Ein seltener Auftritt in den Medien
Pashanim gilt als einer der einflussreichsten Deutschrapper der aktuellen Zeit, doch sein Privatleben hält der 25-Jährige konsequent unter Verschluss. Interviews gibt der Berliner Musiker aus Kreuzberg so gut wie nie. Umso überraschender kam sein jüngster Auftritt beim Berliner Radiosender KissFM. Anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Albums „Lounge Musik“ übernahm der Rapper für eine Sendung das Mikrofon und moderierte – inklusive klassischer Elemente wie Wetter- und Verkehrsmeldungen.
Zwischen Rap-Erfolg und Radio-Leidenschaft
Dass Pashanim, der in der digitalen Musikindustrie als äußerst versierter Kenner der Algorithmen gilt, ausgerechnet das Radio als Bühne wählt, unterstreicht seine Affinität zu diesem Medium. Der Erfolg des Künstlers ist dabei messbar: Im vergangenen Jahr belegte er im Spotify-Jahresrückblick den zweiten Platz hinter Taylor Swift, noch vor namhaften internationalen Acts wie Linkin Park. Diese Popularität ist eng mit seinem Lebensgefühl verknüpft, das er in seinen Texten über das Aufwachsen am Mehringdamm zwischen Polizei, Gewalt und Drogen thematisiert.
Ein besonderer Gast: Die Stimme von James Bond
Ein Höhepunkt der Radiosendung war der Besuch von Dietmar Wunder. Der bekannte Synchronsprecher, der im Deutschen die Stimme von Daniel Craig in den James-Bond-Filmen leiht, traf auf den Rapper. Pashanim, der als bekennender 007-Fan gilt, tauschte sich mit Wunder über sein neues Album aus. Dabei wurde der Rapper, der sonst als medienscheu gilt, deutlich gesprächiger.
Auf die Frage, was der Titel „Lounge Musik“ für ihn bedeute, lieferte Pashanim eine assoziative Liste, die den Vibe seines Werks beschreibt:
* Technische Nostalgie: Nokia 8800, HiFi-Soundsysteme, Blu-Ray-DVDs
* Ästhetik und Lifestyle: Farbe Orange, Ambilight, Porzellanaschenbecher, Cappuccinos
* Popkultur: Casino Royale, Walther PPK, Air Max 2013
Musikalische Einflüsse und kommende Projekte
Neben seinen eigenen Hits wie „Sommergewitter“ mischte Pashanim die Playlist der Sendung mit Titeln von Moby oder Paul und Fritz Kalkbrenner. Die Verbindung zu Kalkbrenner ist dabei kein Zufall: Pashanim widmete ihm auf seinem neuen Album den Song „Berlin Calling“.
Auch wenn Pashanim aktuell an seinem Regiedebüt arbeitet, bleibt es um die Details zu seinem Filmprojekt geheimnisvoll. Er bestätigte lediglich, dass es sich nicht um eine autobiografische Arbeit handele, sondern um ein „krankes“ Filmprojekt. Wann dieses erscheinen soll, ließ er offen. Die Radiosendung beendete der Musiker mit Grüßen an Berlin und politischen Statements, bevor er sich mit einer persönlichen Verabschiedung von seinem Publikum verabschiedete.