen das Ende der Spieledisc offenbar frühzeitig einkalkuliert. Interne Vorgaben für Mitarbeiter waren laut Berichten extrem streng.

Vorbereitungen auf den Shitstorm

Die Entscheidung von Sony, die Produktion physischer Spielediscs für zukünftige Playstation-Titel ab Januar 2028 einzustellen, sorgt für erhebliche Diskussionen in der Gaming-Community. Wie nun bekannt wurde, scheint der Konzern diesen Gegenwind nicht nur erwartet, sondern bereits im Vorfeld durch strikte interne Kommunikationsregeln flankiert zu haben. Laut Aussagen der ehemaligen Playstation-Studios-Autorin und Journalistin Alanah Pearce wurden Mitarbeiter der First-Party-Studios dazu angehalten, sich zu diesem Thema extrem zurückhaltend zu äußern.

Strenge Kommunikationsvorgaben als Indiz

In einem Podcast berichtete Pearce, dass ihre Kontakte innerhalb der verschiedenen Playstation-Studios von den strengsten Richtlinien berichteten, die sie in ihrer gesamten Zeit bei dem Unternehmen erlebt hätten. Diese Vorgaben betrafen sowohl öffentliche Äußerungen als auch Beiträge in sozialen Netzwerken. Pearce, die selbst eine Vergangenheit bei den Santa Monica Studios hat und dort bereits Erfahrungen mit strikten PR-Vorgaben – etwa rund um die Ankündigung von *God of War – Laufey* – sammeln konnte, bewertet die Verschärfung der Regeln für das Disc-Aus als deutliches Signal.

Für die Beobachterin ist damit klar: Sony war sich der Tragweite der Entscheidung und des damit verbundenen PR-Risikos vollkommen bewusst. Die heftige Kritik, die dem Unternehmen nun entgegenschlägt, dürfte in der Chefetage daher kaum für Überraschung gesorgt haben. Die internen Maßnahmen dienten demnach dazu, eine einheitliche und kontrollierte Außendarstellung in einer emotional aufgeladenen Phase zu gewährleisten.

Kritikpunkte der Community

Die Sorgen der Spielerschaft sind vielfältig und zielen auf fundamentale Aspekte der digitalen Spielekultur ab. Zu den Hauptkritikpunkten gehören:

* **Gebrauchtmarkt:** Die Möglichkeit, Spiele physisch weiterzuverkaufen oder zu verleihen, fällt mit dem Ende der Disc weg.

* **Archivierung:** Langfristig wird die Bewahrung von Videospielen als Kulturgut durch die Abhängigkeit von digitalen Servern erschwert.

* **Verfügbarkeit:** Eine exklusive Bindung an den Playstation Store schränkt die Wahlfreiheit der Kunden ein und macht sie von der Preisgestaltung des Herstellers abhängig.

Öffentlicher Druck und die Zukunft der Strategie

Der Widerstand gegen die Entscheidung manifestiert sich unter anderem in einer Petition, die bereits über 300.000 Unterschriften sammeln konnte. Trotz dieser beachtlichen Zahl an Unterstützern ist die Einschätzung von Expertin Pearce eher pessimistisch, was einen möglichen Kurswechsel betrifft. Sie hält es für unwahrscheinlich, dass Sony aufgrund des öffentlichen Drucks oder der Petition von seinem eingeschlagenen Weg abweicht.

Bisher gibt es keine offizielle Bestätigung seitens Sony zu den Berichten über die internen Kommunikationsvorgaben. Da die Informationen auf anonymen Quellen innerhalb der Studios basieren, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten bis zum Stichtag im Januar 2028 weiterentwickelt. Die strikte Haltung des Unternehmens deutet jedoch darauf hin, dass die Strategie der digitalen Transformation bereits weit fortgeschritten ist und eine Rückkehr zum physischen Datenträger derzeit nicht vorgesehen ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/foto-von-rot-und-schwarz-sony-ps4-dualshock4-2323435/ · Foto: Garrett Morrow
Quelle: https://www.golem.de/news/playstation-sony-hat-offenbar-mit-disc-wut-gerechnet-2607-211195.html