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Persönliche Daten geleakt: Unzählige Claude-Chats bei Google aufgetaucht
Technik · 28.07.2026 08:55

Persönliche Daten geleakt: Unzählige Claude-Chats bei Google aufgetaucht

Kurz: Durch eine Sicherheitslücke bei Anthropic gelangten sensible Claude-Chatverläufe in die Google-Suche. Betroffen sind private Informationen und Unternehmensdaten

Sicherheitslücke bei Anthropic: Private Claude-Chats öffentlich einsehbar

Die Nutzung von KI-Chatbots wie Claude gehört für viele Anwender zum Alltag. Doch ein aktueller Vorfall zeigt, dass die Vertraulichkeit dieser digitalen Dialoge nicht immer gewährleistet ist. Wie Berichte von 404 Media und Techcrunch belegen, waren zahlreiche Unterhaltungen, die Nutzer eigentlich nur über einen spezifischen Link teilen wollten, plötzlich über Suchmaschinen wie Google für die breite Öffentlichkeit zugänglich.

Die Ursache des Datenlecks

Das System von Claude ermöglicht es Anwendern, ihre Konversationen über einen generierten Link mit Dritten zu teilen. Normalerweise sollte der Zugriff auf diese Inhalte auf Personen beschränkt bleiben, die über den entsprechenden Link verfügen. Dennoch gelang es Nutzern, diese privaten Chatverläufe durch einfache Suchbefehle bei Google zu finden. Durch die Eingabe des Suchoperators "site:claude.ai/share" konnten die indexierten Unterhaltungen direkt aufgerufen werden.

Die Tragweite dieses Vorfalls ist erheblich. Laut den vorliegenden Berichten gelangten dabei sensible Informationen an die Öffentlichkeit, darunter:

* Interne Unternehmensdaten und Geschäftsgeheimnisse

* Patientendaten aus dem medizinischen Bereich

* Personenbezogene Mitarbeiterdaten

* Namen und Kontaktinformationen von Schulkindern

Aktueller Status und Maßnahmen

Inzwischen hat der Betreiber Anthropic reagiert. Die Suche nach den geteilten Chats über die genannte Zeichenfolge liefert bei Google aktuell keine Ergebnisse mehr, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen die Indexierung unterbunden und das Problem adressiert hat. Dennoch bleibt die Frage nach der langfristigen Sicherheit von KI-Daten bestehen.

Ein ähnliches Szenario ereignete sich bereits vor etwa einem Jahr beim Konkurrenten ChatGPT. Damals waren über 100.000 Chatverläufe über Suchmaschinen auffindbar, was die Branche erneut für die Risiken bei der Handhabung sensibler Daten in KI-Umgebungen sensibilisierte.

Problematik bei den sogenannten Artefakten

Neben den reinen Chatverläufen bietet Claude die Funktion der sogenannten „Artefakte“ an. Diese Tools dienen dazu, größere Datenmengen zu visualisieren oder zu verarbeiten. Hier zeigt sich eine Diskrepanz in der Kommunikation des Anbieters: Während Claude beim Teilen von Artefakten zwar darauf hinweist, dass diese potenziell für jeden im Internet einsehbar sind und in Suchmaschinen auftauchen können, wird gleichzeitig betont, dass die restlichen Chats des Nutzers privat blieben.

Dennoch bleiben Links zu diesen Artefakten, die über den Suchbefehl "site:claude.ai/public" auffindbar sind, weiterhin in den Suchergebnissen gelistet. Sicherheitsforscher wie Will Dormann wiesen auf diese Problematik hin und verdeutlichen, dass Nutzer bei der Verwendung solcher Funktionen ein hohes Maß an Vorsicht walten lassen müssen.

Einordnung und Ausblick

Der Vorfall unterstreicht, wie wichtig es ist, keine sensiblen oder persönlichen Daten in KI-Modelle einzugeben, sofern deren Vertraulichkeit nicht absolut garantiert werden kann. Die Tatsache, dass selbst als „privat“ eingestufte Inhalte durch technische Fehler oder Fehlkonfigurationen in die Hände Dritter gelangen können, stellt ein erhebliches Risiko für Unternehmen und Privatpersonen dar.

Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass Anbieter von KI-Diensten ihre Sicherheitsarchitekturen nachbessern müssen, um die Indexierung durch Suchmaschinen konsequent zu verhindern. Nutzer sollten zudem regelmäßig prüfen, welche Inhalte sie über geteilte Links zur Verfügung stellen, und im Zweifelsfall auf die Eingabe hochsensibler Informationen verzichten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/futuristische-technologie-benutzeroberflache-auf-einer-laptop-tastatur-37709121/ · Foto: Rafael Minguet Delgado
Quelle: https://www.golem.de/news/persoenliche-daten-geleakt-unzaehlige-claude-chats-bei-google-aufgetaucht-2607-211338.html